Ludendorff

Diktator im Ersten Weltkrieg

(2)
Eine deutsche Verhängnisgestalt

Erich Ludendorff (1865–1937) war eine der Schlüsselfiguren in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Als gefeierter Generalissimus des Ersten Weltkriegs und Erfinder des »totalen Kriegs«, als Ikone der völkischen Bewegung und ideologischer Wegbereiter des Nationalsozialismus.

Kein anderer deutscher Militär hat eine Machtfülle besessen wie General Ludendorff im Ersten Weltkrieg. Das Kriegsrecht ermöglichte ihm die Einflussnahme auf alle Bereiche des öffentlichen Lebens, auf Wirtschaft, Propaganda und Besatzungspolitik. Sein innenpolitisches Ziel für die Zeit nach dem »Endsieg« war eine Militärdiktatur. In der Außenpolitik träumte er von einem »Imperium Germaniae«, seine völkischen Motive verband er – lange vor den verbrecherischen Plänen der Nationalsozialisten – mit der radikalen Vorstellung eines »totalen Kriegs«.

So war es nur folgerichtig, dass Ludendorff nach dem Ersten Weltkrieg eine führende Rolle in republikfeindlichen und chauvinistischen Kreisen spielte und aktiv am Hitler-Putsch beteiligt war. Die von ihm zu verantwortenden strategischen und politischen Fehlentscheidungen, seine Umdeutung der Kriegsniederlage Deutschlands in die sogenannte »Dolchstoßlegende« – all das macht Ludendorff neben Hindenburg und Hitler zu einer der deutschen Verhängnisgestalten des 20. Jahrhunderts.

Portrait
Manfred Nebelin, geboren 1955 in Leverkusen, lehrt als Privatdozent Neuere und Neueste Geschichte an der Technischen Universität Dresden. Er hat zahlreiche Veröffentlichungen zur Zeitgeschichte vorgelegt. Seine Forschungsschwerpunkte bilden der Erste Weltkrieg, die Zeit des Nationalsozialismus sowie die politische Geschichte Europas im 20. Jahrhundert.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 749
Erscheinungsdatum 11.04.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-88680-965-3
Verlag Siedler Verlag
Maße (L/B/H) 23,7/16,1/4,8 cm
Gewicht 1028 g
Abbildungen mit Abbildungen
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Für die Öffentlichkeit war Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg die entscheidende Figur des Ersten Weltkriegs (1914 bis 1918). Doch den Ton in der Obersten Heeresleitung gab ein anderer an: Erich Ludendorff, der gegen Ende des ersten weltumspannenden Krieges quasi als Diktator die Macht in Deutschland ausübte. Im Siedler-Verlag ist jetzt ein... Für die Öffentlichkeit war Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg die entscheidende Figur des Ersten Weltkriegs (1914 bis 1918). Doch den Ton in der Obersten Heeresleitung gab ein anderer an: Erich Ludendorff, der gegen Ende des ersten weltumspannenden Krieges quasi als Diktator die Macht in Deutschland ausübte. Im Siedler-Verlag ist jetzt ein hochinteressantes Buch über den Offizier erschienen. Historiker Manfred Nebelin erlaubt tiefe Einblicke in das Denken und Handeln jenes Mannes, der als "Erfinder" der Dolchstoßlegende und des sogenannten totalen Kriegs gilt. Vor allem wird deutlich, dass für Ludendorff in erster Linie die eigene Machtfülle im Vordergrund stand. Während an der Ost- und Westfront Hunderttausende Soldaten starben, intrigierten Ludendorff und Hindenburg, die nach ihrem Sieg in der Schlacht von Tannenberg als Retter Deutschlands glorifiziert wurden, solange gegen Generalstabschef Erich von Falkenhayn, bis sie selbst das Kommando übernahmen. Gleiches galt später für Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg. Nebelins Buch ist keine einfache Kost, aber erhellend und lesenswert. (Erschienen in den Harburger Anzeigen und Nachrichten)