Romulus der Grosse

Ungeschichtliche historische Komödie. In vier Akten. Neufassung 1980

(3)
»Kaiser Romulus Augustus hält das römische Weltreich für unmoralisch und will es als ›Richter Roms‹ liquidieren, indem er 467 n. Chr. tatenlos die einmarschierenden Germanen erwartet. Germanenfürst Odoaker freilich, ein leidenschaftlicher Hühnerzüchter wie Romulus, hat keinen sehnlicheren Wunsch als sich zu unterwerfen, um zu verhindern, daß die Germanen ›endgültig ein Volk der Helden‹ werden.«
Rezension
"Ein breit angelegtes Stück - reich an tragikomischen Tönen und voller Aktualität."(Le Monde)
"Es scheint mir entscheidend, daß Dürrenmatt nicht einfach den Ausverkauf einer Kultur zeigt, was eine zynische oder sarkastische Farce lieferte und weiter nichts, sondern im Mittelpunkt einen Menschen, der diesen Ausverkauf vollzieht im Sinne einer Erkenntnis, im Sinne einer unerschütterlichen Bejahung."(Die Weltwoche)
"Mit einem Sinn für Absurdität, hinter dem sich Reife und Intelligenz verbergen, macht sich Romulus lustig über die Aufgeblasenheit der Vergangenheit und wirft scharfsinnige Blicke auf die Gegenwart."(The New York Times)
Portrait
Friedrich Dürrenmatt wurde 1921 in Konolfingen bei Bern als Sohn eines Pfarrers geboren. Er studierte Philosophie in Bern und Zürich und lebte als Dramatiker, Erzähler, Essayist, Zeichner und Maler in Neuchâtel. Bekannt wurde er mit seinen Kriminalromanen und Erzählungen ›Der Richter und sein Henker‹, ›Der Verdacht‹, ›Die Panne‹ und ›Das Versprechen‹, weltberühmt mit den Komödien ›Der Besuch der alten Dame‹ und ›Die Physiker‹. Den Abschluss seines umfassenden Werks schuf er mit den ›Stoffen‹, worin er Autobiographisches mit Essayistischem verband. Friedrich Dürrenmatt starb 1990 in Neuchâtel.
… weiterlesen
In den Warenkorb
Filialabholung

Versandkostenfrei

Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 176
Erscheinungsdatum 30.09.1998
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-257-23042-0
Verlag Diogenes Verlag AG
Maße (L/B/H) 18,1/11,4/1,7 cm
Gewicht 166 g
Auflage 17
Verkaufsrang 49.890
Buch (Taschenbuch)
10,00
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
Filialabholung

Versandkostenfrei

Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.

Wird oft zusammen gekauft

Romulus der Grosse

Romulus der Grosse

von Friedrich Dürrenmatt
(3)
Buch (Taschenbuch)
10,00
+
=
Erläuterungen und Dokumente zu Friedrich Dürrenmatt: Romulus der Große

Erläuterungen und Dokumente zu Friedrich Dürrenmatt: Romulus der Große

von Friedrich Dürrenmatt
Schulbuch (Taschenbuch)
3,00
+
=

für

13,00

inkl. gesetzl. MwSt.

Alle kaufen

Kundenbewertungen

Durchschnitt
3 Bewertungen
Übersicht
1
2
0
0
0

Odoaker hat ein Ei gelegt, mein Kaiser
von einer Kundin/einem Kunden aus St.Georgen an der Gusen am 22.09.2017

Als gelernte Theater-, Film- und Medienwissenschaftlerin kam ich während meines Studiums natürlich nicht an Friedrich Dürrentmatt vorbei. "Romulus der Größte" hat sich über die Jahre zu einem meiner liebsten Theaterstücke entwickelt. Dramatisch fantastisch aufbereitet, erzählt das Stück von Kaiser Romulus, dessen Reich in sich zusammenfällt. Der Staatsdiener ist längst mit der... Als gelernte Theater-, Film- und Medienwissenschaftlerin kam ich während meines Studiums natürlich nicht an Friedrich Dürrentmatt vorbei. "Romulus der Größte" hat sich über die Jahre zu einem meiner liebsten Theaterstücke entwickelt. Dramatisch fantastisch aufbereitet, erzählt das Stück von Kaiser Romulus, dessen Reich in sich zusammenfällt. Der Staatsdiener ist längst mit der (leeren) Staatskasse geflohen, ein Auktionator kauft das Inventar des Palastes und Odoaker der Eroberer kommt Rom immer näher. Und Romulus? Kümmert sich nur um seine Hühner .... Ein fantastisches Stück mit viel Witz, zwei Herrschern und ein paar Hühnern. Lesenswert und Sehenswert!

Der Untergang des alten Roms
von Mario Pf. aus Oberösterreich am 16.03.2008

Kaiser Romulus Augustus hält sich Hennen und hat diese nach seinen Vorgängern benannt. Wer nichts taugt und keine Eier legt landet auf dem Tisch und die Beschäftigung mit ihnen lässt den weströmischen nur leicht vergessen dass sein Reich kurz davor steht unterzugehen, denn die Germanen sind längst im Anmarsch.... Kaiser Romulus Augustus hält sich Hennen und hat diese nach seinen Vorgängern benannt. Wer nichts taugt und keine Eier legt landet auf dem Tisch und die Beschäftigung mit ihnen lässt den weströmischen nur leicht vergessen dass sein Reich kurz davor steht unterzugehen, denn die Germanen sind längst im Anmarsch. Selbst des Kaisers Kammerdiener weist dies mit den Worten "aber das tun sie doch schon die letzten 500 Jahre" zurück und weil der Staatsbankrott längst eingetreten ist, hat sich der Finanzminister mit der leeren Kasse aus dem Staub gemacht um das zu vertuschen. Der Kaiser sieht all dem gelassen entgegen und ist längst germanophil, weshalb er auch dem Angebot des Hosenfabrikanten Cäsar Rupf, der anbietet das Reich zu retten ablehnt... Den römischen Kaiser Romulus Augustus hat es tatsächlich gegeben, jedoch ohne den Beinamen der Große sondern der Kleine (Augustulus), da er als relativ bedeutungsloser letzter Herrscher des weströmischen Reiches als Teenager auf den Thron gesetzt wurde und als solcher kurz darauf wieder abgesetzt wurde, nachdem sich der Anführer der in Rom eingerückten Germanen Odoaker zum König ausrufen ließ. Sehr interessant ist auch das Romulus seine Villa behalten durfte und eine Pension von 6000 Solidi bezahlt bekam, wobei er tatsächlich Hennen gehalten haben soll, von denen seine liebste Roma hieß. Alles was Friedrich Dürrenmatt an der Geschichte verändert hat, außer sie in gewisser Weise zu parodieren, war Romulus Amtszeit von wenigen auf 20 Jahre auszudehnen und die Geschichte entsprechend auszuschmücken. Dass Friedrich Dürrenmatt ein großer Weltdramatiker war, ist wohl schon hinlänglich betont worden, aber sein wirkliches Talent kam in Werken wie "Romulus der Große" zum Tragen, in Tragikomödien, die einen Zustand oder ein historisches Geschehen derart überspitzt darstellen, dass sie dadurch trotz aller Tragik längst ins Lächerliche geraten und dennoch zum Nachdenken anregen.

komisch bis genial
von Max Frost am 02.02.2007

Einer der letzten Vertreter des Welttheaters lässt uns den Einblick in seine Kunst, dem Gleichnis nicht nur der damaligen Dekadenz, sondern schiebt der ganzen Gegenwart den Spiegel vor; abgedroschen, aber in diesem Falle passend: aktuell wie je. Mit dem Anhang, welcher erläuternde Schriften, eine ebenso gelungene frühere Form des... Einer der letzten Vertreter des Welttheaters lässt uns den Einblick in seine Kunst, dem Gleichnis nicht nur der damaligen Dekadenz, sondern schiebt der ganzen Gegenwart den Spiegel vor; abgedroschen, aber in diesem Falle passend: aktuell wie je. Mit dem Anhang, welcher erläuternde Schriften, eine ebenso gelungene frühere Form des vierten Aktes und das Fragment einer späteren Arbeit Dürrenmatts umfasst ein Konvolut in sich geschlossenen Genies.