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Heinrich von Ofterdingen

Ein Roman. Textrevis. u. Nachw. v. Wolfgang Frühwald

Reclam Universal-Bibliothek 8939

(2)
Die im Hochmittelalter angesiedelte Handlung stellt den Prozess dar, in
dem sich der etwa 20-jährige Heinrich zum Dichter entwickelt. Der erste
Teil - Die Erwartung - beginnt mit dem berühmten Traum von der blauen Blume,
in deren Kelch Heinrich ein weibliches Gesicht erblickt. Als Ahnung nimmt
der Traum die Begegnung mit einer zunächst noch fremden Welt vorweg. In
Begleitung von Kaufleuten wird er mit praktischen Lebensverhältnissen sowie
mit Märchen und Erzählungen bekannt. Unterwegs begegnet er einem Bergmann,
der ihn ins Erdinnere und damit auch ins Innere bzw. in die >>fabelhafte
Urzeit>die Welt wird Traum, der Traum wird Welt<< kündigt
sich der Übergang des Geschehens ins Märchenhafte an.
Portrait
Novalis (d. i. Friedrich Freiherr von Hardenberg), 2. 5. 1772 Gut Oberwiederstedt (Harz) - 25. 3. 1801 Weißenfels. N. stammte aus einem stark pietistisch geprägten Elternhaus. Als sein Vater 1784 Direktor der kursächsischen Salinen in Thüringen wurde, zog die Familie nach Weißenfels. N. studierte 1790-94 Jura in Jena, Leipzig und Wittenberg (Staatsexamen 1794) und trat in den Staatsdienst ein (1794 Praktikant in Tennstedt, 1796 Akzessist bei der Salinendirektion in Weißenfels). 1795 verlobte er sich mit der zwölfjährigen Sophie v. Kühn, die zwei Jahre später starb. Ende 1797 ging er zum Studium an die Bergakademie Freiberg, um seine naturwissenschaftlichen Kenntnisse zu erweitern. Nach dem Studienabschluss wurde er im Dezember 1797 Salinenassessor und Mitglied des Salinendirektoriums in Weißenfels. Als er im Dezember 1800 zum Amtshauptmann des Thüringischen Kreises ernannt wurde, war er bereits schwer erkrankt (wahrscheinlich Lungenschwindsucht). Er konnte das Amt nicht mehr antreten. N. hörte 1791 in Jena Schillers Geschichtsvorlesungen, lernte Goethe kennen, beschäftigte sich neben seiner berüichen Tätigkeit mit Johann Gottlieb Fichtes Wissenschaftslehre und fand dann 1795-96 zur so genannten Jenaer Romantik, dem Freundeskreis um die Brüder Schlegel, Dorothea Veit, Caroline Schlegel, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling, L. Tieck usw., die durch die Praxis der Symphilosophie ihre Produktivität gegenseitig zu fördern suchten. 1798 erschien unter dem Pseudonym Novalis (der Neuland Rodende) im Athenaeum seine erste bedeutende Veröffentlichung, die Fragmentensammlung Blüthenstaub. Eine weitere Sammlung folgte, doch die große Masse seiner Fragmente wurde erst postum gedruckt. Sie weisen eine große thematische Vielfalt auf, behandeln religiöse, ästhetische und literarische Gegenstände und re¿ektieren N.' Auseinandersetzung mit der zeitgenössischen Philosophie und Naturwissenschaft. Hier ¿nden sich zentrale programmatische Äußerungen der Frühromantik (Nach innen geht der geheimnißvolle Weg), darunter auch ein grundlegendes, mit mathematischen Begriffen operierendes Poesieprogramm. Romantische Geschichtsdeutung bietet sein Essay Die Christenheit oder Europa von 1799, der auf Rat Goethes zunächst ungedruckt blieb (vollständige Veröffentlichung zuerst in der 4. Aü. der Schriften, 1826). Sein bedeutendstes lyrisches Werk sind die Hymnen an die Nacht, die auf äußerst subjektive Weise Persönlichstes und Allgemeines - Todeserfahrungen, Mystik, Religion, Fichtes Ich-Philosophie - zur visionären Schau eines Reichs der Liebe als poetische Religion verbinden. Traditioneller sind N.' Geistliche Lieder, die z. T. in Gesangbücher eingingen. Als Erzähler begann N. mit dem fragmentarischen symbolischen Naturroman Die Lehrlinge zu Saïs (entst. 1798-99), der vom Weg zur Selbst- und Naturerkenntnis spricht; unvollendet blieb auch der Roman Heinrich von Ofterdingen, dessen erster Teil 1799-1800 entstand. Er schließt an die Reihe der romantischen Künstlerromane an; in betontem Gegensatz zur oeconomischen Natur von Goethes Wilhelm Meister geht er den Weg nach Innen, zielt auf eine Poëtisierung der Welt durch die schöpferische Einbildungskraft. Die blaue Blume, der sich der Held im Traum nähert, wurde zu einem Symbol für die Romantik schlechthin. N.' Romanfragmente wurden zuerst in den von F. Schlegel und Tieck postum herausgegebenen Schriften gedruckt. In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (.) - © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Herausgeber Wolfgang Mit Einf. v. Frühwald
Seitenzahl 255
Erscheinungsdatum 1987
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-15-008939-2
Verlag Philipp Reclam Jun.
Maße (L/B/H) 14,7/9,5/1,5 cm
Gewicht 122 g
Verkaufsrang 73.841
Buch (Taschenbuch)
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Ein epochales Meisterwerk
von Zitronenblau am 25.09.2009

Novalis' "H. v. Ofterdingen" ist bekanntlich in die Epoche der Frühromantik einzuordnen u. steht für eine Universalpoesie mit philosophischem Anspruch. Ofterdingen, legendärer Minnesänger, durchläuft als passiver Held auf der sehnsuchtsvollen Suche nach der Welterkenntnis eine Geschichte, die ihrerseits in mannigfache Subtexte (Märchen, Erzählungen, Lieder, Träume etc.) streut, obgleich Streuung... Novalis' "H. v. Ofterdingen" ist bekanntlich in die Epoche der Frühromantik einzuordnen u. steht für eine Universalpoesie mit philosophischem Anspruch. Ofterdingen, legendärer Minnesänger, durchläuft als passiver Held auf der sehnsuchtsvollen Suche nach der Welterkenntnis eine Geschichte, die ihrerseits in mannigfache Subtexte (Märchen, Erzählungen, Lieder, Träume etc.) streut, obgleich Streuung hier die Bedingung für das Ganze postuliert. Hierin finden sich zahlreiche romantische Motive wie Mittelalter, Christentum, blaue Blume, Liebe, Natur etc. Alles führt zum goldenen Zeitalter des All-Eins. Hierfür allegorisiert Novalis (insbes. im Klingsor-Märchen) das Geschehen zum Verweisenden, zum Ästhtetsich-Ethischen und will den Leser, sofern er sich darauf einlässt, hinführen zur: Apotheose der Poesie. Darin liegt das Kunststück; statt einer dramaturgisch kohärenten Abfolge fließt ein melodisches Bildermeer in den Leser hinein. Damit wird das Wunderbare, das Zauberhafte, das Magisch-Romantische evoziert. Mit sublimer Raffinesse setzt Novalis ungewöhnliche Wortkombinationen aneinander, vorliebnehmend im adverbialen und adjektivischen Bereich, weicht von einer schlichten Stilnorm ab, poetisiert seine Prosa. So ist es ein großer, ein größter Jammer für die Weltliteratur, dass der Roman Fragment ist, "Die Erwartung" (1. Teil) kann der Leser im Ganzen aufnehmen inkl. dem Kernstück: das Klingsor-Märchen, eine Art märchenhafter Mikroroman, der die Apotheose vorwegnimmt. "Die Erfüllung" (2. Teil) ist leider nach dem 1. Kapitel am Ende. Tiecks Bericht über die Fortsetzung lässt jedoch auf die Größe dieses Meisterwerks schließen. Es an dieser Stelle in den historischen (auch philosophischen) Kontext einzubetten, würde den Rahmen dieser Rezension sprengen. Nur eines noch, etwas in eigener Sache: ich habe das Gefühl, dass zwischen Hermann Hesse (Neoromantiker) und Novalis ein überhistorisches, ein geistiges Band besteht. Aber das ist nur eine oberflächliche Vermutung. Äußerst empfehlenswerte Literatur (nicht nur relativ als Kontrapunkt zu Goethes Wilhelm Meister, sondern im Absoluten des romantischen Geistes).

Achtung: Epoche der Romantik!
von Isolani aus Linz am 13.03.2008

Bevor man dieses Buch zu lesen beginnt, sollte man sich bewusst sein, daß es sich hier um ein Werk der Romantiker handelt. Hilfreich ist vielleicht, es einfach als einen phantastischen Roman zu sehen und mit dieser Grundeinstellung auch an das Werk heranzugehen. Mit einer falschen Erwartungshaltung kommt man in... Bevor man dieses Buch zu lesen beginnt, sollte man sich bewusst sein, daß es sich hier um ein Werk der Romantiker handelt. Hilfreich ist vielleicht, es einfach als einen phantastischen Roman zu sehen und mit dieser Grundeinstellung auch an das Werk heranzugehen. Mit einer falschen Erwartungshaltung kommt man in diesem Buch nicht weit... Aber Ausdauer zahlt sich bekanntlich aus.