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Ich verlasse dich

Ein Ratgeber für den, der geht

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Jeder hat das Recht, sich zu trennen
»Als ich meinem Mann mitgeteilt habe, dass ich ihn verlassen werde, haben wir beide eine Beratungsstelle aufgesucht. Während er mit einem ganzen Stapel Ratgeber versorgt wurde, bekam ich noch nicht einmal ein Blatt Papier in die Hand.« Wer eine Beziehung beendet, wird mit seinen Gefühlen meist ziemlich allein gelassen, alle Aufmerksamkeit wird demjenigen zuteil, der verlassen wurde. Es scheint, als verliere man mit dem Satz »Ich verlasse dich« jedes Recht auf Leiden, Mitleid oder Unterstützung – schließlich hat man es doch so gewollt. Dabei fordert schon die Phase vor dem endgültigen Aus alles von dem, der geht: den Mut zur Entscheidung, das Trennungsgespräch, das Planen des eigenen zukünftigen Lebens - ohne den Partner.

Portrait
geboren 1971 in Göttingen, lebte lange auf Juist und wohnt heute in Münster, wo sie als freie Autorin und Sängerin arbeitet. Lüpkes hat bereits neun Romane veröffentlicht, zuletzt: „Die Blütenfrau“ und die „Inselvogtin“.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 256 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 06.11.2009
Sprache Deutsch
EAN 9783104000589
Verlag Fischer E-Books
Dateigröße 765 KB
eBook
9,99
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Hilf für die andere Seite
von Michael Lehmann-Pape am 28.06.2010
Bewertet: Taschenbuch

Für Verlassene gibt es Trost, Mitleid, Verständnis und eine Fülle von Ratgebern in den Bibliotheken. Für den, der verlässt oder verlassen will gibt es oft nur die andere Seite. Ablehnung. Unverständnis. Vor allem aber keine oder kaum Ratgeber. Bei jeder Trennung aber sind, logischerweise, beide Seiten vorhanden. Eine Seite, die... Für Verlassene gibt es Trost, Mitleid, Verständnis und eine Fülle von Ratgebern in den Bibliotheken. Für den, der verlässt oder verlassen will gibt es oft nur die andere Seite. Ablehnung. Unverständnis. Vor allem aber keine oder kaum Ratgeber. Bei jeder Trennung aber sind, logischerweise, beide Seiten vorhanden. Eine Seite, die verlassen wird und die andere, die verlässt. Sandra Lüpkes, bekannte und durchaus geschätzte Thrillerautorin, hat getan, was auch Bischöfin Käßmann (und dies ganz öffentlich), getan hat: Sie hat ihren Partner verlassen. Und gut für alle, die in ähnlicher Situation sich befinden, dass Sandra Lüpkes ihr Talent zum unterhaltsamen und dennoch informativen Schreiben genutzt hat, diese Seite des Verlassenden zu beleuchten und ihre Erfahrungen allgemein zugänglich zu machen. Denn in der Regel wird der Verlassende mit seinen Gefühlen, seiner Entscheidung und den Folgen alleine gelassen. Ein Weg, den Sandra Lüpkes gegangen ist und den sie in 10 Kapiteln aufarbeitet. In einer Art und Weise aufarbeitet, die für jeden in ähnlicher Situation wie ein Leitfaden zur konstruktiven Trennung genutzt werden kann. Realitätsnah, flüssig, verständlich und durchaus unterhaltsam trotz des ernsten Themas und der persönlichen Betroffenheit, beschreibt Sandra Lüpkes keine völlig unbekannten, neuen Erkenntnisse, reflektiert aber in bester Weise die einzelnen Schritte von der Erkenntnis des Endes der Beziehung über das offene Trennungsgespräch, die Notwendigkeit, wirklich Loszulassen, sich hierbei auch dem Umfeld offensiv zu stellen, Nägel mit Köpfen zu machen und dabei vor der Endgültigkeit der Trennung nicht zurück zu schrecken. Auch der Ausblick fehlt nicht, sich einer möglichen neuen Liebe zuwenden zu können und die Zukunft auch mit dem ehemaligen Partner wirklich zu gestalten (es zumindest zu versuchen). Gut passt hier das eingebundene Interview mit der Paartherapeutin Hötker-Ponath, die den Blick auf die Möglichkeit der Integration der Trennung in das Leben beider Beteiligter lenkt. Trotz des Titels ist das Buch ebenfalls für die andere Seite, die Verlassenen, hilfreich, denn es eröffnet einen klugen und eindrücklichen Blick hinter die Kulissen und die, oft aus Hilflosigkeit, eher harten Fassaden der Verlassenden. Im Gesamten ein ehrliches, nachvollziehbares und kluges Buch, dass vor allem auf Seiten des Verlassenden einen gut Teil inneren Druck hilft, verstehen zu können. Und das zudem nicht nur für Offenheit und einen ehrlichen Umgang auch in Zeiten der Trennung miteinander plädiert, sondern praktisch und aus eigenem Erleben aufzeigt, wie das gehen könnte.