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Der gestiefelte Kater

Kindermärchen in drei Akten mit Zwischenspielen, einem Prologe und Epiloge

Reclams Universal-Bibliothek Band 8916

Tiecks »Gestiefelter Kater« ist als Schauspiel eines Schauspiels konzipiert, ist ein Balanceakt auf einem Grenzpunkt zwischen Tiefsinn und Unsinn, ein geistreich-witziges Spiel mit der Illusion, mit mehreren Spielebenen und Rollendimensionen. Es realisiert romantische Ironie als Spiegelung des Stücks im Stück: Inhalt ist ein mißglückter Theaterabend, der halb scheiternde Versuch einer fiktiven Theatertruppe, das Märchenstück eines fiktiven Autors vor einem fiktiven Publikum aufzuführen.

Text in neuer Rechtschreibung
Portrait
(Johann) Ludwig Tieck (31.5.1773 Berlin – 28.4.1853 Berlin) zählt zusammen mit Novalis und den Schlegel-Brüdern zu den wesentlichen Protagonisten der literarischen Romantik. Neben seiner Tätigkeit als freier Schriftsteller war er ab 1825 in Dresden als Hofrat und Dramaturg am Hoftheater tätig. 1842 folgte er dem Ruf König Friedrich Wilhelms IV. als Theatermacher nach Berlin, wo er auch seinen Lebensabend verbrachte.
Tieck begann bereits auf dem Gymnasium mit dem Verfassen von Dramen und Erzählungen. Der Briefroman »William Lovell«, in dem er den Niedergang eines enterbten jungen Briten beschreibt, steht am Beginn seines romantischen Schaffens. Besondere Bekanntheit erlangte Tieck mit dem Verfassen von Märchen: In den Bereich des Schauerromans begibt er sich mit »Der blonde Eckbert«, während »Der Runenberg“ in romantischer Manier mit der Unvereinbarkeit von Realität und idyllischer Verklärung spielt. »Der gestiefelte Kater« – sein wohl bekanntestes Märchenspiel – löste, aufgrund des sprechenden Katers als Protagonist und dem fiktiven unerbittlichen Publikum auf der Bühne, bei seiner Uraufführung einen öffentlichen, aber auch von Tieck kalkulierten Eklat aus.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Herausgeber Helmut Kreuzer
Seitenzahl 88
Erscheinungsdatum 01.01.2001
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-15-008916-3
Verlag Reclam, Philipp
Maße (L/B/H) 14,7/9,7/0,7 cm
Gewicht 54 g
Auflage Durchges. u. erg. Ausg.
Verkaufsrang 43833
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Ein Stück im Stück
von Daniela Ammann aus Wien am 05.02.2013

Das Märchen vom gestiefelten Kater hat wohl jeder schon einmal gehört. Ursprünglich auch von Tieck geschrieben, wurde es von ihm einige Jahre später ebenso in ein Schauspiel verpackt. Das besondere daran: Das Schauspiel zeigt ein Theater mit Publikum und Dichter, die im Begriff sind sich das Theaterstück "Der gestiefelte Kater" ... Das Märchen vom gestiefelten Kater hat wohl jeder schon einmal gehört. Ursprünglich auch von Tieck geschrieben, wurde es von ihm einige Jahre später ebenso in ein Schauspiel verpackt. Das besondere daran: Das Schauspiel zeigt ein Theater mit Publikum und Dichter, die im Begriff sind sich das Theaterstück "Der gestiefelte Kater" anzusehen. Nun ist das Stück dem Leser bekannt, doch das dargestellte Auditorium ist alles andere begeistert und so muss immer wieder der Dichter vortreten und die Herrschaften beruhigen oder Diskussionen mit den Bühnenbildnern und Darstellern ausfechten. Schlussendlich geht das Stück aus, wie es ausgehen soll. Doch das Publikum verlässt demonstrativ das Theater und lässt einen entmutigten Dichter zurück. Als Leser hat man zwei Stücke vor sich, wobei das mit den Gesprächen des Auditoriums spannender ist, als alles andere. Für alle, die gerne Verschachteltes lesen.