Regeln für den Menschenpark

Ein Antwortschreiben zu Heideggers Brief über den Humanismus

edition suhrkamp 6582

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Dass die Domestikation des Menschen das große Ungedachte ist, vor dem der Humanismus von der Antike bis in die Gegenwart die Augen abwandte - dies einzusehen genügt, um in tiefes Wasser zu geraten oder sogar einen öffentlichen Exzess auszulösen. So geschehen nach der Rede Sloterdijks auf der Elmauer Tagung im Juli 1999. Diese Rede, ursprüglich ein Beitrag zu einem Vortragszyklus über die Aktualität des Humanismus in Basel (15. Juni 1997), liegt hier als selbständige Publikation in unveränderter Form vor.
Portrait
Peter Sloterdijk wurde am 26. Juni 1947 als Sohn einer Deutschen und eines Niederländers geboren. Von 1968 bis 1974 studierte er in München und an der Universität Hamburg Philosophie, Geschichte und Germanistik. 1971 erstellte Sloterdijk seine Magisterarbeit mit dem Titel Strukturalismus als poetische Hermeneutik. In den Jahren 1972/73 folgten ein Essay über Michel Foucaults strukturale Theorie der Geschichte sowie eine Studie mit dem Titel Die Ökonomie der Sprachspiele. Zur Kritik der linguistischen Gegenstandskonstitution. Im Jahre 1976 wurde Peter Sloterdijk von Professor Klaus Briegleb zum Thema Literatur und Organisation von Lebenserfahrung. Gattungstheorie und Gattungsgeschichte der Autobiographie der Weimarer Republik 1918–1933 promoviert. Zwischen 1978 und 1980 hielt sich Sloterdijk im Ashram von Bhagwan Shree Rajneesh (später Osho) im indischen Pune auf. Seit den 1980er Jahren arbeitet Sloterdijk als freier Schriftsteller. Das 1983 im Suhrkamp Verlag publizierte Buch Kritik der zynischen Vernunft zählt zu den meistverkauften philosophischen Büchern des 20. Jahrhunderts. 1987 legte er seinen ersten Roman Der Zauberbaum vor. Seit 2001 ist Sloterdijk in Nachfolge von Heinrich Klotz Rektor der Staatlichen Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe sowie dort Professor für Philosophie und Ästhetik.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 59
Erscheinungsdatum 24.10.1999
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-06582-2
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 20/12,1/1 cm
Gewicht 86 g
Auflage 13
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Kundenbewertungen

Durchschnitt
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anregend
von einer Kundin/einem Kunden aus Bern am 25.04.2013

Den Text fand ich anregend. Viele haben evtl. kaum über das Thema nachgedacht, aber Anderen, zB. Lesern moderner Science Fiction, wird manches bereits bekannt sein. So entstand wohl auch der Graben zu diesem Buch, der eine heftige Debatte auslöste, die wie so oft eher in unausgegorener Polemik versandete. Altbacken... Den Text fand ich anregend. Viele haben evtl. kaum über das Thema nachgedacht, aber Anderen, zB. Lesern moderner Science Fiction, wird manches bereits bekannt sein. So entstand wohl auch der Graben zu diesem Buch, der eine heftige Debatte auslöste, die wie so oft eher in unausgegorener Polemik versandete. Altbacken gegen postmodern könnte man sagen. Wer hat recht? Eigentlich niemand so richtig, denn die Zukunft erst wird zeigen, wie sich das Ganze weiter entwickelt. Wahrscheinlich liegt die Wahrheit wieder mal irgendwo dazwischen. Persönlich denke ich, die Natur ist tatsächlich oft brutal und lebensgefährdend und muss deshalb von uns Menschen in gewissen Bereichen gezähmt, überwunden werden, in anderen aber auch geschützt und gefördert, also irgendwie ein Zwitterding zum Wohle des Menschen und der Natur zugleich und da kommt man nun mal an Technik nicht vorbei, es sei denn, man wolle alles wieder den Naturkräften überlassen, aber wer will schon zurück zu den tristen Urgewalten, die so viel Leid verbreitet haben und die Lebenserwartung bei rund 40 Jahren hielten...

Wieso positive Eugenik?
von Zitronenblau am 19.05.2009

Der Skandal um dieses Büchlein bleibt mir zwar nicht verschlossen, jedoch kann ich diesen auch nicht verstehen? Ist hier ein Apell oder ein Aufruf zur positiven Eugenik zu hören? Oder handelt es sich hier schlicht um eine logische Abhandlung, welche Fragen zum Begriff des Humanismus stellt - die vorher... Der Skandal um dieses Büchlein bleibt mir zwar nicht verschlossen, jedoch kann ich diesen auch nicht verstehen? Ist hier ein Apell oder ein Aufruf zur positiven Eugenik zu hören? Oder handelt es sich hier schlicht um eine logische Abhandlung, welche Fragen zum Begriff des Humanismus stellt - die vorher nicht gefragt wurden? Da Sloterdijk sich zwar auf Heidegger bezieht, den Humanismus historisch aber konkretisiert und schon hiermit wieder vom Verfasser des Briefes über den Humanismus abweicht, bleibt für mich allenfalls die Frage, ob diese vernietzschten Konklusionen nicht etwas aus der Luft gegriffen sind. Obschon Sloterdijk - wie je und je- versteht, sprachtechnisch zu zaubern, so hinterfragt der Leser wohl eher, ob mit Heideggers "Sprache als Haus des Seins" eine zarathustrische Ableitung des Satzes auf den Zucht- und Züchtigungsmenschen (Haustierepoche) gemeint sein kann? Akzeptabler ist die These vom Humanismus unter Bücherlesenden, die heute wohl eher ins Stadion gehen. Auch das Scheitern humanistisch ausgelegter Systeme wie der Nationalsozialismus in allzubekannten Katastrophen ist nachvollziehbar. Letztlich ist die Frage nach anthropotechnischen Regeln für den Menschenpark in einem biotechnologischen Zeitalter durchaus logisch hergeleitet - und keinesfalls skandalös.