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Pius XII. und das Dritte Reich

Eine Dokumentation

Beck Reihe Band 1949

Saul Friedländer

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Beschreibung

Im anhaltenden Streit um die historische und moralische Beurteilung von Papst Pius XII. stehen bis heute zwei Fragen im Vordergrund: Sein Verhältnis zum "Dritten Reich" und seine Haltung gegenüber dem Holocaust. Saul Friedländer hat aus den Archiven die wichtigsten Dokumente zusammengetragen, die uns Einblick in das Handeln des Papstes geben und zur Klärung dieser Fragen beitragen können. Sein berühmt gewordenes Buch über Pius XII. und das "Dritte Reich" liegt nun in einer durchgesehenen und um ein aktuelles Nachwort ergänzten Neuausgabe wieder vor.

Saul Friedländer gehört zu den bedeutendsten Historikern unserer Zeit. Für sein großes Werk "Das Dritte Reich und die Juden" erhielt er den "Friedenspreis des Deutschen Buchhandels" und den "Pulitzer-Preis".

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 231 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 14.06.2011
Sprache Deutsch
EAN 9783406616822
Verlag C. H. Beck
Dateigröße 706 KB

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Gibt es ein gerechtes Urteil über Pius XII?
von Werner Jaroschek aus Duisburg am 04.05.2011
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Saul Friedländers Buch zu der Frage nach dem Verhalten der kath. Kirche und des Papstes Pius XII im Hinblick auf die Verfolgung der Juden im NS—Staat erschien vor 45 Jahren und wurde nun erneut aufgelegt, da inzwischen weitere Archivbestände zugänglich wurden. Wichtig ist Friedländer seine Neubewertung im Schlusskapitel. Friedl... Saul Friedländers Buch zu der Frage nach dem Verhalten der kath. Kirche und des Papstes Pius XII im Hinblick auf die Verfolgung der Juden im NS—Staat erschien vor 45 Jahren und wurde nun erneut aufgelegt, da inzwischen weitere Archivbestände zugänglich wurden. Wichtig ist Friedländer seine Neubewertung im Schlusskapitel. Friedländers Buch ist zwangsläufig einseitig, weil ihm nur deutsche Akten zugänglich waren, während die Archive des Vatikans noch keinen Einblick gewährten. Dieses Buch schützt vor vorschnellen und ungerechten Urteilen und Vorurteilen. Im Hinblick auf das absolut verbrecherische damalige Geschehen, das in der Shoah gipfelte, ging es bei allen Entscheidungen nicht um richtig oder falsch, sondern ob man der Moral oder einem Pragmatismus den Vorrang gibt. Hier muss jeder im Einzelfall seine persönliche Entscheidung fällen. Natürlich wurde die Haltung Pius XII zumindest anfangs dadurch bestimmt, dass er eine beinah zu große Sympathie für Deutschland und eine panische Angst vor dem Kommunismus hatte. Und gewiss ist aus heutiger Sicht auch sehr problematisch die abgehobene Sprache des Papstes und der Kirche, die es schwierig macht, Proteste herauszufinden. Friedländer ist ausgesprochen fair, weist immer wieder darauf hin, dass manche seiner Aussagen und Überlegungen hypothetisch sind und fordert damit den Leser heraus, sich sein eigenes Urteil zu bilden. Da die NS-Zeit und der Holocaust stets gegenwärtig bleiben müssen, ist dieses Buch zum Verständnis dieser Zeit eine bedeutende Hilfe.


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