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Peer Gynt

Ein dramatisches Gedicht

Reclams Universal-Bibliothek Band 2309

Henrik Ibsen

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Beschreibung

»Peer Gynt« ist der Beitrag Norwegens zum europäischen Welt- und Seelendrama des 19. Jahrhunderts; Henrik Ibsen verfasste das Stück mit neununddreißig Jahren.
Peer Gynt, der Unbeständige, der Rastlose, erfährt am Ende eines langen Lebensweges, dass er nie bei sich selbst gewesen ist, dass er sich aber immer in den christlichen Tugenden Glauben, Hoffen und Lieben einer Frau befunden hat.

Henrik Ibsen (20.3.1828 Skien – 23.5.1906 Christiana) war ein norwegischer Dramatiker und Lyriker. Schon als Jugendlicher verfasste er seine ersten Liebesgedichte. Als Dramatiker feierte Ibsen seinen Durchbruch als Hausdichter und künstlerischer Leiter am norwegischen Nationaltheater. In dieser Zeit entstand u.a. »Die Johannisnacht« (1853). Zu Ibsens größten Dramen, die weltweit inszeniert und adaptiert werden, gehört »Stützen der Gesellschaft« (1877), das den Beginn einer neuen dramatischen Gattung, des naturalistischen Gesellschaftsdramas, darstellt.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 200
Erscheinungsdatum 01.01.1998
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-15-002309-9
Verlag Reclam, Philipp
Maße (L/B/H) 14,7/9,8/1,5 cm
Gewicht 82 g
Übersetzer Hermann Stock
Verkaufsrang 83831

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Peer Gynt – der nordische Faust?
von Zitronenblau am 31.10.2012

Dieses weltberühmte dramatische Gedicht von Henrik Ibsen gehört zweifelsohne zu den wichtigsten Schöpfungen der Literaturgeschichte. Ibsen selbst ist vielleicht der herausragendste Dramatiker Norwegens. Nicht zuletzt auch deshalb, weil er die Werte seiner Zeit stets kritisch beäugelte, ja torpedierte. Peer Gynt stellt jedoch... Dieses weltberühmte dramatische Gedicht von Henrik Ibsen gehört zweifelsohne zu den wichtigsten Schöpfungen der Literaturgeschichte. Ibsen selbst ist vielleicht der herausragendste Dramatiker Norwegens. Nicht zuletzt auch deshalb, weil er die Werte seiner Zeit stets kritisch beäugelte, ja torpedierte. Peer Gynt stellt jedoch eine Sonderposition dar. Mag sein, dass hintergründig Gesellschaftskritik getrieben wird, ist doch aber im Vordergrund Peer Gynt, der ein Lügner ist, wie es sich uns bereits im ersten Satz durch seine Mutter Ase offenbart: „Peer, du schwindelst!“ Der Taugenichts ist unbeliebt und erinnert an Frischs Gantenbein: Wir sind nur unserer Erfahrungen, doch wir wollen unsere Geschichten sein. Gynt aber übernimmt keine Verantwortung, sein Leben besteht somit nur aus Flucht, die ihn aus dem ersten Akt – hinter ihm die Horde der Dorfbewohner – in die Berge führt, wo er gar die Tochter des Trollkönigs und bald darauf ihn selbst antrifft. Zwar behauptet Gynt, er sei ein Prinz, jedoch lässt er nicht zu, dass der Dovregreis ihm ans Auge will: „Ich ritz dir ’ne Maser / Ins linke Auge, scheel siehst du dann; Doch was du siehst, mutet dich prächtig an. / Sodann will ich’s rechte Licht dir ausschneiden -//“ Woraufhin Gynt ihn bloß fragt: „Bist du trunken?“ Da flieht er erneut. Nachdem er abermals Solvejg begegnet, die sich in Gynt verliebt hat, wohnt er dem Tode seiner Mutter bei. Ibsen setzt anschließend einen harten Bruch – räumlich wie zeitlich. Denn der Held findet sich dreißig Jahre später auf einem Schiff an der Küste von Marokko wieder (4. Akt). Angeblich hat er es u.a. durch Sklavenhandel zu Geld gebracht. Dort verwickeln sich er und einige andere Europäer in ein politisches Gespräch, in dem Gynt Partei für das osmanische Reich ergreift, das im Zwist mit Griechenland liegt: diese Anti-Haltung bezeichnet er als das Gyntische Selbst: „Das Gyntische Selbst – was soll das sein?“ // Die Welt in meinem Schädelschrein, / durch die ich Ich bin, sonder Zweifel, / Kein andrer, wie Gott nicht der Teufel.“ Sie verbannen ihn vom Schiff, das selbst kurz darauf untergeht. Später trifft er auf eine orientalische Diebesgruppe, verliebt sich in Anitra, wird aber von ihr ausgeraubt und verlassen. Am Ende des Aktes findet er sich in Ägypten wieder, wo er Begriffenfeldt begegnet, dieser führt ihn in eine Irrenanstalt, wo Gynt dann zum König gekrönt wird: „Es lebe hoch der Selbstheit Kaiser!“ Im letzten Akt kehrt er nach Norwegen zurück. Dort passiert er den Weg des Knopfgießers, der Gynt holen will, weil er nie er selbst gewesen: „In meine Kelle sollst du. [...] Darin schmelzt man dich um.“ Gynt bittet um etwas Zeit, jemanden zu finden, der den gegenteiligen Beweis führt, kreuzt den Pfad von Dovregreis und dem Teufel (der Magre) gar. Am Ende findet er Solvejg – und wird erlöst? Gynts Suche nach sich selbst ist das philosophische Grundmotiv des Ibsenschen Dramas. Seine Reise ist eine nordische Odyssee und erinnert eben mehr an diesen Helden. Somit scheint mir Peer Gynt eher ein nordischer Odysseus zu sein. Ein brillantes und obskures Werk!


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