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Hearts On Hold

Rezension
Das Quartett aus Portland, Oregon, um Leadsängerin Corrina Repp und Joe Haege, der auch als Mitglied der 31 Knots und von Menomena bekannt ist, destilliert aus einem Füllhorn unterschiedlichster Einflüsse faszinierende, dunkel gefärbte Songs von überbordender Klangvielfalt. Die Soundscapes von Tu Fawning wirken cool und emotional fesselnd zugleich, verwunschen und verwegen, experimentell und kantig, trotzdem melodiös und einnehmend. Einen eigenwilligen Zauber, dem man sich nicht entziehen kann, entfaltet gleich das Eröffnungsstück "Multiply A House" mit seinen gespenstisch-monotonen Trompetenfanfaren, bedrohlich schepperndem Schlagwerk, Ambientsounds und gospel- und bluesgetränkten Gesangsharmonien. Afrikanische Tribal-Drums, langgezogene Orgel-Klänge und Repps eindringliche Stimme prägen "The Felt Sense", eine Art Ethno-TripHop-Nummer. Auf das verspielte "Mouths Of Young" folgt die atemberaubende "Sad Story", ein besoffener, schräger Walzer zu pochendem Piano, Balkan-Bläsern und knackigen Rockgitarren, bizarren Lautmalereien, einem eingängigen Refrain zwischen Soul und Chanson und kakophonischen Einlagen. "Apples And Oranges" beginnt feierlich mit Trompete, Klavier und Geige, betört mit Corrina Repps und Joe Haeges nostalgisch-melancholischem Duett-Gesang und Exkursionen in psychedelische Gefilde. Bei "Just Too Much" evozieren Trommelstakkato, erfrischend oszillierende E-Gitarrensounds und die Melodieführung Parallelen zu Vampire Weekend. "Diamond In The Forest" kombiniert beunruhigende lautmalerische Chöre, Klavierklänge in Nähe zu klassischer Musik, Repps exaltierten, unter die Haut gehenden Leadgesang und jazzige bis rockige Einschübe zu einem extrem dramatischem Klangerlebnis. Das ungemütlich stimmende "Hand Grenade" verquirlt unter anderem Versatzstücke aus Dark Wave, Alternative Rock, Ambient und Avantgarde zu einem expressionistischen Soundgemälde. Ähnlich abgefahren und unwirklich erscheint "I Know You Know": Wie durch akustische Nebelschwaden hört man hier abgefahrene Gesangs-Loops, die von Schellack-Platten der 20er oder 30er Jahre zu stammen scheinen, und die sich mit schleifenden Orgeln, CocoRosie-Referenzen und knarzenden Gitarren wie von einer Tom-Waits-Platte zu einem abgedrehten, abstrakten und doch so etwas wie Groove und Sogwirkung entwickelndem Wunderwerk zusammenfügen. Anders als fast alles, was man bisher gehört hat, klingt auch das aufwühlende Finale "Lonely Nights", ein geisterhafter Gospel-Ethno-TripHop-Zeitlupen-Blues mit mysteriösen, asiatisch anmutenden Sirenensounds, schleppenden Rhythmen, Tremolo-Gitarren und verhallter Jazz-Trompete. Aufregender und spannender kann Indie-Pop kaum sein, wenn man wie die vier Multiinstrumentalisten von Tu Fawning wirklich "unabhängig" von althergebrachten Mustern und Stereotypen mit solch einem Reichtum an Ideen und unerschütterlichem Wagemut musiziert. "Hearts On Hold" ist eine Verheißung auf ein spektakuläres Musikjahr 2011. Frank Medwedeff (Quelle/Copyright: G+J Entertainment Media)
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Beschreibung

Produktdetails


Medium CD
Anzahl 1
Erscheinungsdatum 14.01.2011
EAN 4250506800437
Musik (CD)
15,99
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