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Das abenteuerliche Herz

Figuren und Capriccios

Reclams Universal-Bibliothek Band 18680

Als Ernst Jünger 1938 »Das abenteuerliche Herz« in seiner zweiten Fassung veröffentlichte, war er 43 Jahre alt, dieses Buch markiert die Mitte seines Schriftstellerlebens. Es zeigt Jüngers Schreiben in äußerster Konzentration und stellt so die bestmögliche Einführung in sein Werk dar, weist auf diese Weise zurück und nach vorn, denn das »bei aller Genauigkeit der Beschreibung nicht selten expressiv Übersteigerte, rhetorisch Forcierte der früheren Schriften ist einer lapidaren Sprache gewichen, die zwischen Spannung und Gelassenheit eine schwebende Mitte hält.« (Günter Figal)
Portrait
Ernst Jünger, 29. 3. 1895 Heidelberg – 17. 2. 1998 Wilflingen (Oberschwaben).
Der Sohn eines Chemikers und Apothekers zog 1907 mit seinen Eltern nach Hannover, besuchte verschiedene Internate und Gymnasien und floh 1913 in die frz. Fremdenlegion (Algerien). Der Vater sorgte schnell für J.s Entlassung, der sich 1914 freiwillig meldete und nach dem Notabitur an der Westfront eingesetzt und mehrfach verwundet und ausgezeichnet wurde. 1919–23 diente er in der Reichswehr; nach seinem Ausscheiden studierte er bis 1925 Zoologie und Philosophie in Leipzig und Neapel und lebte dann als freier Schriftsteller in Berlin. Das Angebot eines Reichstagsmandats durch die NSDAP lehnte er 1933 ab. 1936 zog er nach Überlingen (Bodensee), 1939 nach Kirchhorst bei Hannover. Im selben Jahr wurde er als Offizier reaktiviert und bis zu seiner Entlassung als ›Wehrunwürdiger‹ nach dem Attentat vom 20. 7. 1944 vorwiegend in Frankreich eingesetzt. 1945–49 erhielt er Publikationsverbot, weil er sich weigerte, die Fragebögen zur Entnazifizierung auszufüllen. Von 1950 an lebte er in Wilflingen. J. debütierte mit dem auf Tagebuchaufzeichnungen beruhenden Kriegsbuch In Stahlgewittern, das zahlreiche, z. T. veränderte Auflagen erlebte und den Verfasser berühmt machte: eine distanzierte, scheinbar sachliche, in Wirklichkeit ästhetisierende Darstellung eines Geschehens, über dessen Sinn nicht reflektiert wird, und zugleich Feier des rauschhaften Erlebnisses des gesuchten Kampfes Mann gegen Mann. Weitere auf Tagebüchern basierende Texte über seine Erfahrungen im Ersten Weltkrieg folgten. Auch später blieb das Tagebuch eine seiner bevorzugten Formen, von den Kriegstagebüchern des Zweiten Weltkriegs (Strahlungen) über die Nachkriegstagebücher bis zu den Texten der 80er-Jahre. Daneben veröffentlichte J. eine Reihe von Essaybänden nationalistisch-konservativer und kulturkritischer bzw. kulturtheoretischer Thematik, die eine Ablehnung der demokratisch-zivilen Kultur mit einer Betonung heroischen Einzelkämpfertums verbinden. Sein kulturtheoretisches Hauptwerk Der Arbeiter postuliert eine neue Form des Heroismus (Vorläufer: der Soldat im Ersten Weltkrieg) angesichts der Herausforderungen des technischen Zeitalters. Neben den Tagebüchern und Essays trat J. auch als Erzähler hervor. Als Dokument des geistigen Widerstands gegen den Nationalsozialismus, dem sich J. nicht zuletzt aus einer elitären Haltung heraus und aus ästhetischen Gründen verweigerte, gilt vielfach die Erzählung Auf den Marmorklippen, die im Stil altisländischer Sagas in mythisierender Form auf das Geschehen im Dritten Reich anspielt. Die schematisierende Gegenüberstellung von guter und böser Macht bzw. niedrigem und höherem Menschentum charakterisiert auch den utopischen Roman Heliopolis. Zu seinen letzten Erzählungen gehört eine Kriminalgeschichte (Eine gefährliche Begegnung). J. wurden in Deutschland und Frankreich zahlreiche Ehrungen zuteil; die Verleihung des Goethe-Preises der Stadt Frankfurt 1982 stieß allerdings auf heftige Proteste.

In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (UB 17664.) – © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.
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  • Das Abenteuerliche Herz

    Die Tigerlilie
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    Die Phosphorfliege
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    Die Zinnia
    Nachtrag zur Zinnia
    Aus den Zeitungen
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    Mut und Übermut
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    Erster Nachtrag
    Zweiter Nachtrag
    Dritter Nachtrag
    Der Überfluß
    In den Kaufläden (2)
    Die blaue Farbe
    Der schwarze Sey
    Historia in Nuce: Das Glücksrad
    Das Echo der Bilder
    Der Fischhändler

    Nachwort
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Herausgeber Günter Figal
Seitenzahl 200
Erscheinungsdatum 01.10.2010
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-15-018680-0
Verlag Reclam, Philipp
Maße (L/B/H) 15/9,7/1,3 cm
Gewicht 101 g
Verkaufsrang 43146
Buch (Taschenbuch)
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