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Die toten Seelen

Roman. Nachw. v. Horst Bienek

detebe Band 20384

Nikolai Wassiljewitsch Gogol

(2)
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Beschreibung

Die Reise des Kollegienrats Tschitschikow führt durch die Provinz des zaristischen Russland, wo er zu einem Spottpreis ›tote Seelen‹, d.h. verstorbene Leibeigene, einkauft, um diese später zum Marktwert zu verpfänden und so zu Reichtum zu gelangen. So ausgefallen wie dieses Vorhaben ist, so ungewöhnlich gestaltet sich auch Tschitschikows Reise von Gut zu Gut: Es entsteht eine grotesk-komische Sammlung geistig deformierter Grundbesitzer, der wahren ›toten Seelen‹. Ein zeitloses, irrwitziges Bild der ›condition humaine‹.
Diese Ausgabe folgt wort- und buchstabengetreu der ersten deutschen Übersetzung von Philipp Löbenstein aus dem Jahre 1846, die vier Jahre nach der russischen Erstausgabe erschien und Farbe und Sprache der Zeit am schönsten wiedergibt.

Nikolai Wassiljewitsch Gogol wurde 1809 in Soroèiny (Ukraine) als Sohn eines Gutsbesitzers geboren. Nach Abschluss des Gymnasiums ging er nach St. Petersburg. Sowohl eine Karriere an der Universität wie auch als Schauspieler blieben ihm versagt. Nach einer kurzen Beamtenlaufbahn war er als Lehrer und Geschichtsprofessor tätig. Danach lebte er lange im Ausland, vor allem in Italien. Seine letzten Jahre waren von geistigem und körperlichem Verfall überschattet. So verbrannte er in einem Anfall religiösen Wahns den zweiten Teil des Manuskripts ›Tote Seelen‹. Im März 1852 starb er an den Folgen einer strengen religiösen Fastenkur.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 368
Erscheinungsdatum 24.02.2009
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-257-20384-4
Verlag Diogenes
Maße (L/B/H) 18,1/11,3/1,9 cm
Gewicht 278 g
Auflage 17
Übersetzer Philipp Löbenstein

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Kundenbewertungen

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(un)vollendet !!!
von A.B. aus Köln am 01.06.2010
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

In Gogols Romanfragment von 1842 ist der Protagonist Pawel Iwanowitsch Tschitschikow bemüht, als Neuankömmling in einem nicht genannten russischen Städtchen durch extravaganten Lebenswandel die Bewohner über seinen sozialen Status zu täuschen. Die beeindruckten neu gewonnenen Kontakte zu den Gutsbesitzern möchte er nutzen, um gü... In Gogols Romanfragment von 1842 ist der Protagonist Pawel Iwanowitsch Tschitschikow bemüht, als Neuankömmling in einem nicht genannten russischen Städtchen durch extravaganten Lebenswandel die Bewohner über seinen sozialen Status zu täuschen. Die beeindruckten neu gewonnenen Kontakte zu den Gutsbesitzern möchte er nutzen, um günstig die Rechte an verstorbenen Leibeigenen, den "Toten Seelen", zu erlangen. Zahlreiche Leibeigene sollen als Statussymbol später in Moskau seinen sozialen und finanziellen Aufstieg ins hohe Beamtenwesen ermöglichen. Der Roman zeichnet ein umfassendes Bild über das marode und korrupte System des post-napoleonischen Russlands und gibt facettenreich Einblicke in das Leben gebeutelter Charaktere der Landbevölkerung. Ein Muss für Fans russischer Geschichte oder klassischer Literatur in einer günstigen und dennoch bibliophilen Ausgabe.

Das große Geschäft
von Polar aus Aachen am 12.06.2008

Obwohl der Roman ein Fragment ist, weil Gogol den dritten Teil vernichtet hat, erscheint er äußerst vollendet zu sein. Tschitschikow reist darin von Gut zu Gut, um mit den Großgrundbesitzern zu verhandeln, und diejenigen Leibeigenen aufzukaufen, die seit der letzten Erhebung verstorben sind. Er hofft die toten Seelen, für die di... Obwohl der Roman ein Fragment ist, weil Gogol den dritten Teil vernichtet hat, erscheint er äußerst vollendet zu sein. Tschitschikow reist darin von Gut zu Gut, um mit den Großgrundbesitzern zu verhandeln, und diejenigen Leibeigenen aufzukaufen, die seit der letzten Erhebung verstorben sind. Er hofft die toten Seelen, für die die Großgrundbesitzer weiterhin steuerlich aufkommen müssen, billig, wenn nicht gar kostenlos zu erwerben, um sie dann an den Staat mit einem erheblichen Mehrgewinn zu verpfänden. Nur stehen die finanziellen Interessen der rechtmäßigen Besitzer seinem Vorhaben entgegen. Sie wittern selber ein Geschäft. Auf seiner Reise begegnet er einer illustren Gesellschaft aus Adligen, Beamten und einer Landbevölkerung die Gogol allesamt mit einer spöttisch Neigung zur Bloßstellung betrachtet. Das es dabei zu makabren, absurden, witzigen Szenen kommt, liegt an den Störungen menschlichen Verhaltens, die ihm überall begegnen. Tschitschikow erhofft sich aus der Sammlung toter Seelen das große Geschäft. Er ist hartnäckig, verschlagen, scheut nicht vor großen Anstrengungen zurück und trifft nicht selten auf noch mehr Verschlagenheit, Habgier. Leidenschaft und Laster vermengen sich zu einem großen Gemälde. Es gibt die Oblomows und die umtriebigen Geschäftsleute. Das vorrevolutionäre Rußland ist bei Gogol korrupt, auf den eigenen Vorteil bedacht, leidet unter Verfolgungswahn. Ein meisterhafter Roman, auch als Fragment, über jemanden, der auf zu großem Fuße lebt, glaubt, eine phantastische Idee zu besitzen, um an Geld zu kommen, und doch nichts als seine Mittelmäßigkeit vor sich herträgt. Zu gerne hätten wir gewusst wie die Geschichte endet.


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