Sie haben noch keinen tolino eReader? Jetzt informieren.

Weiskerns Nachlass

(2)
Rüdiger Stolzenburg, 59 Jahre alt, hat seit 15 Jahren eine halbe Stelle als Dozent an einem kulturwissenschaftlichen Institut. Seine Aufstiegschancen tendieren gegen null, mit seinem Gehalt kommt er eher schlecht als recht über die Runden. Er ist ein prototypisches Mitglied des akademischen Prekariats. Dieser »Klasse« fehlt jede Zukunftshoffnung: Die selbst gesetzten Maßstäbe an die universitäre Lehre lassen sich nicht aufrecht erhalten; die eigene Forschung führt zu keinem greifbaren Resultat. Für das Spezialgebiet des Rüdiger Stolzenburg, den im 18. Jahrhundert in Wien lebenden Schauspieler, Librettisten und Kartografen Friedrich Wilhelm Weiskern, lassen sich weder Drittmittel noch Publikationsmöglichkeiten beschaffen. Und dann erweist sich das angeblich sensationelle neue Material aus dem Nachlaß von Weiskern auch noch als Fälschung.
Seine Bemühungen, eine ihn ruinierende Steuernachforderung zu erfüllen, machen ihm endgültig deutlich: die Welt, die Wirtschaft, die Politik, die privaten Beziehungen – alles ist prekär. Sie zerbrechen, sie setzen Gewalt frei, geben in großem Ausmaß den Schein für Sein aus. Christoph Hein hat mit Rüdiger Stolzenburg eine Figur geschaffen, in der sich prototypisch die Gefährdungen unserer Gesellschaft und unserer Zivilisation am Ende des ersten Jahrzehnts des zweiten Jahrtausends spiegeln. Christoph Hein ist damit der aktuelle, realistische, literarisch durchgeformte Gesellschaftsroman gelungen.
Portrait

Christoph Hein wurde am 8. April 1944 in Heinzendorf/Schlesien geboren. Nach Kriegsende zog die Familie nach Bad Düben bei Leipzig, wo Hein aufwuchs. Ab 1967 studierte er an der Universität Leipzig Philosophie und Logik und schloss sein Studium 1971 an der Humboldt Universität Berlin ab. Von 1974 bis 1979 arbeitete Hein als Hausautor an der Volksbühne Berlin. Der Durchbruch gelang ihm 1982/83 mit seiner Novelle Der fremde Freund / Drachenblut.

Hein wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Uwe-Johnson-Preis und Stefan-Heym-Preis.

… weiterlesen

Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 319 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 12.09.2011
Sprache Deutsch
EAN 9783518762202
Verlag Suhrkamp
Dateigröße 1778 KB
eBook
9,99
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar
In der Cloud verfügbar
Per E-Mail verschenken i
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.

Wird oft zusammen gekauft

Weiskerns Nachlass

Weiskerns Nachlass

von Christoph Hein
eBook
9,99
+
=
In seiner frühen Kindheit ein Garten

In seiner frühen Kindheit ein Garten

von Christoph Hein
eBook
8,99
+
=

für

18,98

inkl. gesetzl. MwSt.

Alle kaufen

Buchhändler-Empfehlungen

„Eine Abrechnung mit unserer Gesellschaft !“

Kathrin Mehnert, Thalia-Buchhandlung Riesa

Christoph Hein erzählt in seinem neuesten Roman die Geschichte des Rüdiger Stolzenburg.Er hat seit 15 Jahren eine halbe Stelle als Dozent an einem kulturwissenschaftlichen Institut.Man hat den Eindruck,dass Stolzenburg sich im Kreis dreht und seine Karrierechanchen gleich null sind.Seine Forschungen führen zu keinem greifbaren Ergebnis.Er muss erkennen, das diese Gesellschaft mehr als verlogen ist.Christoph Hein hat hier eine Figur geschaffen,die zeigt,wie hoffnungslos für viele die Zukunft in unserer heutigen Zeit ist. Christoph Hein erzählt in seinem neuesten Roman die Geschichte des Rüdiger Stolzenburg.Er hat seit 15 Jahren eine halbe Stelle als Dozent an einem kulturwissenschaftlichen Institut.Man hat den Eindruck,dass Stolzenburg sich im Kreis dreht und seine Karrierechanchen gleich null sind.Seine Forschungen führen zu keinem greifbaren Ergebnis.Er muss erkennen, das diese Gesellschaft mehr als verlogen ist.Christoph Hein hat hier eine Figur geschaffen,die zeigt,wie hoffnungslos für viele die Zukunft in unserer heutigen Zeit ist.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
2 Bewertungen
Übersicht
1
0
1
0
0

verzettelt
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 18.09.2011
Bewertet: Buch (gebunden)

Stolzenburg ist der Protagonist dieses Romans, der im akademisch-universitären Prekariat lebt. Mit seinem Alter von Ende fünfzig hat er auch keine Zukunftsaussichten mehr, sondern kümmert sich um den Erhalt seiner Alterssicherung, indem er fast jede Kröte schluckt, die ihm von anderen dargeboten werden. Ihm wird immer wieder gezeigt, dass... Stolzenburg ist der Protagonist dieses Romans, der im akademisch-universitären Prekariat lebt. Mit seinem Alter von Ende fünfzig hat er auch keine Zukunftsaussichten mehr, sondern kümmert sich um den Erhalt seiner Alterssicherung, indem er fast jede Kröte schluckt, die ihm von anderen dargeboten werden. Ihm wird immer wieder gezeigt, dass er keine volle akademische Stelle bekommen wird, an ihm prallen auf der anderen Seite aber Bestechungsversuche pekuniärer sowie liebesdienerischer Art ab. Er wird von einer Kleinmädchen-Gang geprügelt und gedemütigt, ist in einen Betrugsfall verwickelt und agiert in Liebesdingen eher glücklos. Der Roman bearbeitet mir einfach zu viele Themen, die außer über die Person Stolzenburgs nicht so richtig miteinander verknüpfbar sind. Das ist schade, weil mit der Aufarbeitung der universitären und daraus resultierenden menschlichen Situation des Protagonisten, der sich den in der Öffentlichkeit wenig interessierenden Forschungen zu Weiskern, einem Regisseur, Schauspieler und Librettisten (Bastien et Bastienne)im 18.Jahrhundert echauffiert, genügend interessanter und tiefgründiger Stoff gegeben wäre. So fragt man sich aber nach recht kurzweiligem Lesen, was neben oberflächlicher Unterhaltung der wirkliche Aussagewert dieses Romans ist. Schade.