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Die Zigarette und andere Stories

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Ein Mann sitzt nach einer Beerdigung an einem strahlend hellen Sommertag im Kino, sieht
einen Zeichentrickfilm an und fängt plötzlich an zu schreien; eine Frau, die auf einer von
einem Ölteppich eingeschlossenen Insel lebt, verliebt sich unsterblich in den alten Künstler,
für den sie täglich putzt, ohne kaum je mehr als ein paar Sätze mit ihm gewechselt zu haben;
eine Schriftstellerin, bei der es sich um Paula Fox selbst handelt, wird um ein Haar an ihrem
eigenen Schreibtisch erschossen, weil Jugendliche im Nachbargarten mit einer geladenen
Pistole spielen. Neben ihren Romanen und Jugendbüchern hat Paula Fox seit den 60er-Jahren
Erzählungen und kleine Prosastücke geschrieben, die hier zum ersten Mal versammelt sind.
Oft sind es kleine, stille Begebenheiten, die sich schließlich zu etwas Unerhörtem ausweiten
und so von den großen Themen Liebe, Tod und Verlust erzählen. Paula Fox ist eine Meisterin
der genauen Beobachtungen, die selbst den einfachsten Situationen eine Poesie abtrotzt, die
einen gefangen nimmt. Mit ihrer feinen, klaren und eindringlichen Sprache erschafft sie eine
ganz eigene Welt, in der die Grenzen zwischen Autobiographie und Fiktion irgendwann
nahezu aufgehoben scheinen.
«Die Zigarette und andere Stories» versammelt Texte von den 60er-Jahren bis heute, die noch
einmal die kluge Beobachtungsgabe und die Menschenkenntnis einer großen zeitgenössischen
Autorin, deren Leben und Schreiben untrennbar miteinander verbunden sind, unter Beweis
stellen.
Portrait
Paula Fox wurde 1923 in New York geboren, wo sie auch heute lebt. Sie veröffentlichte zahlreiche Kinderbücher, für die sie 1978 mit dem „Hans-Christian-Andersen-Preis“ ausgezeichnet wurde, sechs Romane und zuletzt ihre Autobiographien „In fremden Kleidern“ (C. H. Beck 2003) und „Der kälteste Winter“ (C. H. Beck 2006).
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Beschreibung

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 255 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 12.04.2011
Sprache Deutsch
EAN 9783406612909
Verlag C. H. Beck
Dateigröße 313 KB
Übersetzer Karen Nölle, Hans-Ulrich Möhring
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Die Brüchigkeit des inneren Lebens
von Michael Lehmann-Pape am 11.06.2011
Bewertet: Buch (gebunden)

Paula Fox versammelt in diesem Erzählband eine Reihe alter und neuer Geschichten, die allesamt eines der Grundthemen der Autorin aufblitzen lassen. Die innere Gefährdung in Verlust und Einsamkeit des Menschen. Dass die Welt nicht sicher ist in den Beziehungen, dass es schnell „vorbei“ sein kann, dass alle Gedanken einer Kontroll... Paula Fox versammelt in diesem Erzählband eine Reihe alter und neuer Geschichten, die allesamt eines der Grundthemen der Autorin aufblitzen lassen. Die innere Gefährdung in Verlust und Einsamkeit des Menschen. Dass die Welt nicht sicher ist in den Beziehungen, dass es schnell „vorbei“ sein kann, dass alle Gedanken einer Kontrolle oder einer Sicherheit letztlich trügerisch sind. Und was das heißt für den einzelnen. Immer auch spürt man den Geschichten, dem, was Fox zu sagen hat, ab, dass hier Selbsterfahrenes einfließt, das die Autorin sehr wohl und wahrscheinlich besser, als ihr lieb ist, um die Brüchigkeit des Lebens weiß. Da, wo eine Frau fast erschossen wird, weil Jugendliche mit einer Pistole spielen, da wird dieses Brüchigkeit ganz deutlich und physisch von Fox in den Blick gerückt. Oder da, wo in der titelgebenden Erzählung die Ich-Erzählerin ernüchternd beschreibt, wie genau sie bereits als Kind wusste, dass alle Erwachsenen 8mit einer Ausnahme) sie anlogen. Oder sprechen verschraubt, eher um zu verbergen, was sie sagen wollen als um es auszudrücken. Zumindest der Vater hielt das so. Ein erschreckendes bild auch da, wo der Vater zum initmen Gespräch ansetzt mit der Tochter, ihr eine Zigarette unvermittelt in den Mund schiebt und das Gespräch damit beginnt, dass sie ihn unterhalten soll. Sie, die, welch zutreffende Metapher, zugleich die Übelkeit bekämpft, welche die Zigarette umgehend auslöst. Du doch raucht sie weiter. Fängt wieder an, nachdem sie es aufgegeben hatte, Jahre später. Komm nicht los. Nicht nur von der Zigarette, auch von der Beziehung zum Vater. Und schafft dann doch die Ablösung, aber nicht aus eigener Kraft, sondern unter dramatischen Umständen. Eine Geschichte, die als Eröffnung des Reigens der Erzählungen bereits alles beinhaltet, um was es im weiteren Verlauf des Buches geht. Autobiographisch geprägt, das Innere Erleben in den Blick nehmend, in klarer und doch bilderreicher und einprägsamer Sprache, versteht es Paula Fox, emotional mitnehmend von der Brüchigkeit des menschlichen Innenlebens zu erzählen. Eine Brüchigkeit und Unsicherheit des Lebens, die Paula Fox als Adoptivkind, eine Frau, die selber später ihr erstes Kind zur Adoption freigab. Erfahurngen, die ihr Leben und, ganz erkennbar in der Vielfalt der Themen der Geschichten dieses Buches, ihre schriftstellerische Arbeit prägen. In den Geschichten nimmt sie allerdings auch die andere Seite mit hinein. Nicht nur Opfer sind die Protagonisten, auch „Täter der Entfremdung“, wie jene Frau, die mit einem Sommergast fremdgeht und danach in ihrem eigenen Leben die Fremd erlebt, sich in große Distanz zu ihrer eigenen Familie gesetzt hat. Auf Dauer ist dieses Grundthema in solch geballter Form der 17 im Buch versammelten Geschichten einfach auch ein wenig zuviel, hier und da, trotz der lebendigen und wechselnden Sujets der Geschichten. Durchaus deprimierend kann es sein, Seite für Seite vom Verlust des Vertrauens und der Entfremdung in der Welt zu lesen. Berührend, aufrüttelnd und sprachlich hervorragend aber ist das Buch in Gänze dennoch.