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Der Turm

Geschichte aus einem versunkenen Land. Roman

(21)
Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Anne und Richard Hoffmann stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man sich vor den Zumutungen des Systems in die Dresdner Nostalgie flüchten? Oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Er hat Zugang zum Bezirk »Ostrom«, wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird. In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen beschreibt Uwe Tellkamp den Untergang eines Gesellschaftssystems.
Ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben. Kein anderes Buch hat in den letzten Jahren gleichermaßen Kritiker und Publikum derart begeistert.
Portrait

Uwe Tellkamp wurde 1968 in Dresden geboren. Nach seinem Wehrdienst in der NVA verliert er wegen »politischer Unzuverlässigkeit« seinen Medizinstudienplatz, wird 1989 im Zuge der Wende inhaftiert und setzt danach sein Studium in Leipzig, New York und Dresden fort. Nach seinem akademischen Abschluß arbeitete er als Arzt in einer unfallchirurgischen Klinik in Dresden. Derzeit lebt er als Schriftsteller in Dresden.

Bislang sind von ihm erschienen: Der Hecht, die Träume und das Portugiesische Café und Der Eisvogel. Für seinen Roman Der Turm, seinem ersten Buch im Suhrkamp Verlag, erhielt er 2008 den Deutschen Buchpreis.

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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 976 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 16.11.2010
Sprache Deutsch
EAN 9783518740606
Verlag Suhrkamp
Dateigröße 2754 KB
Verkaufsrang 16.932
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Buchhändler-Empfehlungen

Carola Ludger, Thalia-Buchhandlung Lippstadt

Die "Türmer", Bürger der gehobenen intellektuellen Elite der DDR. Doch die Mühlen des Regimes der 80'er schützen sie nicht. Sie bekommen es mit der NVA, Stasi und Justiz zu tun. Die "Türmer", Bürger der gehobenen intellektuellen Elite der DDR. Doch die Mühlen des Regimes der 80'er schützen sie nicht. Sie bekommen es mit der NVA, Stasi und Justiz zu tun.

Nina Aselmann, Thalia-Buchhandlung Hagen

Die ersten 100 Seiten sind ein wenig langatmig. Dann wird aber umso virtuoser die Geschichte der späten DDR erzählt. Atemberaubend. Die ersten 100 Seiten sind ein wenig langatmig. Dann wird aber umso virtuoser die Geschichte der späten DDR erzählt. Atemberaubend.

Inga Roos, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Die Buddenbrooks der DDR! Könnte sein! Die Buddenbrooks der DDR! Könnte sein!

Karin Harmel, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Kaleidoskop der DDR Geschichte anhand einer Familiengeschichte. Zu recht prämiert und im Anschluss verfilmt Kaleidoskop der DDR Geschichte anhand einer Familiengeschichte. Zu recht prämiert und im Anschluss verfilmt

Petra Dressing, Thalia-Buchhandlung Kaiserslautern

Ein nicht leicht zugänglicher, jedoch sehr gelungener "Wenderoman": episch, ausschweifend und voller toller Details, sprachlich überaus gekonnt umgesetzt - wirklich buchpreiswürdig Ein nicht leicht zugänglicher, jedoch sehr gelungener "Wenderoman": episch, ausschweifend und voller toller Details, sprachlich überaus gekonnt umgesetzt - wirklich buchpreiswürdig

„Liebe oder Langeweile“

Christine Fehlhaber, Thalia-Buchhandlung Dresden

Diese Buch spaltet tatsächlich. Und zwar inhaltlich als auch stilistisch. Verehrer von Thomas Mann oder ähnlich üppiger Prosa werden sicherlich auch hier auf ihre Kosten kommen. Und als unvoreingenommener Leser erfährt man nicht nur einiges über dieses schon sehr spezielle Milieu. Ein Ausschnitt - keine Generalerklärung der Bourgeoisie in den letzten DDR-Jahren. Für mich jedenfalls war es ein großer Genuss.
C.Graf
Diese Buch spaltet tatsächlich. Und zwar inhaltlich als auch stilistisch. Verehrer von Thomas Mann oder ähnlich üppiger Prosa werden sicherlich auch hier auf ihre Kosten kommen. Und als unvoreingenommener Leser erfährt man nicht nur einiges über dieses schon sehr spezielle Milieu. Ein Ausschnitt - keine Generalerklärung der Bourgeoisie in den letzten DDR-Jahren. Für mich jedenfalls war es ein großer Genuss.
C.Graf

„Beste Lektüre“

Sabine Kemmesies, Thalia-Buchhandlung Heilbronn

Einer der großartigsten Romane, die ich je gelesen habe. Es stimmt alles, von der Geschichte bis zur - wirklich herausragenden - Sprache. Man braucht Zeit und Muße, aber die sollte man sich auch nehmen. Das Buch ist es wert! Einer der großartigsten Romane, die ich je gelesen habe. Es stimmt alles, von der Geschichte bis zur - wirklich herausragenden - Sprache. Man braucht Zeit und Muße, aber die sollte man sich auch nehmen. Das Buch ist es wert!

„Eine Geduldsprobe, die belohnt wird!“

Ulrike Buhr, Thalia-Buchhandlung Dresden

Uwe Tellkamp erzählt die Geschichte einer Familie, die in den letzten Jahren der DDR in einem Dresdner Villenviertel ein Leben zwischen Anpassung und Aufbegehren führt.
Mit größter Genauigkeit skizziert er nicht nur die Menschen, sondern auch ihr Lebensumfeld.
Ein Buch für alle, die die Zeit miterlebt haben, aber auch für jeden, der mehr über die DDR und die Wendezeit wissen möchte.
Es lohnt sich sehr, sich "durchzukämpfen"!
Uwe Tellkamp erzählt die Geschichte einer Familie, die in den letzten Jahren der DDR in einem Dresdner Villenviertel ein Leben zwischen Anpassung und Aufbegehren führt.
Mit größter Genauigkeit skizziert er nicht nur die Menschen, sondern auch ihr Lebensumfeld.
Ein Buch für alle, die die Zeit miterlebt haben, aber auch für jeden, der mehr über die DDR und die Wendezeit wissen möchte.
Es lohnt sich sehr, sich "durchzukämpfen"!

„Für alle denen das Buch zu anstrengend ist“

Saidjah Hauck, Thalia-Buchhandlung Köln, Rhein-Center

Der Turm, Buchpreis 2008, ist eine ausführliche Beschreibung der letzten 8 Jahren der DDR im akamemischen Millieu Dresdens. Für Insider spannend und wichtig, für uns Wessis aber etwas lang. Als Hörbuch, hervorragend gelesen von Sylvester Groth und leicht gekürzt, ist es ein echter Gewinn. Man hat ja keine Ahnung was da vor sich ging. Hier erfährt man vieles was man nicht wusste. Interessante Einblicke in eine, Gott sei Dank, untergegengene Zeit! Der Turm, Buchpreis 2008, ist eine ausführliche Beschreibung der letzten 8 Jahren der DDR im akamemischen Millieu Dresdens. Für Insider spannend und wichtig, für uns Wessis aber etwas lang. Als Hörbuch, hervorragend gelesen von Sylvester Groth und leicht gekürzt, ist es ein echter Gewinn. Man hat ja keine Ahnung was da vor sich ging. Hier erfährt man vieles was man nicht wusste. Interessante Einblicke in eine, Gott sei Dank, untergegengene Zeit!

„Tellkamp, Der Turm“

Karin Thuma, Thalia-Buchhandlung Dresden

Uwe Tellkamp hat einen großen Gesellschaftsroman geschrieben, der den Menschen, den Zuständen in den letzten Jahren der DDR ein ehrliches, berührendes Denkmal setzt.
Die bürgerliche Herkunftswelt des Autors im Villenviertel „Weißer Hirsch“ am Rande von
Dresden wird akribisch, liebevoll und dabei nicht unkritisch beschrieben. Die Schilderungen sind detailverliebt und verlangen denen, die nur temporeich- oberflächlich zu lesen gewohnt sind, möglicherweise zu viel Geduld ab. Wer aber Gefallen an langen, schön geformten Sätzen, interessanten Wortbildungen und guten Gedanken finden kann, wird seine Freude an der Lektüre haben.
Uwe Tellkamp setzt nicht nur den Menschen seiner Kindheitsumgebung, ihrer Trauer um die verfallenden Häuser, Villen, maroden Kunstdenkmäler in Dresden ein Denkmal, er setzt es auch anderen Orten in der DDR, die zunehmend dem Verfall und der Trostlosigkeit preisgegeben waren. Er setzt ein Denkmal der geistigen Bedrückung, die in den Schulen, in der Armee, in den Betrieben, in allen Bereichen des Lebens herrschte.
Ein wichtiges, großes Buch, das kunstvoll eine vergangene Lebensrealität festhält, ein Roman auch gegen das Beschönigen und gegen das Vergessen.
Uwe Tellkamp hat einen großen Gesellschaftsroman geschrieben, der den Menschen, den Zuständen in den letzten Jahren der DDR ein ehrliches, berührendes Denkmal setzt.
Die bürgerliche Herkunftswelt des Autors im Villenviertel „Weißer Hirsch“ am Rande von
Dresden wird akribisch, liebevoll und dabei nicht unkritisch beschrieben. Die Schilderungen sind detailverliebt und verlangen denen, die nur temporeich- oberflächlich zu lesen gewohnt sind, möglicherweise zu viel Geduld ab. Wer aber Gefallen an langen, schön geformten Sätzen, interessanten Wortbildungen und guten Gedanken finden kann, wird seine Freude an der Lektüre haben.
Uwe Tellkamp setzt nicht nur den Menschen seiner Kindheitsumgebung, ihrer Trauer um die verfallenden Häuser, Villen, maroden Kunstdenkmäler in Dresden ein Denkmal, er setzt es auch anderen Orten in der DDR, die zunehmend dem Verfall und der Trostlosigkeit preisgegeben waren. Er setzt ein Denkmal der geistigen Bedrückung, die in den Schulen, in der Armee, in den Betrieben, in allen Bereichen des Lebens herrschte.
Ein wichtiges, großes Buch, das kunstvoll eine vergangene Lebensrealität festhält, ein Roman auch gegen das Beschönigen und gegen das Vergessen.

„Der Turm“

Kathrin Leibrock, Thalia-Buchhandlung Jena

Monumentales Epos, das an Thomas Manns Zauberberg erinnert. So wie dort die untergehende Zeit des Wilhelminismus vor dem Ersten Weltkrieg beschrieben wird, so sind es hier die sieben letzten Jahre der DDR, gespiegelt am Dresdner Bildungsbürgerturm. Der Kompass dieser geschlossenen Gesellschaft im Wohngebiet „Weißer Hirsch“ ist, wie es heißt, immer auf Weimar ausgerichtet. Man gibt Hauskonzerte, liest die deutschen Klassiker. Nur für geübte Leser! Erst wenn man die ersten 100 Seiten bestanden hat, kommt man nicht mehr los. Tiefgründig, sprachlich meisterhaft!
Monumentales Epos, das an Thomas Manns Zauberberg erinnert. So wie dort die untergehende Zeit des Wilhelminismus vor dem Ersten Weltkrieg beschrieben wird, so sind es hier die sieben letzten Jahre der DDR, gespiegelt am Dresdner Bildungsbürgerturm. Der Kompass dieser geschlossenen Gesellschaft im Wohngebiet „Weißer Hirsch“ ist, wie es heißt, immer auf Weimar ausgerichtet. Man gibt Hauskonzerte, liest die deutschen Klassiker. Nur für geübte Leser! Erst wenn man die ersten 100 Seiten bestanden hat, kommt man nicht mehr los. Tiefgründig, sprachlich meisterhaft!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
21 Bewertungen
Übersicht
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7
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2

Ein großer Roman, fast ein perfekter
von Zitronenblau am 16.10.2012
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Uwe Tellkamps „Der Turm“ gilt gemeinhin – und das auch völlig zu Recht – als eine der großen deutschsprachigen Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt der letzten Jahre. Sie reiht sich nicht bloß in die mittlerweile trivialisierte Reihe der Gattung Wenderoman mit ein, Tellkamp hat hier durchaus ein ästhetisches Meisterwerk geschaffen,... Uwe Tellkamps „Der Turm“ gilt gemeinhin – und das auch völlig zu Recht – als eine der großen deutschsprachigen Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt der letzten Jahre. Sie reiht sich nicht bloß in die mittlerweile trivialisierte Reihe der Gattung Wenderoman mit ein, Tellkamp hat hier durchaus ein ästhetisches Meisterwerk geschaffen, das für sich allein stehen kann, sicher auch so seine Eigenheiten hat, insgesamt aber viel Lesegenuss mit sich bringt. Eigentlich hat sich seit Erscheinen des Buches eine entsprechende Rezeption etabliert, sodass zuweilen das Meiste zu diesem Buch gesagt wurde – inhaltlich wie formal. Daher wiederhole ich an dieser Stelle nicht das, was jeder bspw. auf Wikipedia nachlesen kann, z.B. das Geschehen um die drei Protagonisten herum, die narrative Ansiedlung in die Nähe des Bildungsbürgertums (daher ist der Roman wesentlich auch eine Intellektuellenlektüre und ich kann mir vorstellen, dass insbes. solche „Ostalgiker“, die fern dieses Milieus den sozialistischen Realismus erfahren durften, so ihre Probleme mit diesem Epos haben dürften), die Entschlüsselung von Topoi und Persona usf. Ich nehme mir nun die Freiheit meine persönliche Erfahrung mit diesem Werk darzustellen, zu würdigen, Kritik aber auch an ihm zu üben: Was ich Tellkamp hoch anrechne, ist sein Stil. Allein das Präludium hat mich sofort ergriffen und mich so in das Buch versinken lassen wie das Land in den Orkus der Historie, von dem es kündet. Schon der Beginn um Richards 50. Geburtstag – jene, wenn man so wolle: „gutproletarische Idylle“ – ist vom nostalgischen Zauber geschwängert und nur der Auftakt eines sieben Jahre andauernden „Konzerts der Episoden“ (sieben Jahre sind es auch, die Carstop auf dem Zauberberg Manns verweilt). Das Präludieren, Interludieren und schließlich Finalisieren der Epopöe durch den Autor-Komponisten hat Verweisungsbezug dergestalt, dass wir uns in ein musikalisches Schauspiel, kurzum: eine literarische Oper hingesetzt fühlen sollen. Hieraus erwächst mir doch zugleich Kritik, denn diese Andeutung von Musikalität schwindet vor dem Hintergrund der Wirklichkeitsmontage, jener kaleidoskopartigen Episodenhaftigkeit. Der Roman ist eine polyphonische Komposition, die nicht etwa Katharsis sondern die ohnehin vom Leser gewusste Entwicklung in die euphemistische Wende und damit den real-sozial-realistischen Untergang der DDR geradlinig anstrebt, obschon diese Linie montiert wird. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass trotz dieser Pseudo-Musikalität das Buch in zwei Hauptbücher (darunter 72 Kapitel) gegliedert ist, die den Schein vom „gutproletarischen“ als quasi-gutbürgerlichen Realismus von dem real-sozialistischen zu trennen sucht. Die drei Protagonisten Christian, Richard und Meno (Christians Spitzname in der NVA ist Nemo, Meno hingegen ist ein Anagramm für Nemo) sind Konstruktionen. Identifikation mit ihnen fällt schwer. Besonders Christian, dessen Aufenthalt in der NVA ich mit Törleß‘ Internatshölle assoziiere (im Übrigen ist der „Prozeß“ Christians klar Kafka verweisend), wenngleich nicht annähernd so brillant wie die Musilsche Psychologie, wirkt seelenlos, fast unsympathisch. Sie alle sind weniger Menschen als Funktionen zur Beobachtung und Aufnahme der gesellschaftlichen Bedingungen. Allegorien des sozialistischen Realismus, gar? Warum der Roman nicht perfekt ist? Man merkt Tellkamp ein zu sehr Gewolltes an, hohe Literatur zu schreiben. Gerade die ästhetisch lang-syntaktischen Verschachtelungen sind ganz wunderbar, aber dann und wann wird der Text unauthentisch, zu konstruiert, zu volatil…

Ein großartiger Wälzer
von J.G. aus Berlin am 05.05.2010
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Uwe Tellkamp hat für sein Romanwerk im Jahre 2008 den Deutschen Buchpreis gewonnen. Und meiner Meinung nach auch völlig zu recht!! Der Roman umfasst den Zeitraum von Ende 1982 bis zum 9. November 1989 und wird im Wechsel aus drei Perspektiven erzählt. Die erste Perspektive ist die von Christian, einem... Uwe Tellkamp hat für sein Romanwerk im Jahre 2008 den Deutschen Buchpreis gewonnen. Und meiner Meinung nach auch völlig zu recht!! Der Roman umfasst den Zeitraum von Ende 1982 bis zum 9. November 1989 und wird im Wechsel aus drei Perspektiven erzählt. Die erste Perspektive ist die von Christian, einem zu Beginn des Buches 17-jährigen Abiturienten, der davon träumt ein großer Mediziner zu werden und dem viel an Bildung und Weltliteratur liegt. Doch um seinen Traum als berühmter Mediziner wahr werden zu lassen, muss er sich einem dreijährigen Militärdienst bei der Nationalen Volksarmee unterziehen. Er empfindet eine innere Distanz zur DDR und will auch nicht auffallen. Leider neigt er zu „Dummheiten“. Während der NVA-Zeit kommt es zu einem Vorfall, der ihm einen Gefängnis-Aufenthalt in Schwedt, Zwangsarbeit und Dienstverlängerung beschert. Richard, ein angesehener Chirurg und Medizinprofessor, beschreibt die zweite Perspektive. Zu Beginn des Romans feiert er seinen 50. Geburtstag und man erhält die ersten Einblicke der DDR-Zeit. Die Sicht Richards beschreibt die Probleme der Krankenhäuser trotz fehlender Gerätschaften, Räumen, Medizin und Personal einen guten Job zu machen. Richard wird gegen seinen wirklichen Willen als Spitzel im Krankenhaus eingesetzt. Aus Angst um die Zukunft seiner Söhne weiß er teilweise nicht weiter. Druckmittel ist seine langjährige Beziehung zu einer Krankenschwester und das daraus entstandene Kind sowie eine Jugendsünde. Und zu guter letzt steht die Person Meno im Vordergrund. Meno ist Christians Onkel mütterlicherseits. Er ist Lektor in einem Dresdner Verlag und die Themen: „Was darf geschrieben werden“, „Was darf gesagt werden“, und die Rolle der Forschung und Bildung stehen in besonderen Vordergrund. Einerseits muss er dabei die Vorgaben der Kulturbürokratie beachten, andererseits steht er menschlich den Autoren nahe, die von der Zensur drangsaliert werden. Dieser Roman gibt einem einen besonderen Einblick in die Zeit der DDR. Welch ein einzigartiger Schreibstil. Dies ist kein Buch zum „Runterlesen“, sondern zum Nachdenken und Genießen der teilweisen schönen Beschreibungen und Gedanken. An manchen, aber sehr wenigen Stellen empfand ich das Buch auch ein bisschen langatmig. Zu Anfang haben mich die rund 1.000 Seiten mit der verbundenen Angst, dass mir das Buch nicht gefallen könnte, ziemlich abgeschreckt. Aber dieses Buch gibt einem die Gelegenheit in die Zeit der DDR einzusteigen. Ein außergewöhnliches Buch, welches ich jedem empfehlen kann.

Der Turm
von einer Kundin/einem Kunden aus Frankfurt am Main am 29.04.2010
Bewertet: Buch (Taschenbuch)

Es ist sicherlich eine gute Geschichte, aber so schwer zu lesnen, dass man teilweise nichts versteht. Kein Buch für Zwischendurch, keine Vor-dem-Schlafen-gehen-noch-zwei-Seiten-lesen-Lektür. Ich hab es nicht bis zum Schluss geschafft. Schade. Warum ist es nur auf der Bestsellerliste???