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Liebeswahn

Roman

detebe Band 23162

Ian Mc Ewan

(6)
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Beschreibung

Ein Roman darüber, was mit dem Leben und mit der Liebe passiert, wenn sie der Obsession eines Eindringlings ausgesetzt werden. Ein aufwühlender Roman, der zwischen den hellen und den dunklen Seiten der Liebe oszilliert, bis die Nerven reißen.

"Brillanter Schock. Ian McEwan beherrscht das erzählerische Handwerk aus dem Effeff; er liebt seine Figuren (und verrät sie brutal, wenn es die Geschichte erfordert); er findet genau den Tonfall, der über Brüche hinwegtäuschen kann - bis die Abgründe endgültig zu tief sind. Liebeswahn und Amsterdam schlagen den Bogen vom Spannungszentrum zur Philosophie, streifen das Metaphysische und kehren zurück auf den Boden, von dem die Geschichten nie abheben." (profil)
"Ein brillantes und packendes Stück Literatur, in dem Ian McEwan mit atemberaubenden Tempo- und Perspektivenwechsel seinem Ruf als ebenso intelligenter wie mitreißender Erzähler vollauf gerecht wird." (ORF)
"Eines der großen Ereignisse dieses Buchherbstes - ein exzellentes Stück Literatur über eine große Obsession." (Handelszeitung)

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 355
Erscheinungsdatum 28.06.2000
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-257-23162-5
Verlag Diogenes
Maße (L/B/H) 18/11,5/2,3 cm
Gewicht 270 g
Originaltitel Enduring Love
Auflage 16. Auflage
Übersetzer Hans-Christian Oeser
Verkaufsrang 142823

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Portrait

Ian Mc Ewan

Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt in London. Schon seine ersten Erzählungen wurden 1976 mit dem Somerset-Maugham-Award ausgezeichnet. 1998 erhielt er für "Amsterdam" den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung für das Gesamtwerk, 2011 folgte die Auszeichnung mit dem Jerusalem Preis für Literatur. Sein Roman "Abbitte" wurde zum Weltbestseller und mit Keira Knightley verfilmt.
Er ist Mitglied der Royal Society of Literature und der Royal Society of Arts sowie Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Sciences.

Artikelbild Liebeswahn von Ian Mc Ewan

Buchhändler-Empfehlungen

Dorothea Bereswill, Thalia-Buchhandlung Sindelfingen

Genial und bedrängend, wie immer bei Mc Ewan. Ein Paar und ein Dritter, der sich mit seiner Obsession in diese Beziehung drängt. Was für eine Dynamik!

Wendepunkt

Erika Föst, Thalia-Buchhandlung Pforzheim

Clarissa und Joe sind ein glückliches Paar. Ein nicht vorhersehbares Ereignis bringt ihr Leben an den Rand eines Abgrundes. Die Obsession eines fremden Menschen zerstört ihre Beziehung und beinahe ihr Leben. Faszinierend mit welchen sprachlichen Mitteln uns der Autor immer näher an das unausweichliche Finale führt. Ein großer Erzähler und Kenner der menschlichen Psyche.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
6 Bewertungen
Übersicht
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Liebeswahn
von einer Kundin/einem Kunden aus Schöftland am 02.08.2020
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Brilliant geschrieben, Story spannend.liest sich wie ein Thriller, nach dem Ende des Romans der Epilog, der mich rückblickend auf die Geschichte staunen liess.

Ein unerwartet intelligenter Psychothriller
von Thomas Röthlisberger aus Bern am 06.04.2016

Warum habe ich bisher von diesem fantastischen Schriftsteller noch nie etwas gehört, geschweige denn gelesen? Zufällig bin ich auf den britischen Schriftsteller Ian McEwan gestossen und habe seinen Roman «Liebeswahn» in einem Zug durchgelesen. Wie immer will ich die Geschichte hier nicht nacherzählen, wie es oft bei Rezension... Warum habe ich bisher von diesem fantastischen Schriftsteller noch nie etwas gehört, geschweige denn gelesen? Zufällig bin ich auf den britischen Schriftsteller Ian McEwan gestossen und habe seinen Roman «Liebeswahn» in einem Zug durchgelesen. Wie immer will ich die Geschichte hier nicht nacherzählen, wie es oft bei Rezensionen der Fall ist. Oder nur so viel wie nötig, um meinen Ausführungen folgen zu können. Viel mehr will ich beschreiben, warum ich dieses Buch so spannend, so gut und so empfehlenswert finde. Formulierungen wie «brillant geschrieben» oder «Meister der Erzählkunst» versuche ich zu vermeiden, weil sie wie Floskeln nicht viel aussagen. Die Geschichte beginnt mit einem fulminanten Ereignis, was automatisch dazu führt, dass man wissen will, wie die Geschichte weitergeht. Joe und Clarissa haben an einem sonnigen Tag ein romantisches Picknick im Grünen geplant. Als sie auf der Wiese sitzen und gerade eine Flasche Wein öffnen wollen, beobachten sie einen Heißluftballon, der offensichtlich in Schwierigkeiten steckt. Joe eilt zu Hilfe, doch während sich ein Passagier rechtzeitig aus der Gondel retten kann, stürzt eine Person bei der Rettungsaktion in den Tod. Geplagt von Schuldgefühlen und Vorwürfen versucht Joe das Geschehene zu verarbeiten. Dieser Beginn mit dem Ballonunglück hat den Vorteil, ein Ereignis zu haben, das sich lohnt zu erzählen. Oder noch viel mehr, ein Ereignis, das erzählt werden will. Das Aussergewöhnliche und Unerwartete hat mehr Berechtigung erzählt zu werden als das Alltägliche und Erwartbare. Dadurch wirkt die Erzählung weniger konstruiert, was sie natürlich ist, weil jede Erzählung eine Konstruktion von Gedanken ist. Ein weiterer Vorteil dieses Beginns ist, dass verschiedene Menschen, die sich eigentlich fremd sind, in einer aussergewöhnlichen Situation begegnen und gezwungenermassen in Kontakt treten. So trifft Joe auf den Mithelfer Jed, der ihn in der Folge nicht mehr in Ruhe lässt und zum aufdringlichen Stalker wird. Die Geschichte wird aus der Sicht von Joe erzählt. Dabei lerne ich ihn immer besser kennen. Nicht nur seine Wahrnehmungen der Ereignisse, sondern auch seine Gedanken dazu. Zuerst glaube ich ihm. Erst als Clarissa, seine Frau, erste Zweifel äussert, ob er sich die Geschichte mit dem Stalker nur einbildet, kommen auch bei mir als Leser langsam Zweifel auf. Wem glaube ich, dem Protagonisten, der sich dem Stalker hilflos ausgeliefert fühlt oder seiner Frau Clarissa, die befürchtet, dass ihr Mann verrückt geworden ist und sich die Geschichte mit dem Erotomanen selber ausdenkt, aber für wahr hält? Das Abwägen dieser beiden Betrachtungsweisen macht über lange Strecken den Reiz dieses Romans aus. Ausschweifungen und Nebengeschichten verzögern die eigentliche Handlung, was die Spannung aber nur noch erhöht, weil ich wissen will, wie es weiter geht. Im ganzen Roman kommen unzählige kurze Geschichten und Anekdoten vor, bei denen es darum geht, ob man ihnen glaubt oder nicht. Ständig geht es um das Thema Glaube. So ist auch Jed ein sehr gläubiger Mensch, der in seinem Liebeswahn versucht Joe zu bekehren, der als rationaler Naturwissenschaftler nicht an Gott glaubt. Zu jeder Zeit wirkt das Erzählte sehr glaubwürdig, auch wenn wir beginnen daran zu zweifeln. Dennoch ist die Erzählung immer gut nachvollziehbar. Gespannt erwartet man den Fortgang und das Ende der Geschichte um zu erfahren, welche Betrachtungsweise nun stimmt oder nicht. Ich freue mich jetzt schon darauf weitere Bücher von Ian McEwan zu lesen. Erst recht, weil «Liebeswahn» angeblich nicht einmal sein bestes sein soll. Mit dem englischen Titel «Enduring Love» wurde der Roman 2004 mit Daniel Craig in der Rolle als Joe verfilmt.

Unter Zwang
von Polar aus Aachen am 23.05.2008

Was einem so alles zustoßen kann, wenn man Gutes tun will. Joe will ein Kind aus einem Fesselballon retten und muß mit ansehen, wie einer der Retter bei der Aktion ums Leben kommt. Ein Mann spricht ihn an, fordert ihn auf, gemeinsam zu beten, und Joe sieht sich im Verlauf der Geschichte den seltsamen Nachstellung Jed Parrys ausg... Was einem so alles zustoßen kann, wenn man Gutes tun will. Joe will ein Kind aus einem Fesselballon retten und muß mit ansehen, wie einer der Retter bei der Aktion ums Leben kommt. Ein Mann spricht ihn an, fordert ihn auf, gemeinsam zu beten, und Joe sieht sich im Verlauf der Geschichte den seltsamen Nachstellung Jed Parrys ausgesetzt, der vorgibt, sich in ihn verliebt zu haben. McEwan beschreibt jedoch nicht nur den Wahn eines religiös Verwirrten, der in einer Melange aus gläubigem Sendungsbewußtsein und Liebesgefühlen das Leben eines Ehepaars durcheinander bringt, er zeigt auch wie hilflos jemand solchen Anwandlungen ausgesetzt ist, wenn dieser sich nichts zu schulden kommen läßt. Was die Liebesschwüre, dunklen Drohungen bei Joe anrichten, der absolut nicht von Parry geliebt werden möchte, wie er miterleben muss, dass ihm niemand glaubt, er beginnt, sich seiner Frau zu entfremden, ist eindringlich geschildert. Die psychologische Begründung liefert der Autor gleich mit. Bei Parrys Wahn handelt es sich um das Clérambault-Syndrom. Eine Bezeichnung für krankhafte, abgewiesene Liebe, die zur Gewalt neigt. Viel schlimmer jedoch erscheint der Umstand, wie Joe allmählich den Boden unter den Füßen verliert, alles Parry unterordnet. Es kommt sogar zum Bruch mit seiner Frau Clarissa, dem verzweifelten Versuch, sich durch den Kauf einer Pistole zu schützen. Wie sich die Katastrophe allmählich zuspitzt, zeigt einmal mehr, mit welcher Akribie McEwan es versteht, Menschen aus ihrem Alltag zu reißen. Gleich einer Schlinge zieht der Autor die fehlgeleitete Liebe um die Hauptfiguren zu. Keiner bleibt unbeschadet. Und einmal mehr schafft McEwan es, Beklemmung so spannend zu beschreiben, dass man das Ende gespannt erwartet.


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