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Die Abschaffung der Arten

Roman

Das Zeitalter, das wir kennen, ist längst eingeschlafen. Wo einmal Europa war, gibt es nur noch drei labyrinthische Städte, die eher gewachsen sind, als daß sie erbaut wurden. Die Welt gehört den Tieren. Fische streiten über Sodomie, Theologinnen mit Habichtsköpfen suchen in Archiven nach Zeugnissen der Menschheit, undCyrus Golden, der Löwe, lenkt den Staat der drei Städte. Als ein übermächtiger Gegner die neue Gesellschaft bedroht, schickt er den Wolf Dimitri als Diplomaten aus, im einstigen Nordamerika einen Verbündeten zu suchen. Die Nachtfahrt über den Ozean und in die tiefen Stollen der Naturgeschichte lehrt den Wolf Riskantes über Krieg, Kunst und Politik und führt ihn bis an den Rand seiner Welt, wo er erkennt,"warum den Menschen passiert ist, was ihnen passiert ist".

Der Roman Die Abschaffung der Arten steht in der Tradition großer spekulativer Literatur über Niedergang und Wiedergeburt der Zivilisation von Thomas Morus, Voltaire und Mary Shelley über H. G. Wells und Jules Verne bis hin zu Stephen King und William Gibson. Wenn Charles Darwin Krieg der Welten geschrieben hätte, vielleicht wäre ein Buch wie dieses dabei herausgekommen: ein abenteuerliches Liebeslied, eine epische Meditation über die Evolutionstheorie und der waghalsige Versuch, Fossilien von Geschöpfen freizulegen, die noch gar nicht gelebt haben.
Portrait
Dietmar Dath, 1970 geboren, ist Autor und Übersetzer. Er war Chefredakteur der Zeitschrift Spex und von 2001 bis 2007 Feuilletonredakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, seit September 2011 ist er dort Filmkritiker.
Dietmar Dath veröffentlichte fünfzehn Romane, außerdem Bücher und Essays zu wissenschaftlichen, ästhetischen und politischen Themen, darunter die Streitschrift Maschinenwinter (2008) und die BasisBiographie Rosa Luxemburg (2010). Jüngst ist Dietmar Dath auch als Dramatiker und Lyriker in Erscheinung getreten. Er lebt in Freiburg und Frankfurt am Main.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 552
Erscheinungsdatum 25.01.2010
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-46145-7
Verlag Suhrkamp
Maße (L/B/H) 18,8/12,1/3,2 cm
Gewicht 385 g
Auflage 4. Auflage
Illustrator Daniela Burger
Verkaufsrang 54437
Buch (Taschenbuch)
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Mehrwert durch Mehrfachlesen!

Eva Baumgärtel, Thalia-Buchhandlung Bautzen

Wie sieht eine Welt ohne -oder besser - nach der Ära der Menschen aus? Dietmar Dath hat den Tieren das Steuer in die Hand gegeben und wie diese die Zeit "nach der Langeweile" (Menschenherrschaft) gestalten, sprengt den Rahmen der gängigen Zukunftsvorstellungen. Der Großteil der Landsäugetiere lebt in gigantischen Städten der Alten Welt, die Atlantiker(Fische) erheben sich in die Lüfte; kommuniziert wird über Pherinfone("Schnupperquanten"); das Ende der Naturgeschichte ist eingeläutet: durch Veränderungen der DNA reißen die Tiere Artgrenzen ein. Zeitgleich entsteht in der Neuen Welt eine auf künstlicher Intelligenz basierende Lebensform, die zur Bedrohung wird- damit hebt der Plot im Wortsinn in andere Dimensionen ab. Nach deren Durchlesen und Durchleben hat die Besiedelung des Mars und der Venus stattgefunden, Endstation des Buches ist (sic!) die Erde. Bei seinem Ritt durch Raum und Zeit unternimmt Dietmar Dath Streifzüge in Philosophie, Ethik, Religion, Naturwissenschaft und Kunst und stiftet zu interessanten Gedankenexperimenten an; teilweise verwirren die Komplexität und Tiefe seiner Ideen. Vielleicht ist damit das Wesen der Zukunft charakterisiert? Auffallend ist, dass er sich nicht in Schilderungen einer hochentwickelten technisierten Welt verliert, sondern lebenden Systemen Raum lässt und das Augenmerk darauf lenkt, welcher Sinn bleibt, wenn alles möglich ist? Ein genial "komponiertes" Buch- das ist mit Abstand die aufregendste und anspruchvollste Sciene Fiction, die ich bis jetzt gelesen habe!

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