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Idylle mit ertrinkendem Hund

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Alter Rhein. Zwei Männer spazieren am Ufer entlang, ins Gespräch vertieft. Es ist tiefer Winter, die Seitenarme des Flusses sind zugefroren, doch der Föhn spielt Frühling, es taut. Von weitem sehen die beiden einen großen schwarzen Hund über das Eis auf sie zulaufen. Plötzlich bricht er ins Eis ein. Der Hund kämpft um sein Leben. Einer der Männer holt Hilfe. Der andere, er ist Schriftsteller, bleibt alleine mit dem Hund. Er bricht einen großen Ast von einer Weide und kriecht auf diesem zu dem Hund. Er fasst ihn an den Vorderläufen. Der Hund verbeißt sich in seinem Ärmel. Er wird den Hund nicht retten können. Doch der Tod hat vor einigen Jahren eine so tiefe Wunde in sein Herz geschlagen, dass er ihm unter keinen Umständen dieses Leben überlassen will. Er hält den Hund verzweifelt fest, auch als der sich schon längst nicht mehr rührt. Michael Köhlmeier kann, was nicht viele können: in einer ganz kleinen Geschichte eine ganz große erzählen.
Portrait
Michael Köhlmeier, 1949 in Hard am Bodensee geboren, lebt in Hohenems/Vorarlberg und Wien. Bei Hanser erschienen die Romane Abendland (2007), Madalyn (2010), Die Abenteuer des Joel Spazierer (2013) und Spielplatz der Helden (2014, Erstausgabe 1988), der Gedichtband Der Liebhaber bald nach dem Frühstück (Edition Lyrik Kabinett 2012) und zuletzt die RomaneZwei Herren am Strand (2014) und Das Mädchen mit dem Fingerhut (2016), Ein Vorbild für die Tiere (Gedichte, 2017) sowie Der Mann, der Verlorenes wiederfindet (Novelle, 2017). Michael Köhlmeier wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt 2017 mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung und dem Marie Luise Kaschnitz-Preis für sein Gesamtwerk.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 112 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 06.05.2009
Sprache Deutsch
EAN 9783552061040
Verlag Paul Zsolnay Verlag
Dateigröße 550 KB
eBook
7,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Karin Thuma, Thalia-Buchhandlung Dresden

Diese Erzählung besticht durch ihre schöne, feinsinnige Sprache. Die Handlung fesselt, wenngleich die Verwobenheit der Geschehnisse für mich beim Lesen nicht ganz eingängig war. Diese Erzählung besticht durch ihre schöne, feinsinnige Sprache. Die Handlung fesselt, wenngleich die Verwobenheit der Geschehnisse für mich beim Lesen nicht ganz eingängig war.

„Prosadiamant“

Tanja Kuhner, Thalia-Buchhandlung Karlsruhe

Wie soll ich diesem schmalen, aber gewichtigem Buch in ein paar Sätzen gerecht werden? Es wird mir unvergesslich bleiben.

Der Icherzähler, Köhlmeier selbst, und seine Frau werden von seinem Lektor besucht, man verbringt ein paar Wintertage zusammen, so weit die äußere Geschichte. Da hinein bettet der Autor die Geschichte der Trauer um seine verunglückte Tochter Paula.

Das ist ungekünstelt und feinsinnig erzählt. Lernen Sie diesen Autor unbedingt kennen!
Wie soll ich diesem schmalen, aber gewichtigem Buch in ein paar Sätzen gerecht werden? Es wird mir unvergesslich bleiben.

Der Icherzähler, Köhlmeier selbst, und seine Frau werden von seinem Lektor besucht, man verbringt ein paar Wintertage zusammen, so weit die äußere Geschichte. Da hinein bettet der Autor die Geschichte der Trauer um seine verunglückte Tochter Paula.

Das ist ungekünstelt und feinsinnig erzählt. Lernen Sie diesen Autor unbedingt kennen!

Kundenbewertungen

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Idylle mit verlorener Tochter
von Daniela Wiedmer aus Bautzen am 17.06.2011
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Er liegt auf dem Eis und hält den Hund fest, der um sein Leben kämpft. Er wird es nicht zulassen, er wird ihn nicht sterben lassen, er wird ihn retten, weil er ihn retten kann, weil er muss, weil er es diesmal muss. Wie schwer es sein kann, zu verarbeiten,... Er liegt auf dem Eis und hält den Hund fest, der um sein Leben kämpft. Er wird es nicht zulassen, er wird ihn nicht sterben lassen, er wird ihn retten, weil er ihn retten kann, weil er muss, weil er es diesmal muss. Wie schwer es sein kann, zu verarbeiten, gemeinsam zu trauern und dem Tod ins Auge zu blicken, beschreibt diese Geschichte, die nicht nur aus Worten besteht, sondern aus einem Stück Erinnerung und einem großen Stück Herz, und deren Intention nicht das Verstehen ist, sondern das Fühlen.

Idylle mit ertrinkendem Hund
von einer Kundin/einem Kunden am 24.11.2010
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Menschen haben miteinander zu tun – kennen sich nicht – versuchen sich zu nähern – finden sich nicht und erreichen den andern kaum – es ist Winter, ein Hund bricht ins Leben der Menschen ein und ins Eis – dann ist er aus demselben verschwunden, und an der Oberfläche... Menschen haben miteinander zu tun – kennen sich nicht – versuchen sich zu nähern – finden sich nicht und erreichen den andern kaum – es ist Winter, ein Hund bricht ins Leben der Menschen ein und ins Eis – dann ist er aus demselben verschwunden, und an der Oberfläche bleibt ein Mensch – der den ersten Schritt getan hat eine Unfassbarkeit zu bewältigen und sich der Angst vor der Erkenntnis des Unabänderlichen zu stellen – dem Tod – dem Tod des eigenen Kindes. Trotz der Annäherung an die Endlichkeit unseres Lebens ein Buch voller verhaltener Hoffnung, in strenger klassisch gemalter Sprache – eine Winterlandschaft – mehr als eine Idylle mit Hund.

Kleine Novelle ganz groß – Michael Köhlmeier schreibt erstmals über den Tod seiner Tochter
von einer Kundin/einem Kunden am 12.09.2010
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Michael Köhlmeier beschäftigt sich in dieser kurzen Novelle erstmals mit dem Unfalltod seiner Tochter Paula, die 2003 bei einer Wanderung verunglückte. Das Schriftsteller-Ich der Novelle trägt eindeutig autobiographische Züge und erinnert daher stark an Köhlmeier selbst. Ausgehend vom Besuch eines fiktiven Lektors beim Schriftsteller in Hohenems wird die Geschichte... Michael Köhlmeier beschäftigt sich in dieser kurzen Novelle erstmals mit dem Unfalltod seiner Tochter Paula, die 2003 bei einer Wanderung verunglückte. Das Schriftsteller-Ich der Novelle trägt eindeutig autobiographische Züge und erinnert daher stark an Köhlmeier selbst. Ausgehend vom Besuch eines fiktiven Lektors beim Schriftsteller in Hohenems wird die Geschichte eines scheinbar herrenlosen Hundes erzählt, der in einem zugefrorenen Baggersee einbricht. Der Schriftsteller versucht den Hund verzweifelt zu retten – er kann einfach nicht loslassen. Der Kampf mit dem Hund steht gleichnishaft für die Auseinandersetzung mit dem Tod der Tochter. Denn in den vielen schlaflosen Nächten beschäftigt sich der Autor mit dem schrecklichen Verlust, auch damit wie er die Trauer (literarisch) verarbeitet kann. Wie kann er über den Tod seiner Tochter überhaupt schreiben? Ist Literatur die Verarbeitung und Aufarbeitung der Vergangenheit? Ergriffen und berührend erzählt, ist diese kurze Erzählung ein trauriges und zugleich wunderschönes Beispiel für ein literarisches Abschiednehmen von einem geliebten Menschen.