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Rabenschwarze Intelligenz

Was wir von Krähen lernen können

Raben und Krähen sind die intelligentesten Vögel: Sie schwindeln, unterscheiden Freund und Feind und passen sich erstaunlich gewitzt an die Menschenwelt an. Sie sind Singvögel, singen aber nicht und können die menschliche Stimme so täuschend ähnlich wie kein anderes Tier nachahmen. Der renommierte Zoologe und Evolutionsbiologe Josef H. Reichholf beschreibt die Verhaltensweisen der cleveren Schwarzfedrigen und erzählt spannend und unterhaltsam, was er mit seinen eigenen Rabenvögeln erlebte. Noch bevor die Intelligenz dieser smarten Geschöpfe von Autoren wie Peter Wohlleben in "Das geheime Seelenleben der Tiere" gefeiert wurde, erforschte der Zoologe Josef H. Reichholf das Verhalten dieser Wunderwesen der Natur.
Rezension
"Reichholf beschreibt spannend und unterhaltsam die cleveren Verhaltensweisen dieser oft verkannten Vögel.", Kölner Illustrierte, 01.04.2011
Portrait
Josef H. Reichholf, 1945 in Aigen am Inn geboren, lehrt Naturschutz an der Technischen Universität München und leitet die Wirbeltierabteilung der Zoologischen Staatssammlung in München. Der populäre Naturwissenschaftler wurde für seine Forschungen und Veröffentlichungen mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter dem Sigmund-Freud-Preis.
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  • Artikelbild-0
  • Vorwort
    Meine erste nähere Bekanntschaft mit den Rabenvögeln
    machte ich mit einer Dohle. Damals war ich gerade
    zehn Jahre alt. Ein älterer Junge hatte seit dem Jahr davor eine
    "Dachl", wie die Dohlen im Niederbayerischen hießen.
    Einen frei fliegenden Vogel zu besitzen, beeindruckte mich
    so sehr, dass ich unbedingt auch eine Dohle haben wollte.
    Auf mein Bitten und Drängen hin verriet er mir schließlich,
    wie man an eine junge Dohle kommt. In die Spitze unseres
    Dorfkirchturms müsse man zur rechten Zeit im Mai steigen.
    Ganz oben sind ihre Nester! Eine Treppe im gemauerten
    Turm und dann Steiggriffe am zentralen Balken führen dort
    hinauf.
    An einem ruhigen Tag in den Pfingstferien riskierte ich es.
    Die Treppen hoch, das ging sehr schnell. Schwieriger wurde
    es in der engen Turmspitze,weil ich bald nicht mehr aufwärts
    schauen, sondern nur noch tasten konnte. Zudem war es
    stickig heiß und sehr staubig. Die Dohlen nisteten seit
    Jahrhunderten in diesem Turm. Sie bauten die Nester auf
    den Sparren und Streben alljährlich Schicht um Schicht
    höher, bis so ein Nestturm zu hoch wurde und abstürzte.
    Die Bestandteile der Nester voller Kotreste, mit viel Staub
    und Mumien von Jungvögeln, die nicht zum Ausfliegen
    kamen, landeten in der Tiefe auf der oberen Plattform des
    gemauerten Turms, wo sie der Mesner alle Jahre wieder
    einmal entfernen musste. Beliebt waren sie daher nicht, die
    kleinen schwarzen Dohlen mit ihren silbrig grauen, irgend-
    wie "klug" wirkenden Köpfen und den stahlblauen Augen.
    Aber man duldete sie, weil es schon immer so gewesen war,
    dass sie in der Turmspitze lebten.Wenn die Glocken geläutet
    wurden, kamen sie aus allen Luken mit lautem Geschrei hervor,
    umschwärmten flatternd den Turm, beruhigten sich
    wieder und verschwanden darin.
    Mindestens 50 Dohlenpaare hausten damals im Kirchturm.
    Die meisten hatten Junge, als ich die Kolonie erreichte. Daher
    war es leicht, einen passend erscheinenden Jungvogel aus
    einem der Nester zu holen, die in Griffweite waren. Ziemlich
    verdreckt von all dem Zeugs, das auf mich niederging,weil ich
    unweigerlich an alte Nester stieß, aber mit einer schreienden
    Jungdohle als Beute, die ich unter dem Hemd versteckthielt,
    kehrte ich zurück und schlich mich wie ein Dieb aus
    der Kirche.
    Ein schlechtes Gewissen hatte ich nicht, denn mit zwei bis
    drei Jungen pro Nest und somit sicherlich über 100 Jungvögeln
    allein in jenem Jahr schien mir der Verlust einer
    Dohle vertretbar. Zudem sollte diese ja nicht umkommen,
    sondern großgezogen werden und frei fliegen. Vielleicht
    würde sie auch wieder zur Kolonie zurückkehren was sie
    später tatsächlich tat. Denn ich hatte nicht bedacht, dass die
    so muntere, schon richtig keck um sich schauende Jungdohle
    viel zu alt gewesen war, um auf Menschen geprägt zu werden.
    Sie fraß, schien unersättlich, wuchs heran, lernte von selbst
    das Fliegen und als sie so richtig schön groß geworden war,
    flog sie davon, zurück zu den Ihrigen. In den knapp zwei
    Monaten, die sie unter meiner Fürsorge aufwuchs, hatte ich
    viel gelernt.
    Am eindrucksvollsten war,wie genau sie mich kannte und von
    allen anderen Menschen unterschied. Egal, wie ich gekleidet
    war, sie irrte sich niemals. Als sie fliegen konnte, streifte sie
    ums Haus herum, lernte die Umgebung kennen und verflog
    sich nicht ein einziges Mal. Die Leute im Dorf beeindruckte
    ich mit meiner Dohle sehr.Denn wenn ich sie "Hansi" rief, so
    hatte ich sie genannt, antwortete sie mit "da, da" und kam
    auch meist sogleich angeflogen. Gern saß sie auf meiner
    Schulter, knabberte dabei am Ohrläppchen und quatschte mir
    unentwegt auf Dohlisch ins Ohr.
    Die Stunden, die ich in die Schule musste, mochte sie nicht.
    Da blieb sie im Haus eingesperrt. Nachmittags gingen wir
    "fliegen". Gemeinsam suchten wir dann auf der Wiese nach
    Insekten. Da war sie natürlich viel besser als ich. Als die Sommerferien
    begannen und ich den ganzen Tag Zeit für sie gehabt
    hätte, verli
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 254
Erscheinungsdatum 01.03.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-25915-6
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 19/12,1/2,3 cm
Gewicht 250 g
Abbildungen mit 25 Abbildungen und sieben Grafiken im Text, schwarz-weiss Illustrationen, mit 25 Abbildungen und sieben Grafiken im Text
Auflage 10. Auflage
Verkaufsrang 73426
Buch (Taschenbuch)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
10 Bewertungen
Übersicht
5
4
1
0
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Interessante Details mit persönlichen Erfahrungen untermauert
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 13.01.2018

Gleich vorweg: das Buch ist kein Roman und auch keine wissenschaftliche Studie. Es ist eine Mischung aus.... hmm. Schwierig! Es liest sich leicht, der Autor Josef Reichholf schafft es, seine eigenen Erfahrungen detailreich und kurzweilig zu erzählen. Da ich selber viel mit Zahlen anfangen kann und ich auch gern selber Auswertu... Gleich vorweg: das Buch ist kein Roman und auch keine wissenschaftliche Studie. Es ist eine Mischung aus.... hmm. Schwierig! Es liest sich leicht, der Autor Josef Reichholf schafft es, seine eigenen Erfahrungen detailreich und kurzweilig zu erzählen. Da ich selber viel mit Zahlen anfangen kann und ich auch gern selber Auswertungen mache, hätte ich mir auch entsprechend aktuelles Zahlenmaterial gewünscht ODER zumindest auch nur einmal die Anmerkung, dass die Datenquellen aus dem Jahr 1996 sind. Das Buch übrigens erhielt ich im Jahr 2018 als 9. Auflage (2016), die erste Auflage war 2011. Die meisten Zahlen betreffen Erhebungen der 70er-Jahre bzw. 1986 bis 1996. Auch in manchen Satzstellungen ist von "vor nicht all zu langer Zeit" bzw. "vor fünf Jahren" die Rede. Das lässt rückschließen, dass das Schreiben des Buches entweder ewig dauerte oder zumindest Texte in der Endredaktion nicht aufgefallen sind. Ansonsten ist das Buch schön zu lesen und auch sehr informativ. Hätte man sich die Mühe gemacht und einmal kurz begründet, warum man sich auf steinaltes Zahlenmaterial bezieht (weil zB seither keine Untersuchungen mehr stattfanden oder ähnliches), würde das die vielen Statistikinfos schöner abrunden.

sehr interessant
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 08.04.2014

Das Buch hat mich als Biologen sehr interessiert. Ich war erstaunt, wie wenig die Politik aus den Erkenntnissen der Biologen lernen will.

Intelligentes Sachbuch über Rabenvögel
von einer Kundin/einem Kunden am 25.06.2012

Jeder von uns hat schon mal einen gehört oder gesehen. Die einen sehen ihn als Unglücksvogel andere bewundern seine frechen Abwehrflüge von Greifvögeln; den Rabenvogel. In diesem Buch von Josef H. Reichholf erfährt man viel wissenswerte über diesen „angeblichen“ Singvogel. Diese Art ist so vielfältig, dass man einige Vertreter ... Jeder von uns hat schon mal einen gehört oder gesehen. Die einen sehen ihn als Unglücksvogel andere bewundern seine frechen Abwehrflüge von Greifvögeln; den Rabenvogel. In diesem Buch von Josef H. Reichholf erfährt man viel wissenswerte über diesen „angeblichen“ Singvogel. Diese Art ist so vielfältig, dass man einige Vertreter gar nicht zu den Rabenvögeln gezählt hätte. Nach dieser Lektüre sieht man diesen schwarzen Vogel mit anderen Augen. Dieses Buch überzeugt nicht nur mit wissenschaftlichen Aspekten sondern auch mit zahlreichen Erfahrungsberichten.