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Luise Rinser

Ein Leben in Widersprüchen

José Sánchez de Murillo

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Beschreibung

Zum 100. Geburtstag von Luise Rinser am 30. April: Die große Biographie

Mit Romanen wie ›Mitte des Lebens‹, ›Mirjam‹, ›Abaelards Liebe‹ gehörte Luise Rinser zu den meistgelesenen Schriftstellerinnen ihrer Zeit. Romanhaft sind, wie sich zeigt, auch ihre Autobiographien ›Den Wolf umarmen‹ und ›Saturn auf der Sonne‹. Die streitbare Autorin, die die deutsche Kultur der Nachkriegszeit entscheidend mitprägte, sah sich gern als Gegnerin und Opfer des Nazi-Regimes. Aber sie schrieb Huldigungsgedichte an Hitler, leitete BDM-Schulungslager, entwarf Propagandafilme. Manches nie Ausgesprochene konnte Luise Rinser erst in ihren späten Jahren dem Freund José Sánchez de Murillo anvertrauen. Anderes hat sie literarisch verarbeitet: die Spannung zwischen Lebensentwurf und Wirklichkeit als schriftstellerische Inspiration.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 480
Erscheinungsdatum 12.04.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-10-071311-7
Verlag S. Fischer Verlag
Maße (L/B/H) 22,4/15,1/4 cm
Gewicht 726 g
Abbildungen 19 einfarbige Abbildungen im 8-seitigen Bildteil
Auflage 1. Auflage

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Leben und Werk - tiefenphänomenologisch erhellt
von Scardanelli aus Tübingen am 19.04.2011
Bewertet: eBook (ePUB)

Wer den Autor kennt, weiß, dass die Oberfläche des Lebens mit all ihren Widersprüchen, Halbwahrheiten und Lügen - menschlich, allzu menschlich - das Leben nicht erschöpft. Fakten, auch unliebsame und hässliche, sind das eine, sicher nicht Unwichtige und zu Vernachlässigende. Ihre Interpretation, ihr Verständnis, die Einordnung i... Wer den Autor kennt, weiß, dass die Oberfläche des Lebens mit all ihren Widersprüchen, Halbwahrheiten und Lügen - menschlich, allzu menschlich - das Leben nicht erschöpft. Fakten, auch unliebsame und hässliche, sind das eine, sicher nicht Unwichtige und zu Vernachlässigende. Ihre Interpretation, ihr Verständnis, die Einordnung in lebens- und weltgeschichtliche Zusammenhänge aber stellt die eigentliche und wesentliche Leistung des Biografen dar. Dass menschliche Unzulänglichkeit die Tiefendimension eines Werkes und dessen Rang nicht zwangsläufig beeinträchtigen muss, zeigt der "Fall" Heidegger. Ähnlich auch hier. Sanchez zeigt, wie auch die Erwartung und Hoffnung einer Nation auf Teilhabe an intellektueller und moralischer Redlichkeit nach dem Desaster des Nationalsozialismus die Selbststilisierung der Autorin beeinflusst und begünstigt hat - ebenso wie die ebenfalls kollektiv sanktionierte Unmöglichkeit, Unzulänglichkeit, Verstrickung und Versagen zuzugeben, sich zu einer "Kehre" zu bekennen. Was aber machte die Faszination dieses Wahnsinns aus? Welcher Sinn verbarg sich in diesem Wahnsinn, Widersinn? Sanchez, der die deutsche Geistestradition kennt wie kaum jemand sonst, sieht tiefer. Das Erbe der Romantik, die wesenhaft zu-künftig ist und bleibt, bestimmte auch Leben und Werk von Luise Rinser. Die Entdeckung des Weiblichen als not-wendiges Korrektiv einer einseitig männlich-logischen Vernunft auf dem Weg zur Verwirklichung des Menschlichen steht im Mittelpunkt der tiefenphänomenologischen Interpretation. Nur so ist es dem Autor und Freund Luise Rinsers möglich, nichts zu beschönigen, Fakten Fakten sein zu lassen und dennoch die weltgeschichtliche Bedeutung dieses Werkes, seine Zu-künftigkeit auch im Hinblick auf eine immer noch ausstehende Erneuerung des Christlichen herauszustellen. Der tiefenphänomenologische Blick entdeckt auch hinter den offenkundigen Lügen, Verfälschungen, Umdeutungen im Leben und Werk Luise Rinsers Zusammenhänge,Fragen und Rätsel, die der Erhellung Wert sind und auf die die Autorin zum Teil selbst bereits aufmerksam wurde.


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