Warenkorb

Der Mensch in der Revolte

Essays

"Unsere Verbrecher sind nicht mehr jene entwaffneten Kinder, die zur Entschuldigung die Liebe anriefen. Sie sind im Gegenteil erwachsen und haben ein unwiderlegbares Alibi, die Philosophie nämlich, die zu allem dienen kann, sogar dazu, die Mörder in Richter zu verwandeln."


Mit der hier vorliegenden Essaysammlung setzt der Autor die Tradition der französichen Moralisten fort. Das strenge und anspruchsvolle Werk ist eine Absage an die Auffassung, daß Geschichte ein sinnvoller Ablauf sei. Er versucht nachzuweisen, daß die politischen Ideen von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis heute Konstruktionen und Utopien waren, da sie das Absolute wollen, und deshalb notwendig ins Absurde, in Terror und legitimierten Mord einmünden mussten.

Portrait
Albert Camus wurde am 7. November 1913 in ärmlichen Verhältnissen als Sohn einer Spanierin und eines Elsässers in Mondovi, Algerien, geboren. Von 1933 bis 1936 studierte er an der Universität Algier Philosophie. 1934 trat er der Kommunistischen Partei Algeriens bei und gründete im Jahr darauf das «Theater der Arbeit». 1937 brach er mit der KP. 1938 entstand sein erstes Drama «Caligula», das 1945 uraufgeführt wurde. Camus zog 1940 nach Paris. Neben seinen Dramen begründeten der Roman «Der Fremde» und der Essay «Der Mythos von Sisyphos» sein literarisches Ansehen. 1957 erhielt Albert Camus den Nobelpreis für Literatur. Am 4. Januar 1960 starb er bei einem Autounfall.Das Gesamtwerk von Albert Camus liegt im Rowohlt Verlag vor.
… weiterlesen
  • Artikelbild-0
  • Aus dem Französischen von Justus Streller,
    bearbeitet von Georges Schlocker
    unter Mitarbeit von François Bondy
In den Warenkorb

Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 344
Erscheinungsdatum 01.03.1996
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-499-22193-4
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Maße (L/B/H) 19,3/11,5/3 cm
Gewicht 319 g
Originaltitel L'Homme revolte *
Auflage 33. Auflage, Neuausgabe
Übersetzer Justus Streller
Verkaufsrang 15111
Buch (Taschenbuch)
Buch (Taschenbuch)
12,00
12,00
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Lieferbar in 1-2 Wochen Versandkostenfrei
Lieferbar in 1-2 Wochen
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
PAYBACK Punkte
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Ihr Feedback ist anonym. Wir nutzen es, um unsere Produktseiten zu verbessern. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Ihnen keine Rückmeldung geben können. Wenn Sie Kontakt mit uns aufnehmen möchten, können Sie sich aber gerne an unseren Kundenservice wenden.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
1 Bewertungen
Übersicht
1
0
0
0
0

Die Philosophie des Augenblicks: Die Revolte für eine wertorientierte Gegenwart und gegen die Knechtschaft durch absolute Ideen
von Hartmut Zimmer aus Alzenau am 01.01.2011

In seinem 1951 erschienenen, (neben „Sisyphos“) zweiten philosophischen Hauptwerk bewegt sich Camus wiederum im Grenzland zwischen Literatur, Geschichte und Philosophie. Was für Descartes der Gedanke (cogito), ist für Camus die Revolte als die Auflehnung gegen äußere Umstände, insbesondere auch gegen Herrschaftsverhältnisse. ... In seinem 1951 erschienenen, (neben „Sisyphos“) zweiten philosophischen Hauptwerk bewegt sich Camus wiederum im Grenzland zwischen Literatur, Geschichte und Philosophie. Was für Descartes der Gedanke (cogito), ist für Camus die Revolte als die Auflehnung gegen äußere Umstände, insbesondere auch gegen Herrschaftsverhältnisse. Zunächst untersucht Camus die metaphysische Revolte und den Nihilsmus, um dann im Hauptteil seines Werkes auf die Geschichte der Revolte und der Revolutionen einzugehen und diese voneinander abzugrenzen. Der Nihilismus, so Camus, glaube an nichts anderes als an die Vernunft und das persönliche Interesse. Sein Ausdruck finde sich wieder in der Heuchelei einer mittelmäßigen und habgierigen Gesellschaft. Europa sei zu einer rein technischen Kultur verkommen (und zwar sowohl im Kapitalismus wie im Sozialismus). In einer Welt des rationalen Terrors komme es nur noch auf das Wachstum der Produktion und der materiellen Macht an. Camus wendet sich gegen die Vorstellung einer vermeintlich zwingenden, gesetzmäßig verlaufenden Geschichte. Mit absoluten Ideen seien häufig Heilslehren verbunden, die mit dem Versprechen eines in ferner Zukunft liegenden paradiesischen Glücks vom Elend der Gegenwart ablenkten und die sich auf diesem Weg den Gehorsam und das Leid ihrer Sklaven erkauften. Dialog werde dabei ersetzt durch Propaganda oder Polemik (als Abarten des Monologs). Später, so verkündeten die Herrscher den Beherrschten, werde alles besser werden, ja in einen Idealzustand münden. Patriot sei, wer die Republik oder die Organisation im Ganzen unterstütze; wer sie in Einzelteilen bekämpfe, werde zum Verräter gestempelt. Eine stumme Feindschaft trenne die Unterdrücker von den Unterdrückten. Diejenigen Ziele, welche ungerechte Mittel brauchten, seien keine gerechten Ziele. Ohne ethische Rechtfertigung des Handelns werde schließlich das Verbrechen zur Pflicht. Doch gebe es keine absoluten Wahrheiten, nicht einmal eine absolute Moral; es gebe nur den Augenblick und das Schicksal. Die Revolte dagegen bedeute nicht nur Ablehnung vorgefundener Umstände, sondern sei auch immer Ausdruck für etwas, nämlich für bestimmte Werte. Die Prinzipien der Revolte verneinten die Knechtschaft, die Lüge und den Terror und äußerten sich nicht zuletzt in der Kunst.