Die Teilacher

Roman

(13)
Frankfurt am Main, 1946. Ausgerechnet nach Deutschland, ins Land der Täter sind sie gekommen.

"Michel Bergmann erzählt in seinem anrührenden Buch von Menschen, die sich in harten Zeiten durchgeschlagen haben und die versuchten, ihrem verlorenen Leben wieder einen Sinn zu geben. Ein außergewöhnlicher Roman, dramatisch, bitter und voll liebenswertem Humor." Senta Berger

1972, David Bermann, der "Einstein unter den Teilachern", ist tot. 75. Ist doch kein Alter. Es ist der 11. Januar, als sich Verständig, Fajnbrot und Szoros in ihrem Stammcafé einfinden, nachdem sie David im strömenden Regen beerdigt haben. Man redet natürlich über alte Zeiten...
1946, Frankfurt am Main. Sie hausen in ausrangierten Güterwaggons, in Kellern, halben Ruinen, ehemaligen Krankenhäusern. Die Treppen baufällig, die Nachbarn grimmig. Das politische Klima frostig, der Blick in die Zukunft schemenhaft. David Bermann, Jossel Fajnbrot, Emil Verständig, Moische Krautberg, Max Holzmann und die anderen, sie sind zurückgekehrt. Wie ist es ihnen ergangen? Fast alle waren aus den Lagern gekommen, oft als einzig Überlebende in ihrer Familie. Doch jetzt ist Aufbruch angesagt: Bei Eis und Schnee, bei Regen und Sonnenschein, mit Citroën und Horch, mit Volkswagen, Opel und Tempo-Dreiradpritsche sind sie Tag für Tag unterwegs, um allerlei Dinge zu verkaufen. Wie viel Kraft hat es gekostet, wieder an Liebe, Nestbau und Zukunft zu glauben?
1972, gebannt lauscht der junge Alfred Kleefeld den Geschichten der alten Männer nach der Beerdigung seines Onkels David Bermann. Am Ende erfährt Alfred von einer wunderbaren Liebesgeschichte in dunklen Zeiten und von einem Geheimnis, das sein Leben für immer verändern wird.
Michel Bergmann erzählt in diesem berührenden, zugleich humorvollen Roman, was sie, die Teilacher, aus ihrem Leben gemacht haben und wie sie sich mit viel Chuzpe durch die wilden Jahre kämpften.
Portrait
Michel Bergmann wurde als Kind jüdischer Eltern in einem Internierungslager in der Schweiz geboren. Nach einigen Jahren in Paris ziehen die Eltern nach Frankfurt am Main. Bergmann absolvierte eine Ausbildung bei der Frankfurter Rundschau, wird er freier Journalist, später Autor, Regisseur und Produzent; er verfasst Drehbücher für Film und Fernsehen.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 284
Erscheinungsdatum 19.02.2010
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7160-2628-1
Verlag Arche Verlag
Maße (L/B/H) 20,9/13,5/2,8 cm
Gewicht 415 g
Buch (gebundene Ausgabe)
19,90
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„Ein kleines und doch großartiges Stück deutscher Nachkriegsgeschichte. “

Claudia Engelmann, Thalia-Buchhandlung Korbach

Teilacher? Noch nie gehört – aber schon bin ich neugierig geworden. Ich erfahre, dass dies ein Begriff aus dem jiddisch-berlinerischen Milieu ist, von „teilachen“ kommt und in der Umgangssprache „abhauen“ bedeutet. Aber eigentlich bezeichnet man hierzulande mit diesem Wort jüdische Handelsvertreter, die von Tür zu Tür reisen und ihre Ware verkaufen. Und sich dabei oft Wehrmann nennen…warum das so ist, kann man unter anderem in dem großartigen Debütroman von Michel Bergmann erfahren, der ein unvergleichliches Buch über diesen in Vergessenheit geratenen Berufszweig geschrieben hat. Die Geschichte beginnt 1972 in Frankfurt, wo der junge Alfred Kleefeld gerade seinen alten Onkel David Bermann zu Grabe getragen hat. Beim Auflösen des Nachlasses und beim Leichenschmaus mit ehemaligen Kollegen und Freunden gerät Alfred schnell in den Bann der „guten, alten Zeit“, von der die Teilacher Jossel Fajnbrot, Emil Verständig, Max Holzmann und Moische Krautberg bewegt erzählen. Allen war gemeinsam, dass sie die dunklen Jahre des Dritten Reichs in diversen Lagern überlebt hatten, oft als die einzig Überlebenden in ihren Familien und nun auf sich gestellt einen Neubeginn im Land der Täter wagen wollten. Damals gründeten Max Holzmann und David Bermann kurz nach dem Krieg ihre erste eigene Firma, finanziert mit Schwarzmarktgeschäften. Da musste vor allem schnell Ware her, genauso wie eine patente Sekretärin und natürlich Teilacher, diese besonderen Verkaufstalente. Und so ging alles seinen Gang, zunächst „sperrige Deutsche“ wurden überzeugt, überredet und charmant um den Finger gewickelt, denn fast jedes Aussteuerwäschepaket der Nachkriegszeit ist „durch die Hände eines fleißigen Teilachers gegangen, schwer verkauft mit Lachen, Lügen und Weinen“. Am Ende erfährt nicht nur Alfred sondern auch der Leser mehr vom Leben und Leiden der jüdischen Mitbürger während und nach dem Krieg und kann sich manchmal vor Lachen kaum halten, auch wenn das Grinsen oft zu gefrieren droht. Aber es ist nun einmal ein herrlich witziges, schelmisches und hinreißendes Buch, mit eben genau diesem typischen jüdischen Witz und Humor, der mitten ins Schwarze trifft. So gelingt Michel Bergmann ein berührendes Porträt einer mit Chuzpe und Maseltov gesegneten Generation, erzählt mit großer Wärme und Liebe zu den einzelnen Personen, gewürzt mit jiddischen Ausdrücken und Sprachwitz. Teilacher? Noch nie gehört – aber schon bin ich neugierig geworden. Ich erfahre, dass dies ein Begriff aus dem jiddisch-berlinerischen Milieu ist, von „teilachen“ kommt und in der Umgangssprache „abhauen“ bedeutet. Aber eigentlich bezeichnet man hierzulande mit diesem Wort jüdische Handelsvertreter, die von Tür zu Tür reisen und ihre Ware verkaufen. Und sich dabei oft Wehrmann nennen…warum das so ist, kann man unter anderem in dem großartigen Debütroman von Michel Bergmann erfahren, der ein unvergleichliches Buch über diesen in Vergessenheit geratenen Berufszweig geschrieben hat. Die Geschichte beginnt 1972 in Frankfurt, wo der junge Alfred Kleefeld gerade seinen alten Onkel David Bermann zu Grabe getragen hat. Beim Auflösen des Nachlasses und beim Leichenschmaus mit ehemaligen Kollegen und Freunden gerät Alfred schnell in den Bann der „guten, alten Zeit“, von der die Teilacher Jossel Fajnbrot, Emil Verständig, Max Holzmann und Moische Krautberg bewegt erzählen. Allen war gemeinsam, dass sie die dunklen Jahre des Dritten Reichs in diversen Lagern überlebt hatten, oft als die einzig Überlebenden in ihren Familien und nun auf sich gestellt einen Neubeginn im Land der Täter wagen wollten. Damals gründeten Max Holzmann und David Bermann kurz nach dem Krieg ihre erste eigene Firma, finanziert mit Schwarzmarktgeschäften. Da musste vor allem schnell Ware her, genauso wie eine patente Sekretärin und natürlich Teilacher, diese besonderen Verkaufstalente. Und so ging alles seinen Gang, zunächst „sperrige Deutsche“ wurden überzeugt, überredet und charmant um den Finger gewickelt, denn fast jedes Aussteuerwäschepaket der Nachkriegszeit ist „durch die Hände eines fleißigen Teilachers gegangen, schwer verkauft mit Lachen, Lügen und Weinen“. Am Ende erfährt nicht nur Alfred sondern auch der Leser mehr vom Leben und Leiden der jüdischen Mitbürger während und nach dem Krieg und kann sich manchmal vor Lachen kaum halten, auch wenn das Grinsen oft zu gefrieren droht. Aber es ist nun einmal ein herrlich witziges, schelmisches und hinreißendes Buch, mit eben genau diesem typischen jüdischen Witz und Humor, der mitten ins Schwarze trifft. So gelingt Michel Bergmann ein berührendes Porträt einer mit Chuzpe und Maseltov gesegneten Generation, erzählt mit großer Wärme und Liebe zu den einzelnen Personen, gewürzt mit jiddischen Ausdrücken und Sprachwitz.

Julia Weßbecher, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

In der Tradition jüdischen Humors erzählte Familiengeschichte. Sehr lesenswert ! In der Tradition jüdischen Humors erzählte Familiengeschichte. Sehr lesenswert !

Claudia Tross, Thalia-Buchhandlung Offenbach

Beeindruckender Roman der Nachkriegszeit, mit viel Witz und Details werden die jüdischen "Teilacher" geschildert, ein anrührender, schöner, auch trauriger Roman mit Fortsetzung ... Beeindruckender Roman der Nachkriegszeit, mit viel Witz und Details werden die jüdischen "Teilacher" geschildert, ein anrührender, schöner, auch trauriger Roman mit Fortsetzung ...

„Ja, es gab sie...“

Sabine Rößler, Thalia-Buchhandlung Wildau

die überlebenden Juden, die nach 1945 zurück nach Deutschland kamen und hier blieben. Viele von Ihnen waren Teilacher,das heißt, sie verkauften Weisswäsche und Aussteuerpakete an die Deutschen. Und das nicht immer ganz legal. Das sind ihre Geschichten. Warmherzig erzählt, manchmal witzig, oft tot traurig aber immer lesenswert. Dieser Roman ist keine Betroffenheitsliteratur, auch wenn einem das Lachen manchmal im Halse stecken bleibt. Michael Bergmann ist ein Roman gelungen der von Rückkehr und Bleiben handelt, und vom Leben nach dem Krieg. Absolut lesenswert. die überlebenden Juden, die nach 1945 zurück nach Deutschland kamen und hier blieben. Viele von Ihnen waren Teilacher,das heißt, sie verkauften Weisswäsche und Aussteuerpakete an die Deutschen. Und das nicht immer ganz legal. Das sind ihre Geschichten. Warmherzig erzählt, manchmal witzig, oft tot traurig aber immer lesenswert. Dieser Roman ist keine Betroffenheitsliteratur, auch wenn einem das Lachen manchmal im Halse stecken bleibt. Michael Bergmann ist ein Roman gelungen der von Rückkehr und Bleiben handelt, und vom Leben nach dem Krieg. Absolut lesenswert.

Ulrike Kaiser, Thalia-Buchhandlung Mülheim Rhein-Ruhr-Zentrum

Mit viel Humor und Schlitzohrigkeit bauen sich jüdische Überlebende im Nachkriegsdeutschland eine neue Existenz auf: Niemals die Hoffnung oder gar das Leben aufgeben! Mit viel Humor und Schlitzohrigkeit bauen sich jüdische Überlebende im Nachkriegsdeutschland eine neue Existenz auf: Niemals die Hoffnung oder gar das Leben aufgeben!

„Eine ungewöhnliche, jüdische Familiengeschichte“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

2010 ist der erste Roman von Michel Bergmann im Arche Verlag erschienen und hat ein großes und positives Echo im Feuilleton bekommen. Jetzt ist endlich als Taschenbuch im DTV Verlag erschienen.

Michael Bergmann erzählt darin die Geschichte von David Berman. David Berman war ein großer Teilacher, d.h. er war ein mit allen Wassern gewaschener Handlungsreisender. 1972 stirbt er und sein Stiefsohn Alfred Kleefeld muss sein Zimmer in einem jüdischen Altenwohnheim in Frankfurt auflösen. Bei der Beerdigung trifft er einige andere Teilacher, mit denen David nach dem 2. Weltkrieg zusammengearbeitet hat. Sie erinnern sich an ihre gemeinsame Zeit und erzählen Alfred ihre Geschichten.

Michael Bergmann erzählt eine großartige jüdische Familiengeschichte aus dem 20. Jahrhundert. David Bermann wurde in Galizien geboren, kam aber mit seinen Brüdern Anfang der zwanziger Jahre nach Frankfurt und baute dort ein bedeutendes Kaufhaus auf. Ihm selber lag es allerdings viel mehr als Handlungsreisender zu arbeiten und so hat er hiermit seinen Teil zum Geschäft beigetragen. Die Familie kann Ende der dreißiger Jahre noch rechtzeitig Deutschland verlassen, aber nicht jeder von ihnen hat so viel Glück wie David. David kehrt nach dem zweiten Weltkrieg in das zerstörte Frankfurt zurück. Hier lernt er den Ostjuden Max Holzmann kennen, der gerade damit beginnt, ein neues Wäschegeschäft aufzubauen. David bietet sich und einige seiner Freunde, alle Überlebende des Holocausts, an, für Max als Teilacher zu arbeiten. Uns so lernen wir auch die tragischen Geschichten der anderen Teilacher kennen sowie das Leben im zerstörten Deutschland nach 1945.

Dies ist ein sehr mutiges Buch, denn die Teilacher arbeiten nicht immer ganz sauber. Sie haben durchaus ihre Tricks, ihre Ware an die Menschen zu bringen. Leser, die tendenziell antisemitisch eingestellt sind, werden in diesem Buch wahrscheinlich viel Nahrung für ihre Ansichten finden. Ich selber fand dieses Buch allerdings großartig. Es ist tragisch, traurig und doch auch wieder sehr humorvoll. Ein tolles Zeitporträt über Deutschland speziell nach dem 2. Weltkrieg. Wie haben die Leute die Nazizeit verarbeitet. Was treibt überlebende Juden dazu wieder nach Deutschland zurückzukehren.

Nur eine Sache hat mich an diesem Buch wirklich gestört. Der Autor verwendet viele jiddische Begriffe, die sich mir nicht immer gleich erschlossen haben. Es wäre schön gewesen, wenn die Verlage im Anhang ein Wörterbuch zur Verfügung gestellt hätten. Ich hatte zum Glück eines im Regal, welches ich Ihnen hierzu sehr empfehlen kann: Leo Rosten, Jiddisch – eine kleine Enzyklopädie ebenfalls aus dem DTV Verlag
2010 ist der erste Roman von Michel Bergmann im Arche Verlag erschienen und hat ein großes und positives Echo im Feuilleton bekommen. Jetzt ist endlich als Taschenbuch im DTV Verlag erschienen.

Michael Bergmann erzählt darin die Geschichte von David Berman. David Berman war ein großer Teilacher, d.h. er war ein mit allen Wassern gewaschener Handlungsreisender. 1972 stirbt er und sein Stiefsohn Alfred Kleefeld muss sein Zimmer in einem jüdischen Altenwohnheim in Frankfurt auflösen. Bei der Beerdigung trifft er einige andere Teilacher, mit denen David nach dem 2. Weltkrieg zusammengearbeitet hat. Sie erinnern sich an ihre gemeinsame Zeit und erzählen Alfred ihre Geschichten.

Michael Bergmann erzählt eine großartige jüdische Familiengeschichte aus dem 20. Jahrhundert. David Bermann wurde in Galizien geboren, kam aber mit seinen Brüdern Anfang der zwanziger Jahre nach Frankfurt und baute dort ein bedeutendes Kaufhaus auf. Ihm selber lag es allerdings viel mehr als Handlungsreisender zu arbeiten und so hat er hiermit seinen Teil zum Geschäft beigetragen. Die Familie kann Ende der dreißiger Jahre noch rechtzeitig Deutschland verlassen, aber nicht jeder von ihnen hat so viel Glück wie David. David kehrt nach dem zweiten Weltkrieg in das zerstörte Frankfurt zurück. Hier lernt er den Ostjuden Max Holzmann kennen, der gerade damit beginnt, ein neues Wäschegeschäft aufzubauen. David bietet sich und einige seiner Freunde, alle Überlebende des Holocausts, an, für Max als Teilacher zu arbeiten. Uns so lernen wir auch die tragischen Geschichten der anderen Teilacher kennen sowie das Leben im zerstörten Deutschland nach 1945.

Dies ist ein sehr mutiges Buch, denn die Teilacher arbeiten nicht immer ganz sauber. Sie haben durchaus ihre Tricks, ihre Ware an die Menschen zu bringen. Leser, die tendenziell antisemitisch eingestellt sind, werden in diesem Buch wahrscheinlich viel Nahrung für ihre Ansichten finden. Ich selber fand dieses Buch allerdings großartig. Es ist tragisch, traurig und doch auch wieder sehr humorvoll. Ein tolles Zeitporträt über Deutschland speziell nach dem 2. Weltkrieg. Wie haben die Leute die Nazizeit verarbeitet. Was treibt überlebende Juden dazu wieder nach Deutschland zurückzukehren.

Nur eine Sache hat mich an diesem Buch wirklich gestört. Der Autor verwendet viele jiddische Begriffe, die sich mir nicht immer gleich erschlossen haben. Es wäre schön gewesen, wenn die Verlage im Anhang ein Wörterbuch zur Verfügung gestellt hätten. Ich hatte zum Glück eines im Regal, welches ich Ihnen hierzu sehr empfehlen kann: Leo Rosten, Jiddisch – eine kleine Enzyklopädie ebenfalls aus dem DTV Verlag

R. Rosenthal, Thalia-Buchhandlung Lübeck

Wie weiterleben nach dem zweiten Weltkrieg? Das haben sich viele gefragt. Wie aber war es für die jüdischen Überlebenden? Großartiges Buch. Wie weiterleben nach dem zweiten Weltkrieg? Das haben sich viele gefragt. Wie aber war es für die jüdischen Überlebenden? Großartiges Buch.

„Ein außergewöhnlicher Roman...“

Kerstin Stegemann-Konrad, Thalia-Buchhandlung Stade

"Der Teilacher" ist ein jüdischer Handlungsreisender. Haben Sie das gewußt?

Ich nicht, vielleicht gerade deswegen hat mich der Roman von Michel Bergmann aus dem kleinen Arche Verlag neugierig gemacht. Der Roman beginnt mit dem Tod von David Bergmann, dem "Einstein unter den Teilachern". Bei dessen Beerdigung treffen sich seine ältesten Freunde wieder und lassen die Erinnerungen an frühere Zeiten aufleben. Mit großem Interesse verfolgt Davids Neffe Alfred die Erzählungen.

Die drei "Teilacher" reden über die schwierigen Zeiten nach 1945, als sie sich entschlossen hatten, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Zum Teil ohne Familien, da diese den Holocaust nicht überlebt haben. Sie erzählen "vom sich durchschlagen" und wie sie trotzdem nach vorn in die Zukunft geschaut haben.

Ein außergewöhnlicher Roman, der die Bitterkeit des Lebens aufzeigt, erzählt mit viel jüdischem Humor und Witz und der am Ende eine wunderbare Liebesgeschichte in schwierigen Zeiten aufdeckt.
"Der Teilacher" ist ein jüdischer Handlungsreisender. Haben Sie das gewußt?

Ich nicht, vielleicht gerade deswegen hat mich der Roman von Michel Bergmann aus dem kleinen Arche Verlag neugierig gemacht. Der Roman beginnt mit dem Tod von David Bergmann, dem "Einstein unter den Teilachern". Bei dessen Beerdigung treffen sich seine ältesten Freunde wieder und lassen die Erinnerungen an frühere Zeiten aufleben. Mit großem Interesse verfolgt Davids Neffe Alfred die Erzählungen.

Die drei "Teilacher" reden über die schwierigen Zeiten nach 1945, als sie sich entschlossen hatten, wieder nach Deutschland zurückzukehren. Zum Teil ohne Familien, da diese den Holocaust nicht überlebt haben. Sie erzählen "vom sich durchschlagen" und wie sie trotzdem nach vorn in die Zukunft geschaut haben.

Ein außergewöhnlicher Roman, der die Bitterkeit des Lebens aufzeigt, erzählt mit viel jüdischem Humor und Witz und der am Ende eine wunderbare Liebesgeschichte in schwierigen Zeiten aufdeckt.

„Mit Tragik und Humor“

Mechthild Bokler-Streitberger, Thalia-Buchhandlung Köln

Teilacher sind Vertreter, die über Land gingen und den Leuten "pakel" = Wäschepakete
verkauften. "Der Teilacher ist Jude. Oder er gibt sich als solcher aus. Denn es gab eine Zeit, da konnte das, unglaublich aber wahr, Vorteile haben. Aber auch Nachteile".

So beschreibt Bergmann in liebenswerter Weise die Vertreterzunft, die sich im Frankfurt der Nachkriegszeit in der Firma von Max trifft. Nicht viele der jüdischen Händler sind "aus den Lagern" zurückgekommen. Man feilscht und handelt und eigentlich wollen sie alle nur schnell Geld verdienen, um dann auszuwandern und dieses Land so schnell wie möglich zu verlassen. Aber irgendwie bleiben sie alle in Frankfurt hängen. Anrührend beschreibt Bergmann die Geschichte dieser Menschen und schafft es der Tragik auch Komik zu geben.
Teilacher sind Vertreter, die über Land gingen und den Leuten "pakel" = Wäschepakete
verkauften. "Der Teilacher ist Jude. Oder er gibt sich als solcher aus. Denn es gab eine Zeit, da konnte das, unglaublich aber wahr, Vorteile haben. Aber auch Nachteile".

So beschreibt Bergmann in liebenswerter Weise die Vertreterzunft, die sich im Frankfurt der Nachkriegszeit in der Firma von Max trifft. Nicht viele der jüdischen Händler sind "aus den Lagern" zurückgekommen. Man feilscht und handelt und eigentlich wollen sie alle nur schnell Geld verdienen, um dann auszuwandern und dieses Land so schnell wie möglich zu verlassen. Aber irgendwie bleiben sie alle in Frankfurt hängen. Anrührend beschreibt Bergmann die Geschichte dieser Menschen und schafft es der Tragik auch Komik zu geben.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
13 Bewertungen
Übersicht
11
2
0
0
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Die Teilacher
von Kerstin Hirth aus Coesfeld am 18.06.2010

Hier wurde ein wunderschöner melancholischer Roman in zwei Ebenen erzählt. Am 11. Januar 1972 sitzen drei Menschen in ihrem Stammcafe und reden über David Bermann, den sie soeben zu Grabe getragen haben. Im Mai 1946 kamen die Juden zurück in das Deutschland ohne Lager, in das Land der Täter.... Hier wurde ein wunderschöner melancholischer Roman in zwei Ebenen erzählt. Am 11. Januar 1972 sitzen drei Menschen in ihrem Stammcafe und reden über David Bermann, den sie soeben zu Grabe getragen haben. Im Mai 1946 kamen die Juden zurück in das Deutschland ohne Lager, in das Land der Täter. In das Land der Menschen die zahllose jüdische Familien auslöschten und die Wenigen, die überlebten erstarrten in Trauer und Hoffnungslosigkeit. Ein wunderbares Buch über verwirrte Lebenswege, verlorene und wiedergefundene Hoffnung, neue Perspektiven - witzig, tragisch and einfühlsam. Eine Erzählung, die unter die Haut geht.

was für ein wunderschönes Buch .....
von Ricarda Grünberg aus Wildau am 23.02.2010

Was für ein wunderschönes Buch. Frankfurt am Main 1946, jüdische Überlebende der Shoah kommen in ihre Stadt zurück. Ihre tragisch komischen Geschichten bekommt augenzwinkernd der junge Alfred erzählt. Nach der Beerdigung seines Onkels David sitzt er mit den nun ebenfalls hochbetagten Kollegen des Onkels in seiner Stammkneipe. Sie erzählen... Was für ein wunderschönes Buch. Frankfurt am Main 1946, jüdische Überlebende der Shoah kommen in ihre Stadt zurück. Ihre tragisch komischen Geschichten bekommt augenzwinkernd der junge Alfred erzählt. Nach der Beerdigung seines Onkels David sitzt er mit den nun ebenfalls hochbetagten Kollegen des Onkels in seiner Stammkneipe. Sie erzählen von den alten Zeiten. Sie alle waren" Teilacher", ein Berufszweig der nach der Entstehung der Versandkaufhäuser ausstarb. In einer Zeit, wo die Leute nichts oder wenig hatten, fuhren sie über die Dörfer und Städte um ihre "Päckelach " verkaufen, sogenannte Aussteuerpakete bestehend aus Bettwäsche, Hand- und Tischtücher. Mit viel Humor, köstlichen Anekdoten, allerlei Abschweifungen und wunderbaren Liebesgeschichten wird uns diese Zeit erzählt und vom Kampf der Teilacher um eine Zukunft, Familie und um ein bißchen Glück.