Sie haben noch keinen tolino eReader? Jetzt informieren.

Andernorts

(11)
Weshalb polemisiert der israelische Kulturwissenschaftler Ethan Rosen gegen einen Artikel, den er selbst verfaßt hat? Erkennt er seinen eigenen Text nicht wieder? Oder ist er seinem Kollegen Klausinger in die Falle gegangen, mit dem er um eine Professur an der Wiener Universität konkurriert?
Ethan Rosen und Rudi Klausinger: Beide sind sie Koryphäen auf demselben Forschungsgebiet, und doch könnten sie unterschiedlicher nicht sein: Rosen ist überall zu Hause und nirgends daheim. Selbst der Frau, die er liebt, stellt er sich unter falschem Namen vor. Klausinger wiederum ist Liebkind und Bastard zugleich. Er weiß sich jedem Ort anzupassen und ist trotzdem ruhelos: Was ihn treibt, ist die Suche nach seinem leiblichen Vater; sie führt ihn schließlich nach Israel und zu Ethan Rosen. Dessen Vater, ein alter Wiener Jude, der Auschwitz überlebte, braucht dringend eine neue Niere. Bald wird die Suche nach einem geeigneten Spenderorgan für die Angehörigen zur Obsession. Und selbst der obskure Rabbiner Berkowitsch hat plötzliches Interesse an den Rosens.
Herkunft, Identität, Zugehörigkeit – um und um wirbelt Doron Rabinovici in seinem neuen Roman "Andernorts" die Verhältnisse in einer jüdischen Familie, deckt ihre alten Geheimnisse auf und beobachtet sie bei neuen Heimlichkeiten. Am Ende dieser packend erzählten Geschichte sind alle Gewißheiten beseitigt. Nur eines scheint sicher: Heimat ist jener Ort, wo einem am fremdesten zumute ist.
Portrait

Doron Rabinovici, 1961 in Tel Aviv geboren, in Wien aufgewachsen, ist Schriftsteller und Historiker. Sein Werk umfasst Kurzgeschichten, Romane und wissenschaftliche Beiträge. In Österreich hat er immer wieder prominent Position gegen Rassismus und Antisemitismus bezogen. Für sein Werk wurde er zuletzt mit dem Anton-Wildgans- Preis und dem Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln ausgezeichnet.

… weiterlesen

Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 285 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 16.11.2010
Sprache Deutsch
EAN 9783518743706
Verlag Suhrkamp
Dateigröße 1503 KB
eBook
9,99
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar
In der Cloud verfügbar
Per E-Mail verschenken i
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.

Wird oft zusammen gekauft

Andernorts

Andernorts

von Doron Rabinovici
(11)
eBook
9,99
+
=
Das Rätsel der Masken

Das Rätsel der Masken

von Elia Barceló
eBook
8,99
+
=

für

18,98

inkl. gesetzl. MwSt.

Alle kaufen

Buchhändler-Empfehlungen

„Ein Buch wie ein Woody-Allen-Film“

Claudia Engelmann, Thalia-Buchhandlung Korbach

Dieses eigensinnige Buch ist einfach urkomisch wie ein Woody-Allen-Film und zugleich von einer berührenden Traurigkeit. Mit großer Leichtigkeit und viel Wortwitz jongliert der in Tel Aviv geborene und in Wien lebende Autor mit der israelischen Identität ebenso wie mit Begriffen wie Heimat und Zugehörigkeit. Rudi Klausinger, der österreichische Kollege und Kontrahent des in Wien lehrenden israelischen Kulturwissenschaftlers Ethan Rosen, taucht überraschend am Krankenbett von Felix Rosen, Ethans Vater auf. Der alte, aus Wien stammende Rosen liegt, dem Tod näher als dem Leben, in einem Krankenhaus in Tel Aviv und wartet auf eine Niere. Der junge Klausinger sucht nach seinem Vater, und Felix Rosen bejaht, sehr zum Entsetzen Ethans, dieser Vater zu sein. Klausinger, der Goi, der Rivale im Kampf um eine Wiener Professur, soll Ethans Halbbruder sein? Überdies hat Klausinger einen nicht ganz kritikfreien Nachruf auf Dov Zadek, einen Freund von Ethans Familie und Helden Israels, verfasst, den eigentlich Ethan hätte schreiben sollen. Noch dazu wird ein Aufsatz, in dem Ethan widersprüchliche Aussagen zum Holocaust thematisiert hat, von Klausinger in der Luft zerrissen. Am Ende eskaliert der Streit der beiden in einem obskuren Genom-Projekt eines verwegenen Rabbiners, weil dieser im Gegenzug eine Niere für Felix verspricht. Dieser fragwürdige Zusammenschluss von Orthodoxie und israelischer Hochleistungsgenetik soll der Weltenrettung dienen: der Rabbi ist überzeugt, dass der Messias 1942 als Embryo existiert hat und zusammen mit seiner Mutter in den Gaskammern ermordet wurde. Und nun soll mit Hilfe der richtigen DNA der direkten männlichen Nachkommen aus der Retorte ein neuer Messias entstehen. Alles endet, man ahnt es schon, in einem ziemlichen Schlamassel.
Dieses eigensinnige Buch ist einfach urkomisch wie ein Woody-Allen-Film und zugleich von einer berührenden Traurigkeit. Mit großer Leichtigkeit und viel Wortwitz jongliert der in Tel Aviv geborene und in Wien lebende Autor mit der israelischen Identität ebenso wie mit Begriffen wie Heimat und Zugehörigkeit. Rudi Klausinger, der österreichische Kollege und Kontrahent des in Wien lehrenden israelischen Kulturwissenschaftlers Ethan Rosen, taucht überraschend am Krankenbett von Felix Rosen, Ethans Vater auf. Der alte, aus Wien stammende Rosen liegt, dem Tod näher als dem Leben, in einem Krankenhaus in Tel Aviv und wartet auf eine Niere. Der junge Klausinger sucht nach seinem Vater, und Felix Rosen bejaht, sehr zum Entsetzen Ethans, dieser Vater zu sein. Klausinger, der Goi, der Rivale im Kampf um eine Wiener Professur, soll Ethans Halbbruder sein? Überdies hat Klausinger einen nicht ganz kritikfreien Nachruf auf Dov Zadek, einen Freund von Ethans Familie und Helden Israels, verfasst, den eigentlich Ethan hätte schreiben sollen. Noch dazu wird ein Aufsatz, in dem Ethan widersprüchliche Aussagen zum Holocaust thematisiert hat, von Klausinger in der Luft zerrissen. Am Ende eskaliert der Streit der beiden in einem obskuren Genom-Projekt eines verwegenen Rabbiners, weil dieser im Gegenzug eine Niere für Felix verspricht. Dieser fragwürdige Zusammenschluss von Orthodoxie und israelischer Hochleistungsgenetik soll der Weltenrettung dienen: der Rabbi ist überzeugt, dass der Messias 1942 als Embryo existiert hat und zusammen mit seiner Mutter in den Gaskammern ermordet wurde. Und nun soll mit Hilfe der richtigen DNA der direkten männlichen Nachkommen aus der Retorte ein neuer Messias entstehen. Alles endet, man ahnt es schon, in einem ziemlichen Schlamassel.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
11 Bewertungen
Übersicht
6
5
0
0
0

Wo bin ich wer?
von einer Kundin/einem Kunden am 07.10.2012
Bewertet: Buch (gebunden)

Wo bin ich wer – so lautet die zentrale Frage dieses Buches. Stein des Anstosses dieser Geschichte ist dabei ein Nachruf, den ausgerechnet der Konkurrent und Nicht-Jude Rudi Klausinger verfasst, als der väterliche Freund und Mentor der Hauptfigur Ethan Rosen stirbt. Doch von der im Mittelpunkt der Geschichte stehenden... Wo bin ich wer – so lautet die zentrale Frage dieses Buches. Stein des Anstosses dieser Geschichte ist dabei ein Nachruf, den ausgerechnet der Konkurrent und Nicht-Jude Rudi Klausinger verfasst, als der väterliche Freund und Mentor der Hauptfigur Ethan Rosen stirbt. Doch von der im Mittelpunkt der Geschichte stehenden Frage nach der eigenen Identität wird nicht nur der Hauptprotagonist getrieben, denn auch Rudi Klausinger ist auf der Suche nach sich selbst. So werden Heimat, Identität, Zerrissenheit, Familie, Vergangenheit und Gegenwart zu den zentralen Themen dieses gelungenen Debütromans von Doron Rabinovici. Dabei setzt sich der Autor zusammen mit der Familiengeschichte des Ethan Rosen auch mit den jüdischen Befindlichkeiten auseinander, wenn gleich die Handlung zuweilen ins Bizarre abzugleiten droht. Nichtsdestotrotz ein sehr intelligentes Buch, das – zumindest mich – zum Nachdenken angeregt hat und bei weitem mehr vermitteln kann als einen vordergründigen Humor.

Wer sind wir, woher kommen wir, wo gehören wir hin?
von einer Kundin/einem Kunden am 14.05.2012

Ethan Rosen, israelischer Wissenschaftler und Rudi Klausinger, ein Österreicher mit dem selben Beruf sind Konkurrenten um eine Professur in Wien. Zwei sowohl sehr verschiedene, aber auch sehr ähnliche Menschen werden in diesem Roman mit den Fragen nach dem wer bin ich, woher komme ich und wo gehöre ich hin... Ethan Rosen, israelischer Wissenschaftler und Rudi Klausinger, ein Österreicher mit dem selben Beruf sind Konkurrenten um eine Professur in Wien. Zwei sowohl sehr verschiedene, aber auch sehr ähnliche Menschen werden in diesem Roman mit den Fragen nach dem wer bin ich, woher komme ich und wo gehöre ich hin konfrontiert und erleben ein Wechselbad der Gefühle bei ihrem Versuch, Antworten zu finden. Über viele Geheimnisse, Lügen und Irrtümer stolpernd werden die beiden in eine Situation geführt, die sie sich vorher nicht hätten vorstellen können. Was Menschen scheinbar trennt und wie sie in den "Zwischenraum, in dem Menschen einander begegnen" finden können, schildert dieses Buch, das zu Recht auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis steht

Identität und Heimat sind immer „Andernorts“
von einer Kundin/einem Kunden am 06.03.2012
Bewertet: Buch (gebunden)

Ethan Rosen ist in Israel geboren und in Wien aufgewachsen und nirgendwo richtig zu Hause. Diese Heimatlosigkeit vieler jüdischer Nachgeborener zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman. Der Tod seines Ersatzvaters Dov Zadek und die Reise zu dessen Begräbnis bringen Ethan endgültig aus dem Konzept. Aus dem... Ethan Rosen ist in Israel geboren und in Wien aufgewachsen und nirgendwo richtig zu Hause. Diese Heimatlosigkeit vieler jüdischer Nachgeborener zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman. Der Tod seines Ersatzvaters Dov Zadek und die Reise zu dessen Begräbnis bringen Ethan endgültig aus dem Konzept. Aus dem Nachruf auf seinem väterlichen Mentor des Soziologen Rudi Klausinger, ergibt sich ein öffentlicher Streit zwischen den beiden, die außerdem um dieselbe Professur an der Wiener Universität konkurrieren. Er flieht vor der Auseinandersetzung nach Tel Aviv zu seinem kranken Vater und steht am Krankenbett plötzlich vor Rudi, seinem angeblichen Halbruder… Doron Rabinovici Erstlingswerk war zu Recht auf der Shortlist des deutschen Buchpreises 2010. Sein Roman überzeugt nicht nur sprachliche, sondern er verknüpft meisterhaft die israelische Familiengeschichte der Rosens, die von Geheimnissen und Lügen nur so strotzt, mit essenziellen Fragen – Wer bin ich? Wo ist Heimat? Auf der einen Seite steht die Geschichte/Vergangenheit der Überlebenden des Holocaust (Dov, Felix), auf der anderen Seite die Gegenwart der Nachgeborenen (Ethan, Rudi) – und alle sind auf der Suche nach ihrer Identität und Heimat.