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Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung

Ein Lustspiel in 3 Aufzügen

Reclams Universal-Bibliothek Band 397

Christian D. Grabbe

(2)
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Beschreibung

Vielfältig sind die komischen Mittel dieses einzigartigen deutschen Lustspiels: die Sprache changiert in Spott, Witz und Sarkasmus und geht in der Karikatur und im Grotesken weit über die Begriffsreihe des Titels hinaus, die szenischen Formen aber vermischen alle Traditionen von der Comedia dell'arte über das Mysterien- und Fastnachtsspiel und die Zauberposse bis zum Klappmechanismus des Puppen- und Marionettentheaters - ein Geniestreich aus dem Jahre 1822.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 86
Erscheinungsdatum 01.01.1986
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-15-000397-8
Verlag Reclam, Philipp
Maße (L/B/H) 14,8/9,5/0,9 cm
Gewicht 47 g
Verkaufsrang 54361

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Kundenbewertungen

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ein Schenkelklopfer
von einer Kundin/einem Kunden aus Zürich am 14.08.2019

durchgehend witzig und dabei niemals flach, stichelt gegen die Weimarer Klassik und sonstige deutsche Literatur, ist aber ebenso selbstironisch

Für Lacherer besonders geeignet
von einer Kundin/einem Kunden am 03.06.2010

Im zarten Alter von 20 Jahren schrieb Christian Dietrich Grabbe (1801-1836) bereits sein zweites großes Stück. Sein Erstling, "Herzog Theodor von Gothland", war ein fast unaufführbarer Monolith nach Art von Shakespeares "Titus Andronicus" oder "Hamlet" gewesen, in dem am laufenden Band gemordet wurde. Blut, Haß und Hölle waren s... Im zarten Alter von 20 Jahren schrieb Christian Dietrich Grabbe (1801-1836) bereits sein zweites großes Stück. Sein Erstling, "Herzog Theodor von Gothland", war ein fast unaufführbarer Monolith nach Art von Shakespeares "Titus Andronicus" oder "Hamlet" gewesen, in dem am laufenden Band gemordet wurde. Blut, Haß und Hölle waren sowas wie die Leitmotive. Die Reaktion darauf - es ist die Zeit des Biedermeier und der Romantik! - war vorprogrammiert: Obwohl man Grabbes Talent anerkannte, zeigte man sich verstört und riet von einer Veröffentlichung ab. Gekränkt nahm sich Grabbe vor, mit einem Lustspiel einen schnellen Publikumserfolg zu erringen. Zu diesem Zweck schickte er seinen Erstling samt Blut, Haß und Hölle auf's Clown-College, und schwuppdiwupp war "Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung" geboren. Darin, so könnte man den Inhalt zusammenfassen, schickt er den Teufel aus, um in der Provinz unter allen Ständen und Umständen Unheil zu stiften. Aber wie es sich für eine anständige Posse gehört, ist die Handlungsführung schablonenhaft und vernachlässigt. Hauptsache ist, dass die Pointen sitzen. Und für Spaß ist denn auch tatsächlich reichlich gesorgt! Ich beschränke mich auf zwei Beispiele: Da ist zum einen der Freiherr von Mordax. Der verliebt sich 'unsterblich' in Liddy: "Die Liddy ist ein prächtiges Tier und behagt mir superbe! [...] Ich will sie heiraten oder totstechen!" Der Teufel nun verspricht, diesem die Angebetete zuzuspielen, wenn er, um sich ihrer als 'würdig' zu erweisen, zwölf Schneidergesellen um die Ecke bringt. - Liebe vermag alles, denkt sich Mordax und legt los! An anderer Stelle werden zeitgenössische Autoren seichter Unterhaltungsliteratur genüßlich durchgehechelt. Grabbe nimmt sich dafür so viel Zeit, dass man fast meinen möchte, er glaube, sich schriftstellerisch ausgerechnet ihnen gegenüber behaupten zu müssen. Später aber heißt es plötzlich: "Das ist der vermaledeite Grabbe, oder wie man ihn eigentlich nennen sollte, die zwergige Krabbe, der Verfasser dieses Stücks! Er ist so dumm wie'n Kuhfuß, schimpft auf alle Schriftsteller und taugt selber nichts, hat verrenkte Beine, schielende Augen und ein fades Affengesicht!" So geht es hier zu. Selten musste ich beim Lesen eines Lustspiels so oft wirklich auflachen wie hier! Dass so mancher Witz allzu platt ist, sieht man Grabbe da gerne nach. Den erhofften Durchbruch konnte Grabbe übrigens auch mit dieser Komödie nicht feiern und wurde in der Folge mehr und mehr zum Säufer. Lediglich Heinrich Heine war von Grabbe derart angetan, dass er sein Talent Shakespeare nahe rückte. Aber selbstverständlich hinkt der Vergleich: - - - So turbulent komisch war Shakespeare nie!

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