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Im Bann der sinnlichen Natur

Die Kunst der Wahrnehmung und die mehr-als-menschliche Welt. Mit einem Vorwort von Andreas Weber.

David Abram

Buch (Taschenbuch)
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29,80
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Beschreibung

Kaum jemand zeigt so ermutigende Wege aus der inzwischen lebensbedrohlichen, selbstgezimmerten Isolation des Menschen gegenüber der Natur auf, wie der amerikanische Philosoph, Ökologe und Anthropologe David Abram. Inspiriert durch die Philosophie des Phänomenologen Maurice Merleau-Ponty und seine langjährigen Reisen als Taschentrickkünstler durch Südostasien, auf denen ihn intensive Naturerfahrungen und Begegnungen mit indigenen Schamanen prägten, entwirft er eine vollständig im Körper verankerte ökologische Philosophie. Dabei ist für ihn der Körper keine mechanistisch-biologische Maschine, sondern das mit allen Sinnen wahrnehmende, lebendige Selbst, das unsere Sprache prägt und aus seiner Bezogenheit auf die lebendig atmende Natur heraus lebt. Mit seiner reichen, poetischen Sprache verlockt er zur sinnlichen Erfahrung einer sprechenden, fühlenden, beseelten und geheimnisvollen Natur und der Landschaft, in der wir leben. Diese innige körperliche Verbundenheit ist für ihn keine romantische Pose, sondern die Quelle für ökologisches und politisches Engagement. Ein mehrfach ausgezeichnetes Buch, das die Ökologie-Bewegung in den USA wesentlich geprägt hat.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 15.07.2015
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-927369-45-0
Verlag ThinkOya
Maße (L/B/H) 22,1/16,1/3 cm
Gewicht 606 g
Originaltitel The Spell of the Sensuous
Auflage 2. Auflage
Übersetzer Matthias Fersterer, Jochen Schilk
Verkaufsrang 120270

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  • "Leben, das ist ein Tanz mit einem unbekannten Partner, dessen Schritte man nie ganz vorhersagen kann, eine Improvisation in einem Kräftefeld, dessen Spiel wechselnder Qualitäten über unsere Haut huscht und zwischen unseren Zellen pulsiert, dessen Ursprung und tiefstes Wesen jedoch dem Zugriff unseres Denkens keinen Halt bietet. Ja zu sagen zu unserer sinnlich-körperlichen Existenz und so inmitten der Welt zu erwachen, heißt, der anmaßenden Weltsicht 'von außen' abzuschwören, dem Wahn, man könne eines Tages jedes Detail über den Lauf der Welt ergründen und berechnen. Freilich gibt es viele Facetten oder Kräfte der Welt, die wir benennen können - Sonne, Ackerboden und Klippe, Bär und Vogel, Vollmond und Sichelmond, Wolke, Regen, Fluss. Doch gerade die Gegenwart all dieser Wesen in demselben Feld, in dem auch wir leben, bedingt, dass wir einzelne ihrer Aspekte nicht sehen können; jede sichtbare Facette der Welt spricht zu uns von Dimensionen, die nicht sichtbar sind. Sich in andere Maßstäbe der Existenz ' mikroskopische oder submikroskopische' hineinzuversetzen, ist gar nicht nötig, um der Unsichtbarkeit der Welt gewahr zu werden, auch müssen keine immateriellen oder übernatürlichen Dimensionen beschworen werden. Es reicht völlig aus, seine Aufmerksamkeit auf die sinnlich erfahrbare Landschaft und die ganz gewöhnlichen Wesen, die diese Landschaft bevölkern, zu richten. Schon da begegnet uns der nicht-sichtbare Charakter dessen, was hinter den tatsächlich sichtbaren Dingen liegt. Jedes undurchsichtige Gebilde verbirgt die hinter ihm befindlichen Dinge und besitzt selbst eine andere Seite, die unseren Blicken gegenwärtig nicht zugänglich ist. Zwar können wir unsere Position ändern, um einen Blick auf diese andere Seit zu erhaschen ' doch dann haben sich wiederum andere Aspekte verborgen, und was wir vor wenigen Sekunden noch klar gesehen haben, ist verschwunden, hat sich durch das vor ihm Liegende verfinstert. Wo immer wir uns auch hinbewegen und uns drehen und winden, dieser seltsamen Unsichtbarkeit der sichtbaren Welt, mit der sie sich hinter sich selbst versteckt, können wir nicht entfliehen. Auch das Innere jedes sichtbaren Dings bleibt uns verborgen. Das Innere vieler Gebäude, an denen wir so oft auf unserem Weg zur Arbeit vorbeigehen, das holzige Innere eines jungen Ahornbaums, das verdichtete Innere eines steinigen Bergs, die innere Physiologie einer Schlange, die von uns aufgescheucht ins hohe Gras davongleitet ' alle sichtbaren Gestalten beherbergen eine für unsere Augen unsichtbare, innere Struktur. Am intimsten erfahren wir dies durch unser eigenes Körperinneres. Selbst wenn wir uns das Innere unseres Körpers entsprechend der Abbildungen aus unseren Anatomiebüchern vergegenwärtigen, vermitteln uns unsere imaginären Bilder ein Gefühl von Geräumigkeit und ein Licht, das der dunklen, dicht gepackten Natur unseres tatsächlichen eigenen Inneren offenkundig widerspricht. Nur der Chirurg (und der selbstversorgerische Jäger, der regelmäßig seine Beute häutet und zerlegt), darf einen verstohlenen Blick in dieses dunkle Innere werfen, das sich dennoch, solange wir am Leben sind, jeglicher Betrachtung entzieht. Diese zweite Art der Verborgenheit erfahren wir auf Schritt und Tritt durch die Unsichtbarkeit all dessen, was unter dem Erdboden liegt. Obwohl wir die Erde aufgraben können und die Geologen verschiedene Gesteinsschichten, die der Bau einer Autobahn oder eine Grabung freilegt, analysieren können, bleibt doch ein unermesslich großer Teil dessen, was in verschiedenen Tiefen unter dem Erdboden liegt, vollständig unserer Erkenntnis verborgen ..."