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Winklers Traum vom Wasser

Roman

Anthony Doerr

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Beschreibung


Vielfach ausgezeichnet

David Winkler wächst in Anchorage, Alaska, auf, ein stiller Junge mit einer Vorliebe für Schnee und die Schönheit der Eiskristalle. Manchmal kann er Ereignisse sehen, bevor sie eintreten – ein Mann mit einer Hutschachtel wird von einem Bus angefahren werden, er wird sich in eine Frau in einem Supermarkt verlieben. Als David davon träumt, dass seine neugeborene Tochter bei einer Flut ums Leben kommt, flieht er panisch aus Cleveland, wo die Familie inzwischen lebt. Kann er so den Lauf der Dinge ändern?

„Ich liebe dieses wunderbare Buch – seine Andersartigkeit, seine Besessenheit, seine wunderschönen Sätze.“

Anthony Doerr, 1973 in Cleveland geboren, lebt mit seiner Familie in Boise, Idaho. Für seinen Roman „Alles Licht, das wir nicht sehen“ erhielt er 2015 den Pulitzer Prize. Der Roman wurde ein internationaler Bestseller und in mehr als 40 Sprachen übersetzt. Für seine Erzählungen und Romane wurde Doerr vielfach ausgezeichnet.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 496
Erscheinungsdatum 06.04.2010
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-73397-2
Verlag btb
Maße (L/B/H) 19/11,8/4 cm
Gewicht 396 g
Originaltitel About Grace
Übersetzer Judith Schwaab
Verkaufsrang 106663

Buchhändler-Empfehlungen

Kathrin Regel, Thalia-Buchhandlung Wetzlar

Sprachgewaltig und unglaublich detailverliebt. Dieser Roman ist schrecklich und schön zugleich, und irgendwie auch total abgefahren. Anthony Doerr ist ein Meister!

Kundenbewertungen

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Genial wie alle Bücher von Doerr!
von Tany Bee am 19.12.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

David Winkler hat furchtbare Träume. Und das allerschlimmste: er stellt schon als Kind fest, dass seine Träume manchmal Wirklichkeit werden, sie sind also eine Art Vision. Doch er weiß nicht, wie er mit diesen Träumen umgehen soll: Ist die Zukunft, die er sieht, schon in Stein gemeißelt? Oder handelt es sich eher um eine Art Wa... David Winkler hat furchtbare Träume. Und das allerschlimmste: er stellt schon als Kind fest, dass seine Träume manchmal Wirklichkeit werden, sie sind also eine Art Vision. Doch er weiß nicht, wie er mit diesen Träumen umgehen soll: Ist die Zukunft, die er sieht, schon in Stein gemeißelt? Oder handelt es sich eher um eine Art Warnung? Kann er den Lauf der Dinge noch verändern? Eines Tages träumt er, dass seine Tochter Grace bei einer Überflutung ertrinkt. Er ist bei ihr, aber er kann sie nicht retten. Aus Angst vor diesem Ereignis begibt er sich auf eine Flucht, vor sich selbst, vor seinen Träumen, vor der Zukunft. Wird er dadurch ihren Tod abwenden können? Dieses Buch hat mich am Anfang stark belastet. Ich wollte es schon abbrechen. Winklers Träume beherrschen sein ganzes Leben und dadurch wird auch sein waches Dasein zu einer Art Alptraum. Diese Passagen habe ich als sehr bedrückend empfunden. Manchmal dachte ich auch, dass Winkler sein Leben zu wenig in die Hand nimmt und sich zu sehr treiben und fremdbestimmen lässt. Aber: woran erkennt man ein gutes Buch? Es soll etwas auslösen im Leser, ihn bewegen. Und genau das hat es getan! Und während die Handlung fortschreitet sind die Gefühle auch nicht nur bedrückend sondern im positiven Sinne bewegend. Es war so ein Buch, bei dem man richtig traurig ist, wenn man es beendet hat. Es kommt einem vor, als wären gute Freunde in eine andere Stadt gezogen und man würde nichts mehr von ihnen hören. Winkler ist oft verschroben und seltsam in seinen Handlungen, aber er wächst einem so sehr ans Herz! Besonders schön finde ich auch die Themen im Buch, die immer wieder aufgriffen werden. Winkler ist Hydrologe und interessiert sich besonders für Schneekristalle. Die Schneekristalle geben dem Buch einen besonderen Glanz. Schade, dass sie nicht auch im Cover aufgegriffen wurden. Anthony Doerr ist ein genialer Autor. Mein erstes Buch von ihm war „Alles Licht, dass wir nicht sehen“ und es ist ein Meisterwerk. Auch „Memory Wall“ konnte mich absolut begeistern. Ich hoffe, er schreibt noch viele, viele Bücher. Mein Fazit: Große Leseempfehlung! Für alle Bücher von Anthony Doerr!

Wunderschöne Sprache
von Delena aus Duisburg am 09.09.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

David Winkler ist ein ruhiger, eher unauffälliger Mann. Er ist Meteorologe mit einem ganz speziellen Interesse an Wasser. Er ist fasziniert von Eiskristallen und Schneeflocken und das schon seit seiner Kindheit, die er in Alaska verbracht hat. Aber etwas besonderes gibt es an David Winkler schon, er hat gelegentlich Träume, ... David Winkler ist ein ruhiger, eher unauffälliger Mann. Er ist Meteorologe mit einem ganz speziellen Interesse an Wasser. Er ist fasziniert von Eiskristallen und Schneeflocken und das schon seit seiner Kindheit, die er in Alaska verbracht hat. Aber etwas besonderes gibt es an David Winkler schon, er hat gelegentlich Träume, die ihn in die Zukunft sehen lassen. Eines Nachts hat er einen Traum, in dem sein Haus überflutet wird. Er schafft es im Traum letztendlich nicht, seine kleine Tochter zu retten. Winkler verlässt also sein Zuhause in der Hoffnung, Grace so retten zu können. Anthony Doerr versteht es eindringlich, mit starken aber nie überladenen Formulierungen, die Geschichte eines Mannes aufzuzeigen, der kein Held ist. Winkler ist zurückhaltend, eher still, aber wenn es um seine Frau und seine Tochter geht, kommt er aus sich heraus und verfolgt sein Ziel. Auf der Insel, auf der er 25 Jahre lebt, denkt er ständig an seine Familie. Er schreibt täglich Briefe, in der Hoffnung, dass alles wieder gut wird. Mittellos und allein lernt er Menschen kennen, die sich seiner annehmen. Beim Lesen fühlt man nicht nur mit dem Hauptprotagonisten David Winkler mit. Der Autor beschreibt detailliert und gefühlvoll auch die Personen, mit denen Winkler Kontakt hat. Auch die Familie, bei der Winkler zunächst unterkommt, ist einst geflohen und hat mit Problemen zu kämpfen. Winkler sieht vieles mit einem besonderen Blick. Er hat ein Auge für die Natur, verbringt während seiner Zeit auf der Insel viel Zeit im Freien und hat immer noch diese spezielle Beziehung zum Wasser. Während des Lesens kann man fühlen, was Winkler fühlt und nimmt an seinen Gedanken teil. Anthony Doerr versteht es wunderbar, die Empfindungen seiner Figuren zum Leser zu transportieren. Nach "Memory Wall" ist "Winklers Traum vom Wasser" das zweite Werk des Autors, dass ich lese und es wird nicht mein letztes sein.

Ein schönes und berührendes Buch...
von Mundolibris aus Frankfurt am Main am 11.08.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Nach „Alles Licht, das wir nicht sehen“ war ich extrem neugierig auf dieses Buch. Und ich wurde wieder nicht enttäuscht. Allerdings wundert es mich, dass ich das Buch erst jetzt entdecke. Anthony Doerr versteht es seine Leser immer wieder aufs Neue in seinen Bann zu ziehen und so zu fesseln, dass es schwer fällt das Buch beisei... Nach „Alles Licht, das wir nicht sehen“ war ich extrem neugierig auf dieses Buch. Und ich wurde wieder nicht enttäuscht. Allerdings wundert es mich, dass ich das Buch erst jetzt entdecke. Anthony Doerr versteht es seine Leser immer wieder aufs Neue in seinen Bann zu ziehen und so zu fesseln, dass es schwer fällt das Buch beiseite zu legen Und so kam es wie s kommen musste, ich habe das Buch in nur eineinhalb Tagen durchgelesen. Dabei ist s eher ein Buch zum Genießen, ein Buch welches man vielleicht eher Kapitelweise oder besser noch zwei oder drei Seiten jeweils liest, denn dann hat man länger Freude daran. Figuren und Schauplätze sind sehr schön plastisch beschrieben, dass es wirklich so erscheint, dass man dabei wäre und nicht nur am Rande als Leser. Es ist auch ein Buch welches das Kopfkino beim Leser rattern lässt, so wie ein bunter Farbenfroher Film. Poetisch und sprachlich sehr ansprechend war das Buch ein wahrer Genuss, aber es ist kein Buch das man einfach mal auf die Schnelle nebenbei lesen sollte. Denn dann würde einfach zu viel vom Zauber verloren gehen. Nur wenigen Autoren ist es in die Wiege gelegt so zu schreiben wie Anthony Doerr. Man kann sich schon heute auf das was da noch kommen mag freuen, denn ich finde, dass die Bücher des Autors das Zeug dazu haben irgendwann einmal zu Klassikern zu werden. Selten hatte ich beim schreiben meiner Meinung zu einem Buch das Gefühl dem so wenig gerecht werden zu können wie hier. Dennoch hier von mir 5 Sterne sowie eine Leseempfehlung von mir.

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  • Er bahnte sich einen Weg durch das Gewühl und blieb bei einem hohen Fenster stehen, um einem Mann zuzuschauen, der draußen mit zwei orangefarbenen Stöcken einen Jet in Halteposition dirigierte. Der Himmel über der Rollbahn war makellos, jenes unerbittliche tropische Blau, an das er sich nie so recht gewöhnt hatte. Am Horizont hatten sich Wolken aufgetürmt: cumulus congestus, Zeichen für irgendeine Störung, die dort draußen, über dem Meer, unterwegs war.
    Der schmale Rahmen eines Metalldetektors wartete auf seine Touristenschlange. In der Abflughalle: zollfreier Rum, Paradiesvögel in Zellophanhüllen, Halsketten aus Muscheln. Er zog einen Notizblock und einen Stift aus seiner Hemdtasche.
    Das menschliche Gehirn, schrieb er, besteht zu fünfundsiebzig Prozent aus Wasser. Unsere Zellen sind kaum mehr als kleine Beutelchen, in denen wir Wasser mit uns herumtragen. Wenn wir sterben, fließt es aus uns heraus in den Boden, die Luft und in die Bäuche der Tiere, um dann wieder in etwas enthalten zu sein. Die Eigenschaften flüssigen Wassers sind folgende: Es hält seine Temperatur länger als Luft; es ist haftend und elastisch; es ist ständig in Bewegung. All das sind die Grundlagen der Hydrologie; es sind Dinge, die man wissen sollte, wenn man wissen will, wer man ist.
    Er ging durch das Gate. Auf der Einstiegstreppe, fast im Flugzeug, stieg ein Gefühl der Beklemmung in ihm hoch. Er hielt sich am Geländer fest, den Seesack im Arm. Eine Schar Vögel - vielleicht Sperlingstauben - landete auf einem Streifen gemähten Grases am hinteren Ende der Rollbahn, einer nach dem anderen. Die Passagiere hinter ihm wurden unruhig. Eine Flugbegleiterin hob ungeduldig die Hände, nahm ihn am Arm und brachte ihn ins Flugzeuginnere.
    Als der Jet beschleunigte und in den Steigflug ging, war es wie der Beginn eines intensiven und gefahrvollen Traums. Er drückte die Stirn gegen das Fenster. Langsam breitete sich unter dem Flugzeugflügel der Ozean aus; der Horizont kippte und verschwand aus dem Blickfeld. Als das Flugzeug in die Kurve ging, tauchte plötzlich die Insel wieder auf, üppig grün, vom Riff umsäumt. Einen Moment lang konnte er im Krater des Soufrière ein perlgrünes Stück Wasser sehen. Dann flogen sie in eine Wolkenbank, und die Insel war verschwunden.
    Die Frau auf dem Sitz neben ihm hatte einen Roman aus der Tasche gezogen und begann zu lesen. Das Flugzeug stieg in die Troposphäre empor. Eisblumen wuchsen zwischen den Scheiben wie kleine Farnwedel. Hinter ihnen war der Himmel blendend weiß und kalt. Er blinzelte und putzte sich mit einem Ärmel die Brille. Langsam flogen sie der Sonne entgegen.

    Er hieß David Winkler, und er war neunundfünfzig Jahre alt. Nach fünfundzwanzig Jahren fuhr er zum ersten Mal wieder nach Hause - wenn man es noch «zu Hause» nennen konnte. Er war Vater gewesen, Ehemann und Hydrologe. Er war sich nicht sicher, ob auch nur eins von diesen Dingen noch seine Gültigkeit besaß.
    Sein Flug führte von Kingstown, St. Vincent, nach Cleveland, Ohio, mit Zwischenstopp in Miami. Aus den Lautsprechern an der Decke berichtete der Erste Offizier über Geschwindigkeit und Flughöhe. Bei Puerto Rico sei mit Turbulenzen zu rechnen. Der Kapitän werde das Anschnallzeichen eingeschaltet lassen.
    Winkler blickte sich in der Kabine um. Die Passagiere - die meisten von ihnen Amerikaner - lasen, schliefen, unterhielten sich leise miteinander. Ein blonder Mann hielt der Frau neben Winkler die Hand.
    Auf einer neuen, unbeschriebenen Seite notierte er: Wir sind allein. Allein kommen wir auf diese Welt, und allein verlassen wir sie wieder.
    Er schloß die Augen, lehnte den Kopf gegen das Fenster und glitt ein paar Minuten später in eine Art Schlaf. Schwitzend wachte er wieder auf. Die Frau neben ihm rüttelte ihn an der Schulter. «Sie müssen schlecht geträumt haben», sagte sie. «Ihre Beine haben gezittert. Und Ihre Hände. Sie drückten sie gegen das Fenster.»
    «Es ist alles in Ordnung.» Draußen vor dem Fenster wogten hohe Türme von Kumuluswolken an ihnen vorbei. Er wischte sich das Gesicht mit seinem Ärmel ab.
    Einen Moment lang ruhte ihr Blick auf ihm, dann wandte sie sich wieder ihrem Roman zu. Er saß eine Weile da und betrachtete die Wolken. Schließlich sagte er mit resignierter Stimme: «Das Fach über Ihnen ist nicht richtig zu. Wenn es Turbulenzen gibt, wird es aufgehen, und die Tasche darin wird herausfallen.»
    Sie blickte auf. «Was?»
    «Das Handgepäck. Im Fach.» Er wies mit dem Kinn nach oben. «Irgendwie ist die Klappe nicht richtig zu.»
    Sie beugte sich über den blonden Mann neben ihr in den Gang hinaus. «Wirklich? Wie können Sie das von dort aus erkennen?» Sie stieß den blonden Mann leicht an, sagte etwas, und der Mann blickte hoch und sagte, das Fach sei bombenfest verschlossen.
    «Sind Sie sicher?»
    «Ziemlich.»
    Die Frau wandte sich Winkler zu. «Ist schon in Ordnung. Danke schön.» Sie schaute wieder in ihr Buch. Drei oder vier Minuten später ging ein heftiger Ruck durch das Flugzeug; eine ewige Sekunde lang sackte die Kabine nach unten ab. Über ihnen rumpelte das Handgepäck; mit einem Klicken sprang die Klappe auf, und eine Tasche fiel in den Gang. Aus dem Inneren des Gepäckstücks war ein gedämpftes Klirren zu hören, wie von zerbrechendem Glas.
    Der blonde Mann hob die Tasche auf, schaute hinein und fluchte. Das Flugzeug fing sich wieder. Die Tasche war aus Stroh und mit einem Segelboot bedruckt. Kopfschüttelnd begann der Mann, die Scherben von etwas herauszuziehen, das aussah wie ein Set Martinigläser. Eine Flugbegleiterin ging zwischen den Sitzreihen in die Hocke und sammelte die Glasstücke in eine Spucktüte.
    Eine Hand über dem Mund, starrte die Frau auf dem Mittelplatz Winkler an.
    Er blickte reglos aus dem Fenster. Die Reifschicht zwischen den Scheiben wurde größer, wuchs an winzigen Stellen zusammen. Ein paar Quadratzentimeter zarter Federn, ein zweidimensionales Wunderland aus Eis.
    Er nannte sie Träume. Keine Prophezeiungen oder Visionen im engeren Sinn, auch keine Vorahnungen oder Vorausdeutungen. Wenn er sie als Träume sah, kam er dem am nächsten, was sie eigentlich waren: Wahrnehmungen - sogar echte Erlebnisse -, die ihn überkamen, wenn er schlief, und wieder verblaßten, wenn er aufwachte, nur um dann zurückzukehren, Minuten oder Stunden oder Tage später.