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Atemschaukel

Gekürzte Lesung

(20)
''Ein atemberaubendes Meisterwerk.'' Michael Naumann, Die Zeit
Rumänien 1945: Der Zweite Weltkrieg ist zu Ende. Die deutsche Bevölkerung lebt in Angst. ''Es war 3 Uhr in der Nacht zum 15. Januar 1945, als die Patrouille mich holte. Die Kälte zog an, es waren -15°C.'' So beginnt ein junger Mann den Bericht über seine Deportation in ein Lager nach Russland. Anhand seines Lebens erzählt Herta Müller von dem Schicksal der deutschen Bevölkerung in Siebenbürgen.In Gesprächen mit dem Lyriker Oskar Pastior und anderen Überlebenden hat sie den Stoff für dieses überwältigende Buch gesammelt, das ein fast unbekanntes Kapitel der europäischen Geschichte in der zutiefst individuellen Geschichte eines jungen Mannes erzählt und in unvergesslichen Bildern sichtbar macht.
Portrait

Herta Müller wurde 1953 in Nitzkydorf in Rumänien geboren. Nach dem Studium der deutschen und rumänischen Philologie in Temeswar arbeitete sie als Übersetzerin in einer Maschinenfabrik. Sie wurde entlassen, weil sie sich weigerte, für den rumänischen Geheimdienst Securitate zu arbeiten. Nach dem Erscheinen ihres ersten Buches Niederungen konnte sie in Rumänien nicht mehr veröffentlichen und war immer wieder Verhören, Hausdurchsuchungen und Bedrohungen durch die Securitate ausgesetzt. 1987 siedelte sie nach Deutschland über. Für ihre Werke wurde sie mit zahlreichen deutschen und internationalen Preisen ausgezeichnet. 2009 erhielt sie den Nobelpreis für Literatur.

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Beschreibung

Produktdetails


Medium CD
Sprecher Ulrich Matthes
Anzahl 5
Altersempfehlung 12 - 99
Erscheinungsdatum 20.10.2009
Sprache Deutsch
EAN 9783899036862
Verlag Hörbuch Hamburg
Auflage 9
Spieldauer 381 Minuten
Hörbuch (CD)
23,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

„Ungewöhnliche Leseerfahrung“

Oliver Sichert, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

Wochenlang habe ich dieses Buch gelesen – mal zwei Seiten, dann wieder nur eine Seite – unglaublich langsam...
Dabei liest sich die „Atemschaukel“ leicht, die Sätze sind kurz und gefüllt mit einfachen und doch fesselnd ungewöhnlichen Sprachbildern.

In diesem Roman über 5 Jahre Zwangsarbeit ziehen keine Spannungsbögen, keine Teaser in das nächste Kapitel. Die chronologisch gereihten Skizzen und Erinnerungsbilder haben sich mir erst in den letzten Kapiteln zu einem Roman zusammengefügt: Ein Roman eines verlorenen Lebens und der Unmöglichkeit, die Erfahrung des Hungers und des Verlorenseins mitzuteilen.

Niemand will sich diesen furchtbaren Erfahrungen aussetzen, doch ist die Atemschaukel - trotz der meiner Mühen - für mich ein schönes und sehr lesenwertes Buch gewesen. Es tritt dem „Nicht-darüber-Sprechen-Wollen“ mit einer rührenden poetischen Sprache entgegen, die an die Würde und die Integrität des Individuums glauben lässt.
Wochenlang habe ich dieses Buch gelesen – mal zwei Seiten, dann wieder nur eine Seite – unglaublich langsam...
Dabei liest sich die „Atemschaukel“ leicht, die Sätze sind kurz und gefüllt mit einfachen und doch fesselnd ungewöhnlichen Sprachbildern.

In diesem Roman über 5 Jahre Zwangsarbeit ziehen keine Spannungsbögen, keine Teaser in das nächste Kapitel. Die chronologisch gereihten Skizzen und Erinnerungsbilder haben sich mir erst in den letzten Kapiteln zu einem Roman zusammengefügt: Ein Roman eines verlorenen Lebens und der Unmöglichkeit, die Erfahrung des Hungers und des Verlorenseins mitzuteilen.

Niemand will sich diesen furchtbaren Erfahrungen aussetzen, doch ist die Atemschaukel - trotz der meiner Mühen - für mich ein schönes und sehr lesenwertes Buch gewesen. Es tritt dem „Nicht-darüber-Sprechen-Wollen“ mit einer rührenden poetischen Sprache entgegen, die an die Würde und die Integrität des Individuums glauben lässt.

„Atemschaukel“

Ute Ziegert, Thalia-Buchhandlung Freital

Der 17 jährige Leo wird 1945 als in Rumänien lebender Deutscher in ein russisches Lager deportiert. Zu diesem Zeitpunkt war das für ihn ( naiv und nicht ahnend, was auf die Gefangenen zukommt) eher eine akzeptable und sogar willkommene Lösung. Besser als in seiner Stadt als Schwuler enttarnt zu werden und dafür ins Gefängnis zu kommen.
Trotz schrecklicher Lebensumstände im Lager überlebt Leo. Vielleicht oder gerade deshalb, weil er sich seine eigene Sicht der Dinge erschafft und letztendlich nach 4 Jahren das Lager als Zuhaue ansieht. Diese Zeit hat Leo und natürlich alle anderen Überlebenden so geprägt, daß sie kaum mit dem normalen Leben zurecht kamen. Viele brachten sich um und kaum einer sprach über die Zeit im Lager. Ich finde der Roman ist zutiefst bewegend und schön.
Der 17 jährige Leo wird 1945 als in Rumänien lebender Deutscher in ein russisches Lager deportiert. Zu diesem Zeitpunkt war das für ihn ( naiv und nicht ahnend, was auf die Gefangenen zukommt) eher eine akzeptable und sogar willkommene Lösung. Besser als in seiner Stadt als Schwuler enttarnt zu werden und dafür ins Gefängnis zu kommen.
Trotz schrecklicher Lebensumstände im Lager überlebt Leo. Vielleicht oder gerade deshalb, weil er sich seine eigene Sicht der Dinge erschafft und letztendlich nach 4 Jahren das Lager als Zuhaue ansieht. Diese Zeit hat Leo und natürlich alle anderen Überlebenden so geprägt, daß sie kaum mit dem normalen Leben zurecht kamen. Viele brachten sich um und kaum einer sprach über die Zeit im Lager. Ich finde der Roman ist zutiefst bewegend und schön.

„Beeindruckend! Ergreifend!“

Annegret Klingbeil, Thalia-Buchhandlung Bad Oeynhausen

Hier wird vorgeführt, was Sprache vermag: Herta Müller jongliert mit ihr, spielt mit ihr, zeichnet anschauliche Bilder. Poetisch leicht, präzise, intensiv, fantasiereich - alles andere als alltäglich normal - beschreibt sie tieferschütterndes Erleben im russischen Arbeitslager. Das ungesagt Gebliebene, das zwischen den Zeilen unübersehbar Vorhandene erschreckt den Leser, lässt ihn förmlich erstarren, bei gleichzeitigem Staunen über die 'trotzdem'-Schönheit des Lebens und Hoffens, die sich in Leos Gedankenwelt formt.
Leo, bei seiner Deportation17-jährig, scheint sich innerlich gegen das Erwachsensein zu sträuben; mit seinen beinahe infantil wirkenden Vorstellungen - jedoch in diesen unglaublich weise - lehrt er den Leser: Sehnsucht.
Von der Diskrepanz zwischen wunderschöner, gar Wunder wirkender Sprache und dem stummen! Unrecht, das diese aber beschreibt, lebt Herta Müllers Werk. Geniale Kunst!
Hier wird vorgeführt, was Sprache vermag: Herta Müller jongliert mit ihr, spielt mit ihr, zeichnet anschauliche Bilder. Poetisch leicht, präzise, intensiv, fantasiereich - alles andere als alltäglich normal - beschreibt sie tieferschütterndes Erleben im russischen Arbeitslager. Das ungesagt Gebliebene, das zwischen den Zeilen unübersehbar Vorhandene erschreckt den Leser, lässt ihn förmlich erstarren, bei gleichzeitigem Staunen über die 'trotzdem'-Schönheit des Lebens und Hoffens, die sich in Leos Gedankenwelt formt.
Leo, bei seiner Deportation17-jährig, scheint sich innerlich gegen das Erwachsensein zu sträuben; mit seinen beinahe infantil wirkenden Vorstellungen - jedoch in diesen unglaublich weise - lehrt er den Leser: Sehnsucht.
Von der Diskrepanz zwischen wunderschöner, gar Wunder wirkender Sprache und dem stummen! Unrecht, das diese aber beschreibt, lebt Herta Müllers Werk. Geniale Kunst!

„Die Sprache macht es bemerkenswert!“

Saidjah Hauck, Thalia-Buchhandlung Köln, Rhein-Center

Herta Müller schreibt in kleinen, subtilen Kapiteln wie das Leben Im Straflager die Menschen prägt und verändert. Oft kommt die Geschichte in harmlosen Episoden daher, aber wenn man darüber nachdenkt, stockt einem der Atem. Die Sprache, präzise und poetisch, ohne ein Wort zuviel beleuchtet das Thema Diktatur und Straflager auf beeindruckender Weise. Unbedingt lesen. Herta Müller schreibt in kleinen, subtilen Kapiteln wie das Leben Im Straflager die Menschen prägt und verändert. Oft kommt die Geschichte in harmlosen Episoden daher, aber wenn man darüber nachdenkt, stockt einem der Atem. Die Sprache, präzise und poetisch, ohne ein Wort zuviel beleuchtet das Thema Diktatur und Straflager auf beeindruckender Weise. Unbedingt lesen.

„Dieses Buch ist unglaublich, eine Entdeckung, ein Gewinn für jeden, der es gelesen hat!“

Claudia Hüllmann, Thalia-Buchhandlung Magdeburg (Allee-Center)

Herta Müller erzählt die Geschichte von Leo, einem jungen Siebenbürger, der unter Stalin 6 Jahre in einem russischen Arbeitslager leben und beina-he sterben muss. Leo ist homosexuell, er hat schon einige Erfahrung in dieser Hinsicht und höllische Angst, entdeckt zu werden. So ist der Aufruf zu Deportation für ihn auch eine nicht unwillkommene Flucht aus der Pro-vinz. So denkt er, naiv und schicksalergeben am Anfang der Reise und wird schnell erfahren, dass diese Fahrt direkt in die Hölle führt. Was dieses Buch so einzigartig macht, ist die auf der einen Seite ganz infantile Berichterstattung von Leo, die in der Beschreibung all des Elends, der Morde, der Ratten und Flöhe, der entsetzlichen Arbeit und Kälte sehr an den Simplicissimus von Grimmelshausen erinnert und auf der anderen Seite die wunderbar lyrische Sprache, die Metapher enthält, das einem vor Ergriffenheit der Atem stockt. Die titelgebende Atemschaukel zum Beispiel bewegt sich, wenn sich der allgegenwärtige Hungerengel ganz tief im Rachen auf das Gaumensegel setzt. Bitte lesen!


Herta Müller erzählt die Geschichte von Leo, einem jungen Siebenbürger, der unter Stalin 6 Jahre in einem russischen Arbeitslager leben und beina-he sterben muss. Leo ist homosexuell, er hat schon einige Erfahrung in dieser Hinsicht und höllische Angst, entdeckt zu werden. So ist der Aufruf zu Deportation für ihn auch eine nicht unwillkommene Flucht aus der Pro-vinz. So denkt er, naiv und schicksalergeben am Anfang der Reise und wird schnell erfahren, dass diese Fahrt direkt in die Hölle führt. Was dieses Buch so einzigartig macht, ist die auf der einen Seite ganz infantile Berichterstattung von Leo, die in der Beschreibung all des Elends, der Morde, der Ratten und Flöhe, der entsetzlichen Arbeit und Kälte sehr an den Simplicissimus von Grimmelshausen erinnert und auf der anderen Seite die wunderbar lyrische Sprache, die Metapher enthält, das einem vor Ergriffenheit der Atem stockt. Die titelgebende Atemschaukel zum Beispiel bewegt sich, wenn sich der allgegenwärtige Hungerengel ganz tief im Rachen auf das Gaumensegel setzt. Bitte lesen!


Kundenbewertungen

Durchschnitt
20 Bewertungen
Übersicht
14
4
0
1
1

zu recht preisgekrönt
von Bianca Dobler aus Wien am 05.12.2011
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Alles, was ich habe, trage ich bei mir. Oder: Alles Meinige trage ich mit mir. Getragen habe ich alles, was ich hatte. Das Meinige war es nicht. Dieses sprachliche Meisterwerk hatte mich bereits nach der ersten Seite. Und zwar nicht wegen seiner Geschichte oder des Inhaltes, sondern einzig wegen seiner Liebe zur... Alles, was ich habe, trage ich bei mir. Oder: Alles Meinige trage ich mit mir. Getragen habe ich alles, was ich hatte. Das Meinige war es nicht. Dieses sprachliche Meisterwerk hatte mich bereits nach der ersten Seite. Und zwar nicht wegen seiner Geschichte oder des Inhaltes, sondern einzig wegen seiner Liebe zur Sprache. Ich habe die kunstvoll gewebten Sätze genossen, ebenso sehr wie die Beschreibungen die mir jeden Gegenstand und jede Person irgendwie zu eigen gemacht haben.

Lesenswert !!!
von einer Kundin/einem Kunden am 07.08.2011
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Nach vielen Interviews hat Herta Müller die Erfahrungen von Gulaghäftlingen in diesem Roman zusammengefasst. Die Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht lässt als Leser bei vollem Kühlschrank auf dem Sofa verzweifeln. Die Sichtweise des Gefangen und welche Bedeutung ein weißes Taschentuch bekommt oder die Ehrfurcht vor der fast gottgleichen Brotausgeberin in... Nach vielen Interviews hat Herta Müller die Erfahrungen von Gulaghäftlingen in diesem Roman zusammengefasst. Die Hoffnungslosigkeit und Ohnmacht lässt als Leser bei vollem Kühlschrank auf dem Sofa verzweifeln. Die Sichtweise des Gefangen und welche Bedeutung ein weißes Taschentuch bekommt oder die Ehrfurcht vor der fast gottgleichen Brotausgeberin in ihrer makellosen Hässlichkeit geben diesem Buch das gewisse etwas.Die Sprache ist ein Gedicht und für alle literarischen Verhungerten die richtige Nahrung.

Überschätzter Schmarrn
von einer Kundin/einem Kunden am 28.07.2011
Bewertet: Taschenbuch

Erstaunlich! Von den meisten Kritikern hymnisch gelobt, deutscher Buchpreis, Nobelpreis usw. Aber mein Geschmack ist es nicht. Belangloses Geschreibsel, nicht treffende Metaphern, uninteressante Beobachtungen und alles andere als "erschütternd". Ein langweiliges uninspiriertes Büchlein. Mein erstes und letztes Herta Müller Buch.