Behinderung im internationalen Diskurs

Die flexible Klassifizierung der Weltgesundheitsorganisation

Kultur der Medizin Band 30

Marianne Hirschberg

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Beschreibung

Die Weltgesundheitsorganisation postuliert in ihrer Klassifikation von Behinderung den Anspruch, Behinderung nicht nur als individuelles Merkmal, sondern auch als gesellschaftliches Thema zu begreifen. Marianne Hirschberg überprüft, inwieweit dieser Anspruch erfüllt wurde. Ihr besonderes Augenmerk gilt dabei dem Verhältnis von Behinderung und Normalität. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass Behinderung trotz etlicher Hinweise für eine positive Klassifizierung im Ganzen dennoch ausschließlich negativ beurteilt wird. Nicht zuletzt stellt sie die Frage, wie der Einzelne der Klassifizierung seiner Behinderung begegnen kann.

Marianne Hirschberg, Dr. phil., war wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut Mensch, Ethik und Wissenschaft (IMEW) und ist sozialwissenschaftliche Referentin an der Monitoringstelle zur UN-Behindertenrechtskonvention am Deutschen Institut für Menschenrechte in Berlin.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Erscheinungsdatum 09.11.2009
Verlag Campus
Seitenzahl 376
Maße (L/B/H) 21,4/14,4/2,8 cm
Gewicht 463 g
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-593-39027-7

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    Geleitwort

    1 Einleitung

    2 Klassifikationen von Krankheit und Behinderung
    2.1 Systematische Überlegungen
    2.2 . Entwicklung von Klassifikationen
    2.2.1 Exemplarische Entwicklung vor der Neuzeit
    2.2.2 Entwicklung medizinischer Systematisierungen im Europa der Neuzeit
    2.3 Medizinische und verwandte Klassifikationen ab dem 19. Jahrhundert
    2.3.1 Die Internationale Nomenklatur von Todesursachen
    2.3.2 Übernahme der Internationalen Klassifikationen von Krankheiten durch die Weltgesundheitsorganisation
    2.3.3 Entwicklung einer Amerikanischen Klassifikation psychischer Störungen
    2.3.4 Die Familie Internationaler Klassifikationen der WHO
    2.4 . Entstehungsgeschichte der International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF)
    2.4.1 Die Internationale Klassifikation der Krankheiten (ICD)
    2.4.2 Die erste Internationale Klassifikation von Behinderung (ICIDH)
    2.4.3 Die Entwicklung von der ICIDH zur ICF
    2.4.4 Die zweite Internationale Klassifikation von Behinderung (ICF)
    2.4.5 Wie wird klassifiziert?
    2.5 Sozial- und gesundheitspolitische Funktionen von Klassifikationen
    2.5.1 Allgemeine Funktionen von Klassifikationen und anderen Beurteilungssystemen
    2.5.2 Behinderung und Leistungsanspruch
    2.5.3 Anwendung von WHO-Klassifikationen im Sozialsystem
    2.5.4 Bedeutung der ICF im Rechtswesen
    2.6 Klassifikationen im Spannungsfeld zwischen sozialer Teilhabe und sozialer Ausgrenzung
    2.6.1 Stigmatisierungen als mögliche Folge von Klassifikationen
    2.6.2 Individuumsbezogene oder gesellschaftsbezogene Klassifizierung?
    2.6.3 Spannungsverhältnis zwischen der Begründung von Ansprüchen und Stigmatisierung
    2.7 . Einsatzgebiete und Implementation der ICF
    2.7.1 Vorgesehene Einsatzgebiete
    2.7.2 Exemplarische Darstellung des Implementationsstandes
    2.8 . Rezeption der ICF
    2.8.1 Sozialmedizinische Diskussion
    2.8.2 Sozialwissenschaftliche und behindertenpädagogische Diskussion
    2.9 . Fazit

    3 Theoretische und methodische Grundlagen der Diskursanalyse
    3.1 Behinderung: ein voraussetzungsreicher und mehrdimensionaler Begriff
    3.1.1 Der Behinderungsbegriff im medizinischen Modell
    3.1.2 Der Behinderungsbegriff in den Disability Studies - das soziale Modell
    3.1.3 Verhältnis der Theorieansätze
    3.2 . Theoretische Grundlagen
    3.2.1 Diskurs
    3.2.2 Macht und Subjekt
    3.2.3 Normalität und Subjekt
    3.3 . Methodische Grundlagen
    3.3.1 Diskursanalytische Begriffsbestimmungen
    3.3.2 Modifizierungen diskursanalytischer Verfahren für die Klassifikationsanalyse
    3.4 . Fazit

    4 Analyse der Hauptstrukturen der ICF
    4.1 Untersuchung von Konzeption und Ausarbeitung der ICF-Komponenten
    4.1.1 Körperfunktionen und -strukturen, Schädigungen
    4.1.2 Aktivität und Partizipation, Aktivitätsbeeinträchtigungen und Partizipationseinschränkungen
    4.1.3 Umweltfaktoren, Barrieren und Unterstützungsfaktoren
    4.1.4 Personbezogene Faktoren
    4.2 Untersuchung der qualitativen Bewertung inhaltlicher Schwerpunkte
    4.2.1 Genetische Faktoren
    4.2.2 Gesundheit
    4.2.3 Positive Klassifizierung
    4.2.4 Ethische Leitlinien
    4.2.5 Veränderung von einem linearen zu einem interaktiven Verhältnis der Komponenten
    4.2.6 Subjektives Wohlbefinden und Lebensqualität
    4.2.7 Perspektive des befragten Menschen
    4.3 . Fazit der Strukturanalyse

    5 Feinanalyse
    5.1 . Die sprachlichen Mittel der ICF
    5.1.1 Textoberfläche
    5.1.2 Sprachstil
    5.1.3 Inhaltliche Referenzen
    5.2 . Geistige Behinderung in der ICF
    5.2.1 Abbildung des Phänomens geistige Behinderung
    5.2.2 Komplementäre Anwendung von ICF und ICD-10
    5.3 . Fazit der Feinanalyse

    6 Gesamtanalyse
    6.1 . Diskursstranganalyse
    6.2 Der biopsychosoziale Ansatz als konzeptioneller Hintergrund
    6.3 Ergebnisse der Klassifikationsanalyse - Opposition oder Bandbreite von Behinderung und Normalität?

    7 Quo vadis, ICF? Ergebnisse und Ausblick
    7.1 . Zusammenfassung der Ergebnisse
    7.2 . Auflösung oder Beibehaltung der Kategorie Behinderung?
    7.3 Perspektiven für eine zukünftige Klassifikation von Behinderung
    7.4 . Forschungsperspektiven

    Abbildungen
    Tabellen
    Register
    Literatur