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Der falsche Inder

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Ein geheimnisvolles arabisches Manuskript im ICE Berlin-München, das niemandem zu gehören scheint und worin acht Mal auf verschiedene Weise die Lebensgeschichte desjenigen erzählt wird, der es zufällig findet und liest.
Dieses Romandebüt handelt von der Flucht eines jungen Irakers, der unter Saddam Hussein im Gefängnis saß und vor Krieg und Unterdrückung flieht, sich in mehreren Ländern als Hauslehrer, Gelegenheitsarbeiter, Kellner durchschlägt; der vom Unglück verfolgt scheint und doch immer wieder auf wundersame Weise gerettet wird. Auf seiner Reise durch Nordafrika und Europa trifft er viele andere Flüchtlinge aus aller Welt, die wie er auf der Suche nach einem Leben ohne Hunger und Krieg sind und dafür sehr viel opfern. Ihre Stimmen und Schicksale verbinden sich in Khiders Roman zu einem modernen realistischen Märchen.
Abbas Khider verbindet das Tragische mit dem Komischen, das Groteske mit dem Alltäglichen, die Exotik des Orients mit den Lebenserfahrungen eines Flüchtlings. Er beeindruckt durch seinen ungeschönten Blick und die Beiläufigkeit, mit der er vom Elend wie von Wundern erzählt.
Portrait
Abbas Khider wurde 1973 in Bagdad geboren. 1996 floh er nach einer Verurteilung aufgrund "politischer Gründe" und nach einer zweijährigen Gefängnisstrafe aus dem Irak. Von 1996 bis 1999 hielt er sich als illegaler Flüchtling verschiedenen Ländern auf, seit 2000 lebt er in Deutschland. Studium der Philosophie und Literaturwissenschaft in München und Potsdam. Lyrik in verschiedenen Publikationen.
Khiders Debütroman "Der falsche Inder" wurde mit dem Adelbert-von-Chamisso-Preis ausgezeichnet. 2011 folgte der Roman "Die Orangen des Präsidenten". Khider erhielt im selben Jahr ein sechsmonatiges Arbeitsstipendium der Robert-Bosch-Stiftung sowie ein dreimonatiges Arbeitsstipendium der Villa Aurora in Los Angeles, USA. 2013 ist er Stipendiat im Künstlerhaus Edenkoben und hat außerdem die Poetik-Dozentur der Universität Landau inne.
Abbas Khider erhält 2013 den Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil, eine Auszeichnung, die nur alle drei Jahre vergeben wird. In der Begründung der Jury heißt es: "Wie schon in seinem autobiografisch inspirierten Gefängnis- und Taubenzüchter-Epos 'Die Orangen des Präsidenten' erweist sich Abbas Khider als ein ebenso lakonischer wie heiterer Chronist, als Meister der Situationskomik und geborener Erzähler."
Abbas Khider lebt in Berlin.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 160 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 04.08.2011
Sprache Deutsch
EAN 9783864380419
Verlag Edition Nautilus
Dateigröße 1103 KB
eBook
8,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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„sehr lesenswert, ein Roman mit humanitärem Anliegen !“

Martin Pasqué, Thalia-Buchhandlung Freiburg im Breisgau

Sie werden zwar durch die Aussparung der sicher höchst unschönen Details der Erlebnisse des Autoren während seiner Exil-Odyssee verschont, der wirklich lakonische Stil und die Leichtigkeit, wie er seine verschiedenen Zwischenaufenthalte bis zum momentanen Endpunkt Deutschland zu schildern vermag, weiß zu beeindrucken.Das Buch habe ich sehr nachdenklich aus der Hand gelegt, betroffen durch die soeben erlebte Irrfahrt, betroffen durch die Zusammenfassung der Einzelschicksale gegen Ende des Romans, betroffen durch die Selbstbeschuldigung des "Unglücksraben", der durch seine Anwesenheit meint, dass dadurch Unglück über andere hereinbricht! Man spürt selbst die beschriebene Leere, die in einem wächst von Fluchtort zu Fluchtort, von Gefängnis zu Gefängnis, von Verlust zu Verlust wieder eines bedeutsamen Menschen, der einem durch Gewalt oder durch Trennung genommen wurde .Ein Buch ,dass Sie durch den beiläufigen Schreibstil erst so richtig mitnimmt, da man genau weiß, dass hinter diesen Schilderungen weit mehr an furchtbaren persönlichen Erlebnissen steckt, als der Autor mitteilen möchte.
Ich finde das Buch sehr lesenswert, ein Roman mit humanitärem Anliegen, der uns ohne hochgehobenen Zeigefinger vermittelt, was es heißt , als "falscher Inder" da zu stehen und unter ungerechten Machtstrukturen, religiöser, ethnischer und politischer Intoleranz sowie unter permanenter Gewalt überleben zu wollen, und uns aufzeigt, wie das Menschenrecht auf ein würdevolles Leben in Ruhe und Frieden mit Füßen getreten wird.
Sie werden zwar durch die Aussparung der sicher höchst unschönen Details der Erlebnisse des Autoren während seiner Exil-Odyssee verschont, der wirklich lakonische Stil und die Leichtigkeit, wie er seine verschiedenen Zwischenaufenthalte bis zum momentanen Endpunkt Deutschland zu schildern vermag, weiß zu beeindrucken.Das Buch habe ich sehr nachdenklich aus der Hand gelegt, betroffen durch die soeben erlebte Irrfahrt, betroffen durch die Zusammenfassung der Einzelschicksale gegen Ende des Romans, betroffen durch die Selbstbeschuldigung des "Unglücksraben", der durch seine Anwesenheit meint, dass dadurch Unglück über andere hereinbricht! Man spürt selbst die beschriebene Leere, die in einem wächst von Fluchtort zu Fluchtort, von Gefängnis zu Gefängnis, von Verlust zu Verlust wieder eines bedeutsamen Menschen, der einem durch Gewalt oder durch Trennung genommen wurde .Ein Buch ,dass Sie durch den beiläufigen Schreibstil erst so richtig mitnimmt, da man genau weiß, dass hinter diesen Schilderungen weit mehr an furchtbaren persönlichen Erlebnissen steckt, als der Autor mitteilen möchte.
Ich finde das Buch sehr lesenswert, ein Roman mit humanitärem Anliegen, der uns ohne hochgehobenen Zeigefinger vermittelt, was es heißt , als "falscher Inder" da zu stehen und unter ungerechten Machtstrukturen, religiöser, ethnischer und politischer Intoleranz sowie unter permanenter Gewalt überleben zu wollen, und uns aufzeigt, wie das Menschenrecht auf ein würdevolles Leben in Ruhe und Frieden mit Füßen getreten wird.

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