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Die Entdeckung der Currywurst

Novelle

Uwe Timm

(20)
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Beschreibung


Schicksale im Hamburg von 1945

Eine wunderbare Liebesgeschichte im Hamburg der letzten Kriegstage.

In Erinnerung an seine Kindheit macht sich der Erzähler auf die Suche nach der ehemaligen Besitzerin einer Imbissbude am Hamburger Großneumarkt. Er findet die hochbetagte Lena Brücker in einem Altersheim und erfährt die Geschichte ihrer »schönsten Jahre« und wie es zur Entdeckung der Currywurst kam. Der Bogen spannt sich weit zurück in die letzten Apriltage des Jahres 1945 ...


"Uwe Timms Novelle ist ein gelungenes, würziges und mit großer Sorgfalt erzähltes Stück Prosa von menschlichem Glück und Leid und der 'Entdeckung der Currywurst'."
Gerda Wurzenberger, Neuen Zürcher Zeitung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 192
Erscheinungsdatum 01.11.2000
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-423-12839-1
Verlag dtv
Maße (L/B/H) 19,6/12,6/1,5 cm
Gewicht 169 g
Auflage 24. Auflage
Verkaufsrang 6239

Buchhändler-Empfehlungen

wunderschönen Geschichte

Patricia Strack, Thalia-Buchhandlung Marburg

Uwe Timm ist eine einfühlsame, witzige Novelle gelungen, die erzählt wie es gewesen sein könnte. Vielmehr noch aber erzählt er ein typisches deutsches Schicksal, nämlich wie deutsche Frauen während und nach dem Krieg ohne ihre Männer überlebten und auch ihren Beitrag dazu leisteten, das System zum Einsturz zu bringen, egal wie klein oder groß oder egoistisch oder altruistisch dieser Beitrag nun gewesen sein mag.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
20 Bewertungen
Übersicht
5
7
8
0
0

sehr gut
von einer Kundin/einem Kunden am 17.03.2013
Bewertet: Einband: Taschenbuch

. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

Liebe, Krieg und Currywurst
von Philip Clement aus Worms am 31.03.2012

Mit dieser Novelle, ist Uwe Tim ein wunderbares Buch gelungen, welches uns aus der Gegenwart mit in die Vergangenheit nimmt, in eine deutsche Vergangenheit. Es zeigt uns das Leben zweier gefühlvoller Charaktere in einer Zeit der Zerstörung und des Leidens. Trotzdem wird dem Leser die Hoffnung nicht genommen, da mit etwas Glüc... Mit dieser Novelle, ist Uwe Tim ein wunderbares Buch gelungen, welches uns aus der Gegenwart mit in die Vergangenheit nimmt, in eine deutsche Vergangenheit. Es zeigt uns das Leben zweier gefühlvoller Charaktere in einer Zeit der Zerstörung und des Leidens. Trotzdem wird dem Leser die Hoffnung nicht genommen, da mit etwas Glück und Verstand aus jedem Elend etwas Gutes werden kann und vielleicht sogar die Geschichte, wie die erste Currywurst entstanden ist.

Die Entdeckung der Currywurst
von einer Kundin/einem Kunden am 15.01.2010

Ich finde das Buch sehr verwirrend. Der Autor hat nicht nur von sich erzählt sondern auch von Lena und Bremer. Die Situation zwischen Lena und Bremer find ich wiederum sehr schön und konnte mich in Lena hineinversetzen. Ich denke mal niemand möchte in ihrem Alter alleine sein. Es wurde immer hin und her erzählt, manchmal mu... Ich finde das Buch sehr verwirrend. Der Autor hat nicht nur von sich erzählt sondern auch von Lena und Bremer. Die Situation zwischen Lena und Bremer find ich wiederum sehr schön und konnte mich in Lena hineinversetzen. Ich denke mal niemand möchte in ihrem Alter alleine sein. Es wurde immer hin und her erzählt, manchmal musste man erst paar Seiten lesen um zu wissen, dass er von der Vergangenheit erzählt. Mir ging es so und deswegen finde ich das Buch „Die Entdeckung der Currywurst“ nicht so gut. Ich gebe das Buch 3 Sterne.


  • Artikelbild-0
  • I

    Vor gut zwölf Jahren habe ich zum letzten Mal eine Currywurst an der Bude von Frau Brücker gegessen. Die Imbißbude stand auf dem Großneumarkt - ein Platz im Hafenviertel: windig, schmutzig, kopfsteingepflastert. Ein paar borstige Bäume stehen auf dem Platz, ein Pissoir und drei Verkaufsbuden, an denen sich die Penner treffen und aus Plastikkanistern algerischen Rotwein trinken. Im Westen graugrün die verglaste Fassade einer Versicherungsgesellschaft und dahinter die Michaeliskirche; deren Turm nachmittags einen Schatten auf den Platz wirft: Das Viertel war während des Krieges durch Bomben stark zerstört worden. Nur einige Straßen blieben verschont, und in einer, der Brüderstraße, wohnte eine Tante von mir, die ich als Kind oft besuchte, allerdings heimlich. Mein Vater hatte es mir verboten. Klein-Moskau wurde die Gegend genannt, und der Kiez war nicht weit.

    Später, wenn ich auf Besuch nach Hamburg kam, bin ich jedesmal in dieses Viertel gefahren; durch die Straßen , gegangen, vorbei an dem Haus meiner Tante, die schon vor Jahren gestorben war, um schließlich - und das war der eigentliche Grund - an der Imbißbude von Frau Brücker eine Currywurst zu essen.

    Hallo, sagte Frau Brücker, als sei ich erst gestern dagewesen. Einmal wie immer?

    Sie hantierte an einer großen gußeisernen Pfanne.Hin und wieder drückte eine Bö den Sprühregen unter das schmale Vordach: eine Feldplane, graugrün gesprenkelt, aber derartig löchrig, daß sie nochmals mit einer Plastikbahn abgedeckt worden war.

    Hier geht nix mehr, sagte Frau Brücker, während sie das Sieb mit den Pommes frites aus dem siedenden Öl nahm, und sie erzählte, wer inzwischen alles aus dem Viertel weggezogen und wer gestorben sei. Namen, die mir nichts sagten, hatten Schlaganfälle, Gürtelrosen, Alterszucker bekommen oder lagen jetzt auf dem Ohlsdorfer Friedhof. Frau Brücker wohnte noch immer in demselben Haus, in dem früher auch meine Tante gewohnt hatte.

    Da! Sie streckte mir die Hände entgegen, drehte sie langsam um. Die Fingergelenke waren dick verknotet. Is die Gicht. Die Augen wollen auch nicht mehr. Nächstes Jahr, sagte sie, wie jedes Jahr, geb ich den Stand auf, endgültig. Sie nahm die Holzzange und griff damit eine der selbst eingelegten Gurken aus dem Glas. Die haste schon als Kind gern gemocht: Die Gurke bekam ich jedesmal gratis. Wie hältste das nur in München aus?

    Imbißstände gibts dort auch.Darauf wartete sie. Denn dann, und das gehörte mit zu unserem Ritual, sagte sie: Jaa, aber gibts da auch Currywurst?

    Nein, jedenfalls keine gute.Siehste, sagte sie, schüttete etwas Curry in die heiße Pfanne, schnitt dann mit dem Messer eine Kalbswurst in Scheiben hinein, sagte Weißwurst, grausam, und dann noch süßer Senf. Das veddelt einen doch. Sie schüttelte sich demonstrativ: Brrr, klackste Ketchup in die Pfanne; rührte; gab noch etwas schwarzen Pfeffer darüber und schob dann die Wurstscheiben auf den gefältelten Pappteller: Das is reell. Hat was mitm Wind zu tun. Glaub mir Scharfer Wind braucht scharfe Sachen.

    Ihr Schnellimbiß stand wirklich an einer windigen Ecke. Die Plastikbahne war dort, wo sie am Stand festgezurrt war, eingerissen, und hin und wieder, bei stärkeren Böen, kippte eine der großen Plastik-Eistüten um. Das waren Reklametische, auf deren abgeplattetem Eis man die Frikadellen und, wie gesagt, diese ganz einmalige Currywurst essen konnte.

    Ich mach die Bude dicht, endgültig.Das sagte sie jedesmal, und ich war sicher, sie im nächsten Jahr wiederzusehen. Aber in dem darauffolgenden Jahr war ihr Stand verschwunden.Daraufhin bin ich nicht mehr in das Viertel gegangen, habe kaum noch an Frau Brücker gedacht, nur gelegentlich an einem Imbißstand in Berlin, Kassel oder sonstwo, und dann natürlich immer, wenn es unter Kennern zu einem Streit über den Entstehungsort und das Entstehungsdatum der Currywurst kam: Die meisten, nein, fast alle reklamierten dafür das Berlin der späten fünfziger Jahre. Ich brachte dann immer Hamburg, Frau Brücker und ein früheres Datu