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Die Asche meiner Mutter

Irische Erinnerungen - Geschenkausgabe

Frank McCourt

(14)
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Beschreibung

Die Geschenkausgabe mit der abgerundeten Ecke: anspruchsvolle Haptik, hochwertiges Papier, mit Lesebändchen, kleines Format.

Frank McCourts Erinnerungen an seine Jugend in den dreißiger Jahren gehören zum Schrecklichsten und zugleich Schönsten, was je über Irland und die irische Seele geschrieben wurde.

Ausstattung: mit Lesebändchen

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 762
Erscheinungsdatum 19.04.2010
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-74100-7
Verlag btb
Maße (L/B/H) 14,4/9,3/3,5 cm
Gewicht 327 g
Originaltitel Angela's Ashes
Übersetzer Harry Rowohlt
Verkaufsrang 56137

Buchhändler-Empfehlungen

Die Schönheit und Bitterkeit der irischen Seele

Julia Joachimmeyer, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Wiederentdeckt: McCourts tief berührende, tragisch-komische Familiengeschichte. Eine bitterarme Kindheit im Irland der 30er & 40er Jahre voller Zuneigung und Schmerz erzählt.

Kundenbewertungen

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Super, Schnell, Perfekt
von einer Kundin/einem Kunden aus Hemsbach am 15.09.2020
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Dieses wundervolle Buch kam sehr schnell und damit pünktlich zum 80. Geburtstag seiner neuen Besitzerin an. Sie wird wie ich vor vielen Jahren wahrscheinlich genauso viel lachen und auch bisschen weinen beim Lesen Frank McCourts " Die Asche meiner Mutter " . Besten Dank !

Bewegende Geschichte
von einer Kundin/einem Kunden am 26.04.2020

Frank McCourt, geboren in den USA, dann mit seinen Eltern nach Irland gekommen, erzählt von seiner Kindheit in der Stadt Limerick. Es ist eine harte Kindheit, voller Armut und Rückschläge, bei denen man sich als Leser immer wieder fragt, wie konnte Frank so lange durchhalten mit ständigem Hungergefühl und einem Vater, der verspr... Frank McCourt, geboren in den USA, dann mit seinen Eltern nach Irland gekommen, erzählt von seiner Kindheit in der Stadt Limerick. Es ist eine harte Kindheit, voller Armut und Rückschläge, bei denen man sich als Leser immer wieder fragt, wie konnte Frank so lange durchhalten mit ständigem Hungergefühl und einem Vater, der verspricht Geld zu schicken und dieses immer und immer wieder für Alkohol ausgibt. Die Geschichte ist sehr bewegend und nimmt keinen Blatt vor dem Mund. Empfehlenswert!

Bewegende Geschichte
von Icebird aus Moers am 22.02.2020
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Frank McCourt beschreibt seine Kindheit im Irland der 1930er und 40er Jahre. Seine Familie lebt in einem für heute Verhältnisse geradezu unvorstellbaren Elend, teilweise aufgrund der Verhältnisse mehr jedoch aufgrund der Alkoholsucht des Vaters. Der Text ist auf den ersten zwei Dritteln des Buchs nur schwer auszuhalten, ist Fran... Frank McCourt beschreibt seine Kindheit im Irland der 1930er und 40er Jahre. Seine Familie lebt in einem für heute Verhältnisse geradezu unvorstellbaren Elend, teilweise aufgrund der Verhältnisse mehr jedoch aufgrund der Alkoholsucht des Vaters. Der Text ist auf den ersten zwei Dritteln des Buchs nur schwer auszuhalten, ist Franks Kindheit doch von Not und Hunger geprägt; zum Glück gibt es aber auch ab und zu ein paar heitere Momente. Als Frank schliesslich seinen Job im Postamt bekommt, geht es bergauf. Insgesamt ein packender Text, jedoch nicht unbedingt für empfindsame Gemüter geeignet.


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  • Mein Vater und meine Mutter hätten in New York bleiben sollen, wo sie sich kennengelernt und geheiratet haben und wo ich geboren wurde. Stattdessen sind sie nach Irland zurückgekehrt, als ich vier war und mein Bruder Malachy drei, und die Zwillinge Oliver und Eugene waren eben gerade ein Jahr alt, und meine Schwester Margaret war tot und weg.
    Wenn ich auf meine Kindheit zurückblicke, frage ich mich, wie ich überhaupt überlebt habe. Natürlich hatte ich eine unglückliche Kindheit; eine glückliche Kindheit lohnt sich ja kaum. Schlimmer als die normale unglückliche Kindheit ist die unglückliche irische Kindheit, und noch schlimmer ist die unglückliche irische katholische Kindheit.
    Überall prahlen oder winseln die Menschen ob des Jammers ihrer frühen Jahre, aber nichts läßt sich mit der irischen Version vergleichen: die Armut; der träge, redselige, trunksüchtige Vater; die fromme, vom Schicksal besiegte Mutter, die am Herdfeuer stöhnt; pompöse Priester; drangsalierende Schulmeister; die Engländer und die gräßlichen Dinge, die sie uns achthundert lange Jahre lang angetan haben.

    Hauptsächlich waren wir: naß.
    Draußen im Atlantischen Ozean ballten sich die Regenmassen zusammen, um langsam den Shannon hinaufzutreiben und sich auf immer in Limerick niederzulassen. Von der Beschneidung des Herrn bis Silvester durchfeuchtete der Regen die Stadt. Er schuf eine Kakophonie aus trockenem Husten, bronchitischem Rasseln, asthmatischem Keuchfauchen, schwindsüchtigem Krächzen. Nasen verwandelte er in schleimige Quellen, Lungen in prall mit Bakterien vollgesogene Schwämme. Er regte zu einer Fülle von Heilverfahren an: Um den Katarrh zu lindern, koche man Zwiebeln in von Pfeffer geschwärzter Milch; um die verstopften Luftwege zu reinigen, bereite man eine Paste aus Mehl, mit Brennesseln gekocht, welche man in einen Lumpen wickle und das Ganze, siedend heiß, dem Patienten auf den Brustkorb klatsche.
    Von Oktober bis April glänzten Limericks Mauern von der Feuchtigkeit. Kleider trockneten nie: Tweed und wollene Jacken beherbergten Lebewesen, ließen zuweilen geheimnisvolle Vegetation keimen. In Kneipen stieg Dampf von feuchten Leibern und Gewändern auf, um, zusammen mit Zigaretten- und Pfeifenrauch, mit dem schalen Dunst verschütteten Starkbiers und Whiskeys versetzt und abgeschmeckt mit einem Hauch Pisse, der aus den Außenklos hereinzog, auf welchen so mancher Mann seinen Wochenlohn auskotzte, eingeatmet zu werden.
    Der Regen trieb uns in die Kirche - unsere Zuflucht, unsere Kraft, unser einziges trockenes Haus. Zu Messe, Segen und Novene drängten wir uns in dicken, feuchten Klumpen zusammen, durchdösten das Geleier des Priesters, und wieder stieg Dampf auf von unseren Gewändern, um sich mit der Süße von Weihrauch, Blumen und Kerzen zu mischen.
    Limerick war für seine Frömmigkeit berühmt, aber wir wußten, es war nur der Regen.

    Mein Vater, Malachy McCourt, wurde auf einem Bauernhof in Toome in der Grafschaft Antrim geboren. Wie vorher sein Vater wuchs er wild auf, in ständigen Schwierigkeiten mit den Engländern oder mit den Iren oder mit beiden. Er kämpfte in der guten alten IRA, und wegen irgendeiner verzweifelten Tat wurde er zum Flüchtling, auf den ein Kopfgeld ausgesetzt war.
    Als Kind sah ich oft meinen Vater an, das dünner werdende Haar, die verfaulenden Zähne, und dann fragte ich mich, wer wohl für so einen Kopf Geld ausgeben mochte. Als ich dreizehn war, erzählte mir die Mutter meines Vaters ein Geheimnis: Dein Vater ist auf den Kopf gefallen, als er noch ein ganz kleiner Kerl war. Es war ein Unfall, und danach war er nie mehr derselbe, und Menschen, das mußt du dir merken, die auf den Kopf gefallen sind, können ein wenig eigentümlich sein.
    Wegen des Geldes, welches man auf den Kopf ausgesetzt hatte, auf den er gefallen war, mußte er per Frachtschiff ab Galway aus Irland geschafft werden. In New York, wo die Prohibition tobte, dachte er, er wäre tot und für seine Sünden zur Hölle gefahren. Dann entdeckte er die Flüsterkneipen und jauchzte im Herrn.
    Nach Trink- und Wanderjahren in Amerika und England sehnte er sich gegen Ende seiner Tage nach Frieden. Er kehrte nach Belfast zurück, welches rings um ihn explodierte. Er sagte, die Blattern auf jedes ihrer Häuser! und schwatzte mit den Damen von Andersonstown. Sie versuchten ihn mit Köstlichkeiten, doch er tat sie ab und trank seinen Tee. Er rauchte oder trank nicht mehr, was also sollte es noch? Es war Zeit zu gehen, und er starb im Royal Victoria Hospital.
    Meine Mutter, die frühere Angela Sheehan, wuchs bei ihrer Mutter und mit zwei Brüdern, Thomas und Patrick, und ihrer Schwester Agnes in einem Slum von Limerick auf. Ihren Vater hat sie nie gesehen, denn dieser war ein paar Wochen vor ihrer Geburt nach Australien durchgebrannt.
    Nach einer in Limericks Kneipen porterdurchzechten Nacht wankt er die Gasse entlang und singt sein Lieblingslied.
    Wer hat den Blaumann in den Suppentopf geschmissen?
    Lauter! Ich höre nichts! Ich will es endlich wissen.
    Es ist eine Sauerei, und ich schlag den Mann zu Brei,
    Denn eine Blaumannsuppe schmeckt nun mal beschissen.

    Er ist in Bestform, und er denkt, jetzt spielt er ein bißchen mit dem kleinen Patrick; Alter: ein Jahr. Ganz süßer kleiner Bengel. Liebt seinen Daddy. Lacht, wenn Daddy ihn in die Luft schmeißt. Hopsasa, kleiner Paddy, hopsasa, hoch in die Luft in der Dunkelheit, dunkle, dunkle Dunkelheit, und Jeeesus, fällt das Kind auf dem Weg nach unten doch daneben, und der arme kleine Patrick landet auf dem Kopf, gluckst ein bißchen, winselt, verstummt. Großmutter wuchtet sich aus dem Bett, schwer von dem Kind in ihrem Bauch, meiner Mutter. Kaum kann sie den kleinen Patrick vom Fußboden aufheben. Sie stöhnt einen langen Stöhner über dem Kind und richtet das Wort an Großpapa. Mach, daß du rauskommst. Raus. Wenn du nur eine Minute länger bleibst, erhebe ich das Beil gegen dich, du versoffener Irrer. Bei Jesus dem Herrn. Raus. Großpapa weicht mannhaft keinen Zollbreit. Er sagt, ich habe das Recht, in meinem eigenen Haus zu bleiben.
    Sie geht auf ihn los, und der heulende Derwisch mit einem beschädigten Kind auf dem Arm und einem gesunden, das sich bereits im Bauche regt, jagt ihm schreckliche Angst ein. Er stolpert aus dem Haus, die Gasse entlang, und er bleibt nicht stehen, bis er Melbourne in Australien erreicht hat.