Warenkorb
 

Bestellen Sie bis zum 20.12.2018 und erhalten Sie Ihre Sendung pünktlich zu Heiligabend.**

Unterm Birnbaum

Roman

Reclam Universal-Bibliothek 8577

(2)
Sorgfältige Psychologie, genaue Milieuschilderungen, der in der Schwebe gehaltene Kampfzwischen Aberglauben, Religion und Aufgekärtheit: dies sind die literarischen Vorzüge, die sich in Fontanes kleinem Roman Unterm Birnbaum, den Ernst Bloch einen »halben Detektivroman« nannte, mit einem kriminalistisch-spannenden Handlungsablaufeffektvoll verbinden.

Text in neuer Rechtschreibung
Portrait
Theodor Fontane (d. i. Henri Théodore F.), 30. 12. 1819 Neuruppin - 20. 9. 1898 Berlin. F.s Vorfahren waren zum größten Teil Nachkommen frz. Hugenotten. Sein Vater war Apotheker, und F. selbst absolvierte nach einer lückenhaften Schulbildung (1832 Gymnasium Neuruppin, 1833-36 Klödensche Gewerbeschule, Berlin) eine Apothekerlehre in Berlin (1836-40) und arbeitete an verschiedenen Orten als Apothekergehilfe, unterbrochen von dem einjährigen Militärdienst (1844-45). 1847 bestand er das Staatsexamen und unterrichtete anschließend Pharmazie in einem Berliner Krankenhaus, gab den Beruf jedoch 1849 auf und versuchte, sich als Schriftsteller zu etablieren. 1850 heiratete er Emilie Rouanet-Kummer und übernahm eine Anstellung im Presseapparat der preußischen Regierung, um sich und seine Familie ernähren zu können: eine entschiedene politische Wendung des 1848er-Demokraten. Immerhin verhalf sie ihm zu zwei für seine Entwicklung wichtigen Englandaufenthalten (1852, 1855- 1859). Nach seiner Rückkehr wurde er 1860 Redakteur bei der Neuen Preußischen Zeitung, der so genannten Kreuz-Zeitung, für die er u. a. die verschiedenen preußischen Kriegsschauplätze bereiste. Von 1870 an schrieb er Theaterkritiken für die Vossische Zeitung, wobei er für Henrik Ibsen und die dt. Naturalisten eintrat. 1876 war er für wenige Monate Sekretär der Akademie der Künste in Berlin, seine letzte feste Anstellung. Die Philosophische Fakultät der Berliner Universität verlieh ihm 1894 den Titel eines Dr. h. c. Erstes - und nicht zuletzt durch die Aufnahme in Schullesebücher bis heute andauerndes - literarisches Ansehen gewann F. durch seine Balladen mit Stoffen aus der preußischen und engl.-schottischen Geschichte, die er im Literarischen Sonntags-Verein zu Berlin Tunnel über der Spree in den 40er- und 50er-Jahren vortrug; später erweiterte er das Spektrum um Sujets aus der nordischen Geschichte und der Moderne (Technik, Arbeitswelt). Die Reisebücher und Reisefeuilletons, die aus seinen England- und Schottlandaufenthalten erwuchsen, führten F. zur literarischen und historischen Erfassung der eigenen Heimat in den Wanderungen durch die Mark Brandenburg und können als Vorstufen seines Romanschaffens gelten. Die journalistische Kriegsberichterstattung mündete in umfangreichen Kriegsbeschreibungen und Erlebnisberichten. Mit seinem erst im Alter entstandenen Romanwerk, beginnend mit dem historischen Roman Vor dem Sturm, erreichte der dt. realistische Zeit- und Gesellschaftsroman seinen Höhepunkt, durchaus verspätet im europäischen Kontext. Vor dem Hintergrund der Geschichte und den gesellschaftlichen Entwicklungen der Gegenwart entwirft F. ein kritisches - und immer kritischer werdendes - Bild seiner Zeit und der preußischen Gesellschaft, ihrer Brüchigkeit und Phrasenhaftigkeit, eingefangen nicht zuletzt mit einer durch Ironie, Skepsis und Humor charakterisierte nuancen- und anspielungsreichen Dialog- und Sprachkunst. In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (.) - © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.
… weiterlesen
In den Warenkorb

Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 136
Erscheinungsdatum 01.01.1998
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-15-008577-6
Verlag Philipp Reclam Jun.
Maße (L/B/H) 14,8/9,6/0,7 cm
Gewicht 79 g
Verkaufsrang 50.815
Buch (Taschenbuch)
3,40
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
PAYBACK Punkte
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.

Weitere Bände von Reclam Universal-Bibliothek mehr

  • Band 8566

    3026889
    Historia Romana /Römische Geschichte
    von Velleius Paterculus
    Buch
    12,00
  • Band 8567

    2981514
    Lulu (Erdgeist. Die Büchse der Pandora)
    von Frank Wedekind
    Buch
    5,00
  • Band 8568

    2932426
    Viel Lärm um Chiozza
    von Carlo Goldoni
    Buch
    3,60
  • Band 8577

    2869280
    Unterm Birnbaum
    von Theodor Fontane
    (2)
    Buch
    3,40
    Sie befinden sich hier
  • Band 8579

    2856649
    Die Pietisterey im Fischbein-Rocke
    von Luise Adelgunde V. Gottsched
    Buch
    5,00
  • Band 8593

    3018559
    De finibus bonorum et malorum / Über das höchste Gut und das grösste Übel
    von Marcus Tullius Cicero
    Buch
    15,80
  • Band 8595

    2942978
    Cyrano von Bergerac
    von Edmond Rostand
    (1)
    Buch
    4,00

Kundenbewertungen

Durchschnitt
2 Bewertungen
Übersicht
2
0
0
0
0

Unterm Birnbaum
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 11.09.2011
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Der Klassiker der Schullektüre schlechthin. Wer hat wohl nicht in der Schule in diesem Buch gelesen? Der von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, ein Birnbaum in seinem Garten stand....Auf jeden Fall für den ders verpasst hat Pflichtlektüre schlechthin.

Milieu
von Polar aus Aachen am 16.09.2008

Wer glaubt, dass auf dem Land keine Verbrechen geschehen, wird in Theodor Fontanes Novelle eines besseren belehrt. Wer Schulden hat, am Kartenspiel hängt, nicht weiß, wie er das Geld zurückbezahlen soll, muss sich etwas einfallen lassen, will er sich nicht der Schande aussetzen. Und sei es ein Mord. Der... Wer glaubt, dass auf dem Land keine Verbrechen geschehen, wird in Theodor Fontanes Novelle eines besseren belehrt. Wer Schulden hat, am Kartenspiel hängt, nicht weiß, wie er das Geld zurückbezahlen soll, muss sich etwas einfallen lassen, will er sich nicht der Schande aussetzen. Und sei es ein Mord. Der geschieht früh in der Geschichte und im Verlauf handelt Unter dem Birnbaum vor allem von der Gerechtigkeit. Kommt ein Mörder mit seiner Tat davon? Schafft man es, indem man sich verstellt, dass alle einen für unschuldig erklären? Fontane besaß den Blick und die Sprache, um mit spitzer Feder von dem Geschehen um Abel Hradschek und seine Frau zu berichten. Er besaß auch jenen feinen Humor, der sich am Ende zeigt, wenn es darum geht, wo man den Mörder begräbt, und man sich einig ist, dass die Seele der Kirche gehört, aber man den Menschen nicht verwehren kann, dass Kreuz mit dem Namen umzuwerfen, um eine späte Genugtuung zu erringen. Lug und Trug, ein Franzos, statt eines Polen unter einem Birnbaum, ein Freispruch und eine späte Gerechtigkeit, Theodor Fontane beschreibt seinen Kriminalfall variantenreich. Nicht von außen, indem er über das Dorf schreibt, vielmehr von innen, indem er die Bewohner zu Wort kommen läßt.