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Mephisto

Roman einer Karriere. Nachw. v. Michael Töteberg

(8)
«Mephisto» erschien erstmals 1936 im Amsterdamer Exilverlag Querido, 1966 wurde seine Verbreitung in der BRD gerichtlich verboten, 1981 erschien trotz des Verbots eine Neuausgabe. Der Roman wurde zu einem Kultbuch: eine exemplarische Geschichte über Anpassung und Widerstand, Karrieredenken und künstlerische Moral.
Rezension
"Mephisto", 1936 im Exil geschrieben, war einer der ersten Romane, die sich mit den Zuständen im Dritten Reich auseinandersetzten. Das Buch war seit seinem Erscheinen heftig umstritten und wurde 1968 in der Bundesrepublik verboten. "Der zeitliche Abstand hat (inzwischen) den Roman endgültig der Literaturgeschichte übereignet."
(Wilfried F. Schoeller in der "Süddeutschen Zeitung")
Portrait
Michael Töteberg, geb. 1951, leitet die Agentur für Medienrechte im Rowohlt Verlag.

Geboren am 18.11.1906 in München als ältester Sohn Thomas und Katja Manns. Klaus Mann schrieb mit 15 Jahren erste Novellen. Es folgten die Gründung eines Theaterensembles mit Schwester Erika, Pamela Wedekind und Gustaf Gründgens, 1929 unternahm er eine Weltreise «rundherum». In der Emigration (mit den Stationen Amsterdam, Zürich, Prag, Paris, ab 1936 USA) wurde er zur zentralen Figur der internationalen antifaschistischen Publizistik. Er gab die Zeitschriften «Die Sammlung» (1933-35) und «Decision» (1941-42) heraus, kehrte als US-Korrespondent nach Deutschland zurück.

1949 beging er aus persönlichen und politischen Motiven Selbstmord, nachdem er in dem von Pessimismus erfüllten Essay Die Heimsuchung des europäischen Geistes noch einmal zur Besinnung aufgerufen hatte.

Mann sagte sich früh vom Daseinsgefühl der Eltern-Generation los und stellte die Lebenskrise der «Jungen» in der stilistisch frühreifen
Kindernovelle und in der Autobiographie des Sechsundzwanzigjährigen
Kind dieser Zeit dar. Seine wichtigsten Romane schrieb Mann im Exil:
Symphonie Pathétique,
Mephisto. Roman einer Karriere, und
Der Vulkan. In der Autobiographie
Der Wendepunkt gelangt Klaus Manns Diktion zu Reife und gelassener Sachlichkeit. Er sprach stellvertretend für eine Generation, die in den 20-er Jahren ihre prägenden Eindrücke empfing, mit einem engagierten Freiheitsbewusstsein zu neuen Ufern aufbrechen wollte und zwischen den Fronten einer zerrissenen Nachkriegswelt an der Machtlosigkeit des Geistes verzweifelte.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 414
Erscheinungsdatum 01.04.2000
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-499-22748-6
Verlag Rowohlt Taschenbuch
Maße (L/B/H) 19/12,6/2,9 cm
Gewicht 357 g
Auflage 21. überarbeitete Auflage
Verkaufsrang 39.201
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
8 Bewertungen
Übersicht
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von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Ein Klassiker, in dem mit spitzer Feder die Geschichte eines Schauspielers im 3. Reich beschrieben wird, schwankend zwischen dem Willen zu spielen und der Abscheu vor dem System.

Leider nicht mein Fall
von *Nadine* am 29.07.2010

Ich konnte mich mit dem Buch leider nicht anfreunden. Die Geschichte war eher langweilig und nicht wirklich spannend. Allerdings ist es gut geschrieben und gut zu verstehen.

Überleben
von Polar aus Aachen am 12.05.2008

Roman einer Karriere lautet der Untertitel, und es ist viel über die Figur des Gustaf Gründgens im Aufstieg des Schauspielers Höfgen geschrieben worden. Dabei stellt der Roman über die biographische Randnotiz hinaus die entscheidenden Fragen, wie das Leben Bestand hatte, der berufliche Aufstieg im Nazideutschland, die Anpassung im gleichgeschalteten... Roman einer Karriere lautet der Untertitel, und es ist viel über die Figur des Gustaf Gründgens im Aufstieg des Schauspielers Höfgen geschrieben worden. Dabei stellt der Roman über die biographische Randnotiz hinaus die entscheidenden Fragen, wie das Leben Bestand hatte, der berufliche Aufstieg im Nazideutschland, die Anpassung im gleichgeschalteten Dritten Reich vonstatten ging. Es fällt leicht Höfgen, in dessen Name sich der Begriff Höfling spiegelt, ohne Vorbehalt zu verdammen. Doch Klaus Mann macht es trotz aller Abrechnung seinen Lesern nicht einfach. Hat Höfgen nicht auch Menschen zu retten versucht, indem er sie seinem Theater als unabkömmlich bezeichnete? Hat er nicht gleichzeitig viele Freunde fallen lassen? Anders als viele Immigranten blieb er vor Ort, katzbuckelte, weil er es seiner Kunst schuldig zu sein glaubte. Es fällt den Nachgeborenen leicht, Urteile zu fällen. Es gehört Mut, Rückgrat, Einsicht in das Unabänderliche dazu, um ein Zeichen zu setzen, seinem Land den Rücken zu kehren. Höfgen ist feige. Niemand weiß das besser als er selbst. Trotz seiner unterschwelligen Abrechnung mit Gründgens hat Klaus Mann sich bemüht, sich in sein Leben hineinzuversetzen. Dabei kommt nicht nur Schwarz-Weiß raus, sondern sehr viel grau, das unter Theaterschminke verschwindet. Ich bin doch nur ein Schauspieler, sagt Höfgen an einer Stelle. Ähnliche Sätze lauten: Ich habe nur einen Befehl ausgeführt, meine Pflicht getan, von all dem nichts gewusst, uns hat ja keiner was gesagt. Und alles gipfelt in dem Satz: Was hätte ich den tun sollen? Um ihn dreht sich der Roman. Klaus Mann beschreibt furios, die Verführung, die Angst, die Ohnmacht, den Genuss, sich im Schatten der Macht einzurichten, und weist akribisch nach, wie sehr man wegsehen muss, um das durchzuhalten. Ein sehr deutsches Buch. Die Gefühle überhitzen sich in Ideen, sie finden nicht die Kraft zum Widerstand.