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Blutvertrag

Roman


Stell dir vor, du stehst einem Killer im Weg ...

Das harmlose Vorhaben, sich in der Kneipe eines Freundes ein Feierabendbier zu genehmigen, wird für Timothy Carrier zum Albtraum: Ein nervös wirkender Mann steckt ihm einen Umschlag zu mit den Worten: »Zehntausend. Der Rest folgt, wenn sie erledigt ist.« Ehe Tim das Missverständnis aufklären kann, erscheint der »richtige« Auftragskiller. Tim bleibt nur wenig Zeit, um sich und die todgeweihte Frau zu retten ...

Portrait
Dean Koontz wurde 1945 in Pennsylvania geboren und lebt heute mit seiner Frau in Kalifornien. Seine zahlreichen Romane – Thriller und Horrorromane – wurden in 38 Sprachen übersetzt und sämtlich zu internationalen Bestsellern. Weltweit wurden bislang 400 Millionen Exemplare seiner Bücher verkauft.
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  • Zur falschen Zeit am rechten Ort

    Wenn eine Eintagsfliege über einen Tümpel gleitet, hinterlässt sie nur eine kurze Spur im Wasser, fein wie Spinnweben. Indem sie so tief fliegt, entgeht sie Vögeln und Fledermäusen, die im Flug jagen.
    Mit seinen ein Meter neunzig, einem Gewicht von fünfundneunzig Kilogramm, großen Händen und noch größeren Füßen konnte sich Timothy Carrier nicht in so geringer Höhe bewegen wie eine übers Wasser gleitende Eintagsfliege, aber er versuchte sein Bestes.
    Mit schweren Arbeitsstiefeln und einem John-Wayne-Gang, der ihm angeboren war und den er nicht ändern konnte, betrat er dennoch unauffällig die Lamplighter Tavern und gelangte bis ans andere Ende des Raums, ohne Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Keiner der drei Männer in der Nähe der Tür, an der kurzen Seite der L-förmigen Theke, würdigte ihn eines Blickes. Ebenso wenig die Pärchen, die in zwei der Nischen lümmelten.
    Als er sich auf dem letzten Hocker dort niederließ, wo es jenseits des letzten Deckenstrahlers, der das dunkle Mahagoni der Theke zum Glänzen brachte, schummerig war, seufzte er erleichtert. Von der Eingangstür aus gesehen, war er nun der kleinste Kerl im Raum.
    Betrachtete man das vordere Ende der Kneipe als Führerstand einer Lokomotive, so war dies der letzte Wagen. Wer sich hier an einem ruhigen Montagabend niederließ, war wahrscheinlich einer von der stillen Sorte.
    Liam Rooney, der Wirt und heute Abend der einzige Mann hinter der Theke, zapfte ein Bier und stellte es Tim hin.
    »Irgendwann wirst du hier mal mit 'ner Verabredung aufkreuzen«, sagte Rooney, »dann trifft mich vor Schreck der Schlag.«
    »Wieso sollte ich in diese Bruchbude wohl eine Frau mitschleppen?«
    »Kennst du denn noch was anderes als diese Bruchbude?«
    »Da gibt's auch noch den Donut-Schuppen, wo ich gern hingehe.«
    »Na, klar. Nachdem ihr beide ein Dutzend Donuts verputzt habt, fährst du mit ihr zu einem von den großen, teuren Restaurants in Newport Beach, wo ihr euch auf den Bordstein hockt und zuschaut, wie die Pagen mit den ganzen schicken Schlitten rumrangieren.«
    Tim nippte an seinem Bier, während Rooney über die ohnehin saubere Theke wischte. »Du hast Glück, dass du so jemanden wie Michelle gefunden hast«, sagte Tim schließlich. »So was stellen sie heute nicht mehr her.«
    »Michelle ist dreißig, genauso alt wie wir beide. Wenn man so was heute nicht mehr herstellt, wo ist sie dann wohl hergekommen?«
    »Ist mir ein Rätsel.«
    »Um gewinnen zu können, muss man erst mal mitspielen«, sagte Rooney. »Tu ich doch.«
    »Alleine mit dem Basketball in den Park zu trotten, um am Korb Zielübungen zu machen, ist kein Spiel.«
    »Mach dir um mich bloß keine Sorgen. Die Frauen rennen mir regelrecht die Bude ein.«
    »Schon möglich«, sagte Rooney, »aber sie kommen zu zweit und wollen dir von Jesus erzählen.«
    »Da ist doch nichts dagegen zu sagen. Die machen sich eben Sorgen um meine Seele. Sag mal, hat dir schon mal jemand gesagt, dass du ein ganz schön sarkastisches Arschloch bist?«
    »Du. Mindestens tausendmal. Ich krieg es nie über, das zu hören. Übrigens, vorhin war ein Typ hier, vierzig Jahre alt, nie verheiratet gewesen, und jetzt hat man ihm die Eier abgeschnitten.«
    »Wer hat ihm die Eier abgeschnitten?«
    »Irgendwelche Ärzte.«
    »Krieg doch mal raus, wie die heißen«, sagte Tim. »Bei einem von denen will ich nämlich nicht zufällig landen.«
    »Der Typ hatte Krebs. Die Sache ist nur die - jetzt kann er keine Kinder mehr bekommen.«
    »Was ist so toll daran, Kinder zu bekommen, wenn die Welt so ist, wie sie ist?«
    Rooney sah aus wie ein selbst ernannter Karatekämpfer, der zwar noch kein einziges Mal beim Training gewesen war, aber trotzdem versucht hatte, mit seinem Schädel eine Menge Betonklötze zu zertrümmern. In seinen blauen Augen glomm jedoch ein warmes Licht, und ein gutes Herz hatte er auch.
    »Darum geht es ja gerade«, sagte er. »Eine Frau, Kinder, einen Ort, an dem man sich festhalten kann, während der Rest der Welt vor die Hunde geht.«
    »Methusalem ist neunhundert Jahre alt geworden und hat bis zum Ende Kinder gezeugt.«
    »Das ist aber schon 'ne Weile her.«
    »Ändert nichts an den Fakten.«
    »Das heißt, du willst was tun? - Mit der Familiengründung warten, bis du so an die sechshundert bist?«
    »Du und Michelle, ihr habt ja auch noch keine Kinder.«
    »Wir arbeiten daran.« Rooney beugte sich vor und stützte die verschränkten Arme auf die Theke, sodass er auf Augenhöhe mit Tim war. »Und was hast du heute eigentlich getan, Türsteher?«
    Tim runzelte die Stirn. »Nenn mich nicht so.«
    »Also, was hast du heute getan?« »Das Übliche. Irgendeine Mauer gebaut.« »Und was wirst du morgen tun?« »Irgendeine andere Mauer bauen.« »Für wen?«
    »Für den, der mich bezahlt.«
    »Ich arbeite siebzig Stunden pro Woche in dieser Bude, manchmal auch länger, aber nicht für die Gäste.«
    »Das merken deine Gäste auch«, versicherte ihm Tim.
    »Und wer ist jetzt das sarkastische Arschloch?«
    »Den Meistertitel hast noch immer du, aber ich profiliere mich gerade als Herausforderer.«
    »Ich arbeite für Michelle und für die Kinder, die wir bekommen werden. Man braucht einfach jemand, für den man arbeitet, abgesehen von dem, der einen bezahlt. Man braucht jemand Besonderen, mit dem man etwas aufbauen und eine Zukunft teilen kann.«
    »Liam, du hast wirklich wunderschöne Augen.«
    »Ich und Michelle - wir machen uns Sorgen um dich, Alter.«
    Tim spitzte die Lippen.
    »Alleinsein tut keinem gut«, sagte Rooney.
    Tim machte Kussgeräusche.
    Rooney beugte sich vor, bis ihre Gesichter nur noch wenige Zentimeter voneinander entfernt waren. »Willst du etwa mit mir knutschen?«
    »Na ja, wo ich dir offenbar so wichtig bin ...«
    »Ich pflanze gleich meinen Hintern auf die Theke. Den kannst du gerne knutschen.«
    »Nein danke. Dafür sind meine Lippen mir dann doch zu schade.«
    »Weißt du, was dein Problem ist, Türsteher?« »Fängst du schon wieder an.« »Autophobie.«
    »Quatsch. Ich hab doch keine Angst vor Autos!«
    »Du hast Angst vor dir selbst. Nein, das stimmt auch nicht ganz. Du hast Angst vor deinem Potenzial.«
    »Und du würdest einen prima Highschool-Psychologen abgeben«, sagte Tim. »Ich dachte, hier gibt's kostenlose Salzbrezeln. Wo sind meine Brezeln?«

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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 399
Erscheinungsdatum 06.04.2010
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-453-43340-3
Verlag Heyne
Maße (L/B/H) 18,8/11,9/3,2 cm
Gewicht 330 g
Originaltitel The Good Guy
Übersetzer Bernhard Kleinschmidt
Verkaufsrang 42799
Buch (Taschenbuch)
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Koontz ist einfach führend im Fach der Psychothriller... Sehr guter Titel

Lowey Diana, Thalia-Buchhandlung Muenster

Ein nicht ganz so guter Koontz. Es gibt aber schlechtere Bücher. Schon spannend und flüssig zu lesen.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
8 Bewertungen
Übersicht
4
3
1
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Spannung läßt auf sich warten
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 22.12.2017
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Koontz hat schon bessere Bücher geliefert. Kaum Spannung und auch der gewhonte überaschungseffekt ist nicht vorhanden. nach dem Druidentor ist dieses Buch eher eine Entäuschung

Blutvertrag
von Anne aus Niederwerth am 17.04.2011

Tim wird ungewollt in einen Auftragsmord involviert. Jedoch möchter er dem recht attraktiven Opfer helfen. Es beginnt eine Jagd wo man urplötzlich niemanden trauen kann. Spannend mit überraschenden Wendungen fesselt dieses Buch bis zur letzten Seite.

Wieder spannend bis zum Schluß
von einer Kundin/einem Kunden am 05.04.2011

Koontz schreibt immer spannend und man möchte die Bücher nicht aus der Hand legen. Wieder einmal wurde ich nicht enttäuscht. Das Buch kann man nur empfehlen!