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Das Kalkwerk

Roman

Thomas Bernhard

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Beschreibung


In der Nacht vom 24. zum 25. Dezember erschießt Konrad seine verkrüppelte, seit Jahren an den Rollstuhl gefesselte Frau. Zwei Tage später findet ihn die Polizei halb erfroren in einer ausgetrockneten Jauchegrube. Er läßt sich widerstandslos abführen. Thomas Bernhard beschreibt in seinem Roman Konrads Gründe für diese Tat.

Thomas Bernhard, 1931 in Heerlen (Niederlande) geboren, starb im Februar 1989 in Gmunden (Oberösterreich). Er zählt zu den bedeutendsten österreichischen Schriftstellern und wurde unter anderem 1970 mit dem Georg-Büchner-Preis und 1972 mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Der Suhrkamp Verlag publiziert eine Werkausgabe in 22 Bänden.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 224
Erscheinungsdatum 24.03.2001
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-36628-8
Verlag Suhrkamp
Maße (L/B/H) 17,8/11,1/1,8 cm
Gewicht 138 g
Auflage 19. Auflage
Verkaufsrang 74369

Kundenbewertungen

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Nicht ohne Komik
von Daniel Buess aus Basel am 10.10.2010

Thomas Bernhard, ein Fall für sich. Schwergewichtig, widerborstig und schwer verdaulich. Die monologisch langatmige Art des Erzählens und die zum Teil erschöpfenden Wiederholungen und Variationsschlaufen muss man mögen, sonst lässt man besser die Finger von Bernhard. Er ist das Gegenteil von Rosamunde Pilcher. In "Kalkwerk" erzä... Thomas Bernhard, ein Fall für sich. Schwergewichtig, widerborstig und schwer verdaulich. Die monologisch langatmige Art des Erzählens und die zum Teil erschöpfenden Wiederholungen und Variationsschlaufen muss man mögen, sonst lässt man besser die Finger von Bernhard. Er ist das Gegenteil von Rosamunde Pilcher. In "Kalkwerk" erzählt Bernhard die Geschichte eines Gelehrten oder Pseudo-Gelehrten, der mit seiner behinderten Frau in einem Kalkwerk lebt und sich mit ausufernden Gehör-Studien befasst. Als Folge der Isolation, in der sich das Paar befindet, verliert er jeden Realitätsbezug und ermordet seine Frau. Die Geschichte als solche erinnert vage an "Shining", ist aber - anders als bei Steven King - nicht auf Spannungseffekte aus. Bernhard berichtet endlos, sozusagen in einer verbalen Zermürbungstaktik, über alltägliche Widrigkeiten, gegen die der geistig höher entwickelte Mensch vergeblich ankämpft. Das ist nicht ohne Komik.

"...und mit allen Leuten experimentiere er..."
von Benjamin Haase aus Bremen, Weserpark am 31.07.2009

Im Laufe seiner Studie über das „perfekte Gehör“ erschießt der Privatwissenschaftler Konrad seine im Rollstuhl gefesselte Frau, die er monatelang im ehemaligen Kalkwerk mit seinen Experimenten traktiert hat. In der Rekonstruktion des Hergangs durch verschiedene „Zeugenberichte“ möchte man Konrads Sätze schnell lesen, weil sie ... Im Laufe seiner Studie über das „perfekte Gehör“ erschießt der Privatwissenschaftler Konrad seine im Rollstuhl gefesselte Frau, die er monatelang im ehemaligen Kalkwerk mit seinen Experimenten traktiert hat. In der Rekonstruktion des Hergangs durch verschiedene „Zeugenberichte“ möchte man Konrads Sätze schnell lesen, weil sie das Tempo und die Aggressivität von Ohrfeigen haben, die man sich aber gleichzeitig mehrmals geben lassen muss... Thomas Bernhards „Geistesmensch“ erforscht sein Thema wieder einmal bis in die Verrücktheit und Redundanz hinein irritierend genau und bildet damit auch eine Herausforderung für den eigenen Intellekt! Das "Kalkwerk" gehört dabei für mich zu einem von seinen Besten, gerade weil es nachhaltig verwirrend und verstörend ist.

Naturgemäß...
von Zitronenblau am 12.06.2009

Wer Bernhard nicht kennt, wird dieses Buch wahrscheinlich lieben, wer ihn aber schon kennt, fühlt sich auf der Stelle stehen bleiben. Verstörung - Klappe, die 3.: Herr und Frau Konrad ziehen ins Kalkwerk, seit Jahren will er eine Studie über das Gehör schreiben und das führt zu obskuren Experimenten zwischen Ofterdingen und Krop... Wer Bernhard nicht kennt, wird dieses Buch wahrscheinlich lieben, wer ihn aber schon kennt, fühlt sich auf der Stelle stehen bleiben. Verstörung - Klappe, die 3.: Herr und Frau Konrad ziehen ins Kalkwerk, seit Jahren will er eine Studie über das Gehör schreiben und das führt zu obskuren Experimenten zwischen Ofterdingen und Kropotkin, bis dass die Sprache in Form des Gesagten sich immer mehr zersetzt, schließlich wird die Frau durch ihn umgebracht. Der Leser wird aber nicht etwa in eine chonologisch nachvollziehbare, also dramatische Handlung geführt, vielmehr ist er "Zuhörer" zweier Herren (Fro, Wieser), die abwechselnd das Erzählte des Herrn Konrad zum Besten geben. Aus diesen fragmentarischen Erzählsträngen, die in Wiederholungen und mitunter unerträgliches Geleier gipfeln, fließt vom Tode der Frau als Auslöser für die Geschichte ein Strom des Wiedergegebenen ohne Absatz bis zum Ende des Romans - ich hatte Angst, dass Bernhard auch noch die Interpunktion aufgibt. Technisch nicht brillant, weil ganz klar aus dem Schatten Becketts tretend, jedoch in einer eigenen Weise innoviert... Thematisch sehe ich mich aber genauso im Konstanten gefesselt, wie im Stilistischen, daher drei Sternchen, für mehr reicht es einfach nicht...


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