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Alte Meister

Komödie. Gezeichnet von Mahler

(6)

Im Wiener Kunsthistorischen Museum, auf der Sitzbank gegenüber von Tintorettos »Weisbärtigem Mann«, bezieht jeden zweiten Vormittag - außer an den eintrittsfreien Samstagen - der Musikphilosoph Reger Stellung. Eines Tages wird die Routine unterbrochen: Reger bittet seinen Freund Atzbacher, sich ausgerechnet am Samstag mit ihm im Museum zu treffen. Doch bevor der Grund für dieses ungewöhnliche Verhalten enthüllt wird, ergeht sich Reger in herrlich schwungvollen Tiraden gegen die Kunst im allgemeinen, die Maler im besonderen, verdammt Stifter ebenso wie Heidegger, beschimpft Wien und die Wiener - und weiß doch, daß die einzige Rettung im menschlichen Gegenüber zu finden ist, im »Lebensmenschen« in seinem Fall.

Portrait

1931

geboren am 9. Februar in Heerlen (Niederlande) als unehelicher Sohn von Herta Bernhard, der Tochter des Schriftstellers Johannes Freumbichler; den Vater Alois Zuckerstätter lernt Bernhard nie kennen

1931-35

zusammen mit der Mutter und deren Eltern in Wien; schwierige ökonomische Situation; enge Beziehung zum Großvater mütterlicherseits

1935

Übersiedlung mit Mutter und Großeltern nach Seekirchen am Wallersee (Land Salzburg)

1938

Übersiedlung nach Traunstein (Bayern); Bernhards Mutter hat mit ihrem Ehemann Emil Fabjan zwei weitere Kinder; Peter (geb. 1938), Susanne (geb. 1940)

1943

ab Herbst im NS-Schülerheim in Salzburg; Gymnasium; in den folgenden Jahren u.a. Geigen- und Gesangsunterricht

1945

katholisches Schülerheim Johanneum

1946

Übersiedlung der gesamten Familie nach Salzburg (Radetzkystraße )

1947

Abbruch des Gymnasiums; Kaufmannslehre (Scherzhauserfeldsiedlung)

1949-51

in der Folge Lungentuberkulose; Aufenthalte im Krankenhaus, in Sanatorien und Heilstätten (u.a. in der Lungenheilstätte Grafenhof bei St. Veit im Pongau, Land Salzburg)

1949

Tod des Großvaters

1956

lernt Hedwig Stavianicek - seinen ›Lebensmenschen‹ - kennen; Tod der Mutter

1952-55

freie Mitarbeit beim Salzburger ›Demokratischen Volksblatt‹; Gerichtssaalberichte, Buch-, Theater- und Filmkritiken; erste literarische Veröffentlichungen: Gedichte, Erzählungen 1955 erste von zahlreichen Jugoslawienreisen mit Hedwig Stavianicek

1955-57

Hochschule für Musik und darstellende Kunst ›Mozarteum‹ in Salzburg: Musikunterricht, Regie- und Schauspielstudium

1956

erste Venedigreise mit Hedwig Stavianicek

1957-60

Freundschaft mit dem Komponisten Gerhard Lampersberg; längere Aufenthalte auf dessen Tonhof (Maria Saal, Kärnten)

1957

erster Gedichtband: Auf der Erde und in der Hölle

1958

In hora mortis; Unter dem Eisen des Mondes (Gedichtbände)

1959

die rosen der einöde. fünf sätze für ballett, stimmen und orchester

1960

Aufführung der Kurzoper Köpfe und einiger Kurzschauspiele im Theater am Tonhof; erste große Italienreise mit Hedwig Stavianicek (u.a. Sizilien), Reise nach England (kurzer Aufenthalt in London)

1963

literarischer Durchbruch mit dem Roman Frost; erste Polenreise

1964

Amras; Julius Campe-Preis

1965

Literaturpreis der Freien Hansestadt Bremen; Kauf eines Vierkanthofs in Obernathal bei Ohlsdorf (Oberösterreich; vermittelt durch den Immobilienmakler Karl Ignaz Hennetmair), jahrelange Restaurierung des Gebäudes; später Kauf zweier weiterer Häuser bei Reindlmühl und Ottnang; daneben immer wieder Aufenthalte in Wien (Wohnung Hedwig Stavianiceks in der Döblinger Obkirchergasse) und Reisen vor allem in den mediterranen Süden (Jugoslawien etc.), wo auch einige Werke entstehen

1967

Verstörung; Prosa; Operation im Pulmologischen Krankenhaus der Stadt Wien auf der Baumgartner Höhe

1968

Ungenach; Kleiner Österreichischer Staatspreis 1967; Anton Wildgans-Preis

1969

Watten; Ereignisse (entstanden 1957); An der Baumgrenze

1970

Das Kalkwerk; Ein Fest für Boris (uraufgeführt in Hamburg unter der Regie von Claus Peymann, der auch einen Großteil der weiteren Stücke erstinszeniert), Fernsehfilm Drei Tage (Regie: Ferry Radax); Vortragsreise durch Jugoslawien und Italien

1971

Gehen; Midland in Stilfs; Der Italiener (verfilmt von Ferry Radax)

1972

Der Ignorant und der Wahnsinnige (Uraufführung bei den Salzburger Festspielen); Franz Theodor Csokor-Preis, Adolf Grimme-Preis, Grillparzer-Preis

1974

Die Jagdgesellschaft (Uraufführung am Wiener Burgtheater); Die Macht der Gewohnheit; Der Kulterer (verfilmt von Vojtech Jasny); erste Portugalreise

1975

Die Ursache (erster Band der autobiographischen Pentalogie; wie die übrigen Bände erschienen im von Wolfgang Schaftier geleiteten Salzburger Residenz-Verlag; Ehrenbeleidigungsklage des Salzburger Stadtpfarrers Franz Wesenauer); Korrektur; Der Präsident



1976

Der Keller; Die Berühmten

1977

Minetti; größere Reisen nach Italien (u.a. Rom, Sizilien), in den Iran, nach Ägypten und Israel

1978

Der Atem; Ja; Der Stimmenimitator; Immanuel Kant; erste Reise nach Mallorca

1979

Der Weltverbesserer, Vor dem Ruhestand; Austritt aus der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung; Reise in die USA (New York)

1980

Die Billigesser

1981

Die Kälte; Ober allen Gipfeln ist Ruh; Am Ziel; Ave Vergil Ende der fünfziger Jahre entstandenen Gedichten); Reise in die Türkei

1982

Ein Kind; Beton; Wittgensteins Neffe; Premio Prato

1983

Der Untergeher; Der Schein trügt; Premio Mondello; erste Reise nach Spanien

1984

Tod Hedwig Stavianiceks

Holzfällen (vorübergehende Beschlagnahmung des Romans auf Antrag Gerhard Lampersbergs); Der Theatermacher; Ritter, Dene, Voss

1985

Alte Meister

1986

Auslöschung; Einfach kompliziert

1987

Elisabeth II

1988

Heldenplatz (große öffentliche Auseinandersetzung um Bernhards am Wiener Burgtheater uraufgeführtes Theaterstück zum ›Bedenkjahr‹ 50 Jahre Anschluß Osterreichs an NS-Deutschland); Prix Medicis; letzte Reise nach Spanien (Torremolinos)

1989

gestorben nach jahrelanger schwerer Krankheit am 12. Februar in Gmunden (Oberösterreich); beigesetzt im Grab Hedwig Stavianiceks auf dem Grinzinger Friedhof in Wien

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Paperback
Herausgeber Andreas Platthaus
Seitenzahl 159
Erscheinungsdatum 14.11.2011
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-46293-5
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 24,1/17,3/1,5 cm
Gewicht 467 g
Auflage 4. Auflage
Illustrator Nicolas Mahler
Buch (Paperback)
18,99
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
6 Bewertungen
Übersicht
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1
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1

Thomas Bernhard "Alte Meister"
von einer Kundin/einem Kunden aus Zürich am 15.01.2016
Bewertet: eBook (ePUB)

Ich kann den Comic auf meinem E Book nicht lesen. Schrift ist zu klein und kann nicht vergrössert werden!

unbeschreiblich, naturgemäß
von einer Kundin/einem Kunden am 30.08.2013
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

.....wir dürfen natürlich nicht in den Fehler verfallen, einer solchen Frau das Geistige in ihren Kopf hineinzutrommeln, wie ich das am Anfang versucht habe, worin ich naturgemäß scheitern mußte, die Behutsamkeit ist es auch da, die zum Ziel führt, sagte Reger damals in der Singerstraßenwohnung.Alles, das meine Frau geliebt... .....wir dürfen natürlich nicht in den Fehler verfallen, einer solchen Frau das Geistige in ihren Kopf hineinzutrommeln, wie ich das am Anfang versucht habe, worin ich naturgemäß scheitern mußte, die Behutsamkeit ist es auch da, die zum Ziel führt, sagte Reger damals in der Singerstraßenwohnung.Alles, das meine Frau geliebt hat bevor ich sie kennenlernte, hat sie, nachdem ich sie aufgeklärt habe, nicht mehr geliebt....... Aber ich habe ihr natürlich mit der Zeit die falsche und also die wertlose Literatur austreiben können und die falsche und wertlose Musik, sagte Reger, und ich habe sie mit wesentlichen Teilen der Weltphilosophie bekannt gemacht. Der weibliche Kopf ist der widerspenstigste, so Reger damals in der Singerstraßenwohnung, wir glauben, er ist zugänglich, während er doch unzugänglich ist.......... Wenn ich ein Buch aus Bernhard's Werk besonders hervorheben möchte, dann ist es dieses. Lesevernügen pur.

„Setzen Sie sich neben mich. Ich bin über jeden pünktlichen Menschen glücklich“
von einer Kundin/einem Kunden am 08.12.2011

Der Philosoph Reger besucht jeden zweiten Vormittag das kunsthistorische Museum in Wien, außer an eintrittsfreien Samstagen. Eines Tages bittet er seinen Bekannten sich ausgerechnet an einen dieser Samstage zu treffen. Aus einem einfachen Treffen wird eine zynisch humorvolle Unterhaltung über Kunst, das Leben und Verlust. Thomas Bernhards Komödie im neuen Format, als... Der Philosoph Reger besucht jeden zweiten Vormittag das kunsthistorische Museum in Wien, außer an eintrittsfreien Samstagen. Eines Tages bittet er seinen Bekannten sich ausgerechnet an einen dieser Samstage zu treffen. Aus einem einfachen Treffen wird eine zynisch humorvolle Unterhaltung über Kunst, das Leben und Verlust. Thomas Bernhards Komödie im neuen Format, als Comic in Bücherform, gezeichnet von dem kürzlich als besten Comic Künstler 2010 ausgezeichneten Nicolas Mahler. Humorvoll, zynisch, toll!