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Das Herz ist ein einsamer Jäger

Gekürzte Ausgabe

Diogenes Hörbuch Band 80311

Eine kleine Stadt in Georgia scheint inmitten der glühenden Sommerhitze und des ewigen Surrens der Baumwollspinnereien im Stillstand zu verharren – wie die Träume ihrer Bewohner. Da ist das Mädchen Mick, das erwachsen werden will und den Kopf voll klassischer Musik hat; da ist Jake Blount, der von der Revolution träumt – aber trinkt und zu Gewaltausbrüchen neigt. Und da ist Copeland, ein farbiger Arzt, der ebenfalls träumt – vom Ende der Unterdrückung der Schwarzen – und daran zerbricht. Der Cafébesitzer Biff Brannon schließlich ist nach dem Tod seiner Frau wie von allen Wünschen leergespült. In seinem Café New York kreuzen sich die Wege dieser Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Halt und Vertrauen gibt der skurrilen Gruppe von Außenseitern John Singer, der täglich im Café sein Abendessen einnimmt. Er ist es, der ihnen allen zuhört und Trost spendet – obwohl er taubstumm ist.
Rezension
Alex Dengler, Deutschlands führender Buchkritiker, denglers-buchkritik.de, 16.01.12
Das einfache Mädchen Carson McCullers - 1917 bis 1967 - wurde zu einem der größten Literatur-Stars der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Amerikanerin hat Werke geschrieben, die man auch heute noch mit großen, leuchtenden Augen liest. Das Herz ist ein einsamer Jäger - erschienen 1940 - ist dabei ihr herausragendes Werk. Ein Spiegelbild der Menschen überall, Ein Spiegelbild des Wollens und Scheiterns. Eindringlich gelesen von Elke Heidenreich.
Portrait
Carson McCullers, geboren 1917 in Columbus (Georgia), gestorben 1967 in Nyack (New York), dort begraben. McCullers wollte eigentlich Pianistin werden. Mit 500 Dollar fuhr sie 18-jährig alleine nach New York, um an der renommierten Juilliard-Musikschule zu studieren. Das Geld verschwand auf mysteriöse Weise, doch sie blieb in New York, arbeitete als Sekretärin, Kellnerin, Barpianistin und beschloss, Schriftstellerin zu werden. Der Erfolg ihres Erstlings, ›Das Herz ist ein einsamer Jäger‹, machte die 23-Jährige zum literarischen ›Wunderkind‹. Mit 23 erlitt sie den ersten von drei Schlaganfällen, ihr Leben wurde bestimmt durch die Krankheit, der sie ihr Werk abrang, und durch Einsamkeit, besonders nach dem Selbstmord ihres Mannes 1953.
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Beschreibung

Produktdetails

Medium CD
Sprecher Elke Heidenreich
Anzahl 7
Erscheinungsdatum 25.10.2011
Sprache Deutsch
EAN 9783257803112
Verlag Diogenes Verlag AG
Originaltitel The Heart is a Lonely Hunter
Auflage 1. Abridged
Spieldauer 478 Minuten
Übersetzer Susanna Brenner-Rademacher, Susanna Rademacher
Verkaufsrang 1732
Hörbuch (CD)
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Buchhändler-Empfehlungen

Anne Voss, Thalia-Buchhandlung Wildau

Eine Geschichte vom Alltäglichen und Außenseitern der Gesellschaft. Großartig melancholisch.

Annette W. , Thalia-Buchhandlung Berlin

Sehr feinfühlig beschrieben. Das verbindende Element ist die Einsamkeit und das Vermögen oder Unvermögen mit Angst umzugehen.Ein Buch, das man nicht nur einmal liest!

Kundenbewertungen

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Eine Ballade als Roman!
von einer Kundin/einem Kunden am 06.05.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Gleich im Titel verbirgt sich die Stimmung dieses Melancholischen Romans. Man wird mitgenommen in diese tragische Szenerie einer Kleinstadt in Georgia der 30er Jahre und entdeckt gleich fünf traurige Helden. Der Roman beginnt mit dem Taubstummen John Singer und seinem ebenfalls Taubstummen, etwas zurückgebliebenen Mitbewohner... Gleich im Titel verbirgt sich die Stimmung dieses Melancholischen Romans. Man wird mitgenommen in diese tragische Szenerie einer Kleinstadt in Georgia der 30er Jahre und entdeckt gleich fünf traurige Helden. Der Roman beginnt mit dem Taubstummen John Singer und seinem ebenfalls Taubstummen, etwas zurückgebliebenen Mitbewohner Antoapoulos. Die Beiden leben in einem symbiotisch anmutenden Zustand. Nach kleineren Ladendiebstählen wird Antoapoulos von seinem Cousin in eine Anstalt eingewiesen. Auf der Karte, die John Singer, den Leuten bei der Erstbegegnung entgegenhält, stehen unter seinem Namen die Sätze: ”Ich bin taubstumm, kann aber von den Lippen ablesen und alles verstehen. Bitte nicht schreien. Jetzt vollkommen allein begrüßt Singer die einsamen Herzen, die immer wieder zu ihm in seine kleine Wohnung kommen, um sich ihren Schmerz von der Seele zu reden. Da ist die kleine Mick Kelly, ein jungen Mädchen in der Pubertät, deren Einbindung in familiäre Pflichten ihrer grenzenlosen Liebe zu Musik gegenübersteht und letztendlich alle diesbezüglichen Träume scheitern lässt. Der Wirt Biff Brannon des Cafe York, der sich nicht mehr erinnern kann ob er seine Frau überhaupt noch liebt, da sie zwar dass selbe Bett teilen, doch nie zur selben Zeit. Brannons Frau arbeitet Tagsüber im Cafe, währen Brannon der Beinahe die ganze Nacht über bedient, sich ausschläft. Mit dem Marxisten Jake Blount verkehrt ein versoffener Idealist in dem Café, der vergeblich gegen die schreiende Ungerechtigkeit im kapitalistischen System der USA anpredigt und aufgrund seines Alkoholismus nur Gelegenheitsjobs behalten kann. Und der Arzt Benedict Copeland. Ein gebildeter Schwarzer der laut die skandalöse Rassendiskriminierung anprangert und nicht verstehen kann, warum sich so viele Schwarze in ihr zweitklassiges Schicksal fügen. ”Es handelt sich um die Geschichte von fünf isolierten, einsamen Menschen auf der Suche nach Ausdruck und nach spirituellem Aufgehen in etwas, was größer ist als sie selbst.“ (Carson McCullers) Leider hat der Diogenes Verlag nicht so viel Herz in den Roman gelegt wie die damals junge McCullers, so wurde nur die alte Übersetzung von Susanna Rademacher einfach ein bisschen überarbeitet (zuletzt 2011) und dadurch grobe Fehler im Buch belassen. Wem es möglich ist sollte das Buch in der originalen Sprache lesen. Abgesehen davon ist dieser lyrische Roman ein Fest für einfühlsame Leser, die am Ende tief betroffen vom Einblick in die innere Welt der Figuren das Buch zuklappen. Mit reichlich Stoff zum Nachdenken versehen hat mich „Das Herz ist ein einsamer Jäger“ sehr bewegt und ich habe es mit Genuss gelesen.

Großartige Geschichte. Gereift, wie guter Wein!
von Dorothea Rose aus Frankfurt am 18.01.2012

Die zentrale Figur hält (in eigener Illusion von Freundschaft gefangen) so lange Träume und Hoffnung aller Einsamen um ihn zusammen, wie seine eigene Illusion währt. Wie ein ferner Erzähler hält die Autorin wiederum zu allen Abstand und desillusioniert unser aller Sehnsucht nach "Happy End". Ich hätte mir eine noch neutralere... Die zentrale Figur hält (in eigener Illusion von Freundschaft gefangen) so lange Träume und Hoffnung aller Einsamen um ihn zusammen, wie seine eigene Illusion währt. Wie ein ferner Erzähler hält die Autorin wiederum zu allen Abstand und desillusioniert unser aller Sehnsucht nach "Happy End". Ich hätte mir eine noch neutralere Stimme als Vorleserin gewünscht. Großartige Geschichte, gereift wie guter Wein und bestimmt unvergänglich!