Die Tücke des Subjekts

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Ein Gespenst geht um in der akademischen Welt. Es ist das Gespenst des cartesianischen Subjekts. Kognitivisten und Psychoanalytiker, Dekonstruktivisten und Anhänger des New Age, Heideggerianer und Habermasianer, Feministinnen und Postmarxisten, Ökologen und Enthusiasten des Cyberspace – alle haben sie das Ziel, dem westlichen Denken dieses Gespenst auszutreiben, das vermeintlich für alle Plagen der Menschheit verantwortlich ist, von der ökologischen Bedrohung bis zur politischen Unterdrückung.
Žižek hingegen verteidigt das philosophisch und politisch subversive Erbe des cartesianischen Cogito. Dazu nimmt er den Dialog mit drei zentralen Thesen zur Subjektivität wieder auf: mit Heideggers Gedanken des nihilistischen Potentials der modernen Subjektivität, mit der gegenwärtigen politischen Philosophie und mit dem feministisch-dekonstruktivistischen Konzept der wechselnden Subjekt-Positionen/Identifizierungen. Und natürlich geht es auch darum, den Raum für radikales politisches Handeln unter den Bedingungen des globalen Kapitalismus zu öffnen.
Portrait
Slavoj Žižek wurde am 21. März 1949 in Ljubljana, Slowenien geboren und wuchs auch dort auf. Er studierte Philosophie und Soziologie an der Universität in Ljubljana und Psychoanalyse an der Universität Paris VIII. Seit den achtziger Jahren hat Žižek zahlreiche Gastprofessuren im Ausland inne, unter anderem an der Tulane University, New Orleans (1993), der Cardozo Law School, New York (1994), der Columbia University, New York (1995), in Princeton (1996) und an der New School for Social Research, New York (1997). Von 2000 bis 2002 leitete er eine Forschungsgruppe am kulturwissenschaftlichen Institut in Essen. Er war jahrelanger Herausgeber der Zeitschrift der slowenischen Lacan-Schule Wo Es war und setzte sich unter anderem mit der Philosophie des Deutschen Idealismus, mit Hegel und mit Karl Marx auseinander, sowie mit zeitgenössischen Denkansätzen aus dem Bereich des Poststrukturalismus, der Medientheorie, des Feminismus und der Cultural Studies. Heute lehrt an der European Graduate School, am Birkbeck College der University of London und am Institut für Soziologie der Universität von Ljubljana. Seine erste englischsprachige Buchveröffentlichung The Sublime Object of Ideology erschien 1989. Seitdem veröffentlichte Žižek über 20 Monographien, in denen er sich zunächst um eine lacanianische Lesart der Philosophie, der Populärkultur und in den letzten Jahren zunehmend der Politischen Theorie bemühte.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 547
Erscheinungsdatum 19.04.2010
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-29561-8
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 17,7/10,9/3,3 cm
Gewicht 333 g
Originaltitel The Ticklish Subject. The Absent Center of Political Ontology
Auflage 3
Übersetzer Eva Gilmer, Andreas Hofbauer, Hans Hildebrandt, Anne der Heiden
Buch (Taschenbuch)
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bemerkenswert
von einer Kundin/einem Kunden aus Bern am 11.07.2010

Bei aller Kritik ein bemerkenswertes Buch, das gesellschaftlich Interessierte mal gelesen haben sollten. Es ist eine andere Sicht auf die Krise des Kapitalismus, die Sicht eines Denkers aus dem ehemaligen Ostblock, der mit der "Wende" dieser Staaten zu Demokratie und Kapital konfrontiert wurde. Seine Sicht eröffnet neue Denkanstösse für... Bei aller Kritik ein bemerkenswertes Buch, das gesellschaftlich Interessierte mal gelesen haben sollten. Es ist eine andere Sicht auf die Krise des Kapitalismus, die Sicht eines Denkers aus dem ehemaligen Ostblock, der mit der "Wende" dieser Staaten zu Demokratie und Kapital konfrontiert wurde. Seine Sicht eröffnet neue Denkanstösse für alteingesessene Demokraten, die oft gar nicht so demokratisch sind, wie sie behaupten, denn alles wird unweigerlich dem Kapital unterworfen und hier liegt eben der Hase im Pfeffer, egal in welcher Staatsform gerade "regiert" wird. Am Ende steht und regiert quasi immer das Kapital, wer bezahlt, wer erhält, wer wird ausgeschlossen, wer muss überprüft werden und von wem usw...Zizeks Anleihen an Filme zB. finde ich sehr interessant und jüngere Leser werden das noch viel besser verstehen, als ältere Semester. Es regt an, auch andere Autoren zu lesen und das ist ein weiterer Pluspunkt, es lässt wohl niemanden kühl, was er da liest. Herausfordernd, intelligent, aktiv, statt passiv im Elfenbeinturm, schreitet der Text voran und hinterlässt zumindest Spuren. Ich bin eher überrascht davon, nachdem ich vorher einige abfällige Kritiken dazu gelesen habe, die nicht zuletzt von neoliberalen Haudegen kommen, welche die Finanzkrise aus lauter Gier mitverursacht haben.