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Alles fühlt

Mensch, Natur und die Revolution der Lebenswissenschaften

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Seit jeher erklärt uns die Wissenschaft: Alle Lebewesen werden von Reflexen und Genen gesteuert. Doch was ist mit den Gefühlen? Lassen sie sich mit der Naturwissenschaft vereinbaren? Klar und packend erläutert Andreas Weber die Revolution der Lebenswissenschaften: Tiere und Pflanzen sind inniger mit uns verwandt, als wir jemals vermutet hätten. An ihnen erfahren wir zentrale Dimensionen unserer Gefühle. Daraus ergibt sich eine brisante Erkenntnis: Nur wenn wir die Natur bewahren, werden wir unsere eigene Humanität und Freiheit retten können.
Portrait
Andreas Weber, geboren 1967, studierte Biologie und Philosophie in Berlin, Freiburg, Hamburg und Paris. Als freier Autor, Journalist und Redakteur schreibt er regelmäßig Beiträge für große Magazine und Zeitungen. Andreas Weber lebt mit seiner Familie in Berlin.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 352 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 11.09.2010
Sprache Deutsch
EAN 9783827072887
Verlag EBook Berlin Verlag
Dateigröße 2276 KB
eBook
8,99
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von Gudrun Wolf aus Lindenberg am 27.12.2013

Zuerst liest es sich wie eine Abrechnung unter Biologen: „Die Biologie, die Wissenschaft vom Leben hat anderthalb Jahrhunderte auf die Frage geschwiegen, was Leben ist. Biologen hatten ein Konzept, … daß Organismen kleine Maschinen sind.“ (S.11) In diesem ersten Satz werden alle Biologen „in einen Sack gesteckt“. Aber dann... Zuerst liest es sich wie eine Abrechnung unter Biologen: „Die Biologie, die Wissenschaft vom Leben hat anderthalb Jahrhunderte auf die Frage geschwiegen, was Leben ist. Biologen hatten ein Konzept, … daß Organismen kleine Maschinen sind.“ (S.11) In diesem ersten Satz werden alle Biologen „in einen Sack gesteckt“. Aber dann tauchen da in der Einführung immer wieder Sätze auf, die mich elektrisieren: „Wir erleben die Welt nicht primär mit dem Geist, sondern mit den Sinnen. Menschen denken in Symbolen und Methapern.“ (S. 17f) „Die Natur ist kein Fluchtraum vor den Gefühlen. Sie gewährt uns eine Flucht ins Gefühl.“ (S. 27) Schließlich lese ich das Buch doch – mit unterschiedlicher Intensität kann ich mich in die einzelnen Abschnitte einfühlen. Andreas Weber wechselt zwischen persönlichen Erlebnissen, wissenschaftlichen Standpunkten und Gefühlsbeschreibungen. Das Wichtige an diesem Buch ist der Versuch einer neuen Interpretation der unterschiedlichen Kraftzentren menschlichen Lebens, der sich in der Natur und in den Zellen findet. Die einzelnen Abschnitte des Buches tragen die Botschaften: Zellen mit Zielen Die Sprache der Gefühle Ich bin Du Leben als Kunst Symbiosen Heilung Im ersten Abschnitt findet sich die fundamentale Erkenntnis: „Leben ist nicht wertfrei. …. Leben ist im Gegenteil das Erscheinen eines Wertes, der Körper geworden ist.“ (S. 32) So setzt A. Weber den Lebensdrang zum Grundaxiom in der Biologie. Dieses Streben nach Fortexistenz bewirkt, daß alles was lebt, mehr Leben will. Aufgrund seiner Beobachtungen kommt er zu dem zweiten Prinzip, daß sich dieses unmittelbare Lebensinteresse sehen läßt, daß sich in der Oberfläche der Organismen ihr Innenleben sehen läßt. Und schließlich stellt er fest, „nur im Spiegel anderen Lebens können wir uns selbst verstehen. Wir brauchen den Blick des Allerfremdestes.“ (S. 34) Ehrlich gesagt, seit der Auseinandersetzung mit dialektischem und historischem Materialismus überrrascht mich diese Erkenntnis gerade auch in der Biologie nicht besonders. Aber es liest sich wunderbar, von einem Fachmann konkret erklärt und „gezeigt“ zu bekommen, wie sich diese Prinzipien umsetzen und zu welchen Bewertungen unserer Lebenswirklichkeit sie führen können. Das letzte Kapitel „Heilung“ beginnt mit der Geschichte von einem Labor-Kaninchen und der Erkenntnis, mit welcher Rechtfertigung, täglich Tausende von Tiere geqält werden: „Vivisektion ist möglich, weil wir alles, was nicht in der Lage ist, unsere Sprache mit uns zu sprechen, als Sachen behandeln – die Tiere, die Pflanzen und bis vor kurzem auch Kinder, bevor sie sich artikulieren konnten. Diese Praxis hat eine lange Geschichte. Es ist die Geschichte unseres abendländischen Weltmodells. Jahrtausendelang stand diesem ein Gott vor, der die messerscharfe, vollkommene, unbestechliche Vernunft repräsentierte und sich zugleich außerhalb der Welt befand.“ (S. 281) Vergleichbar manchen Physikern, die die Weltformel suchen, fragt auch A. Weber weiter nach den notwendigen und möglichen Konsequenzen seiner Beobachtungen für menschliches Denken und Handeln. Sein vorläufiges Fazit lautet: „All das heißt, daß am Anfang kein logos war – kein abstraktes Wort. Die Wirklichkeit ist ebenso wenig „eigentlich Geist“ wie sie „bloß Materie“ ist. Vielleicht müßte es daher besser heißen, „am Anfang war Gefühl“ - gewiss jedoch das Potential dazu. … Gefühl ist Lust und Tragik der Materie.“ (S. 314)