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Sämtliche Werke in zwanzig Bänden

Sämtliche Werke in zwanzig Bänden - Band 13

(2)

Robert Walsers Gedichte, die in diesem Band gesammelt sind, entstammen drei verschiedenen Perioden seines Schaffens und sind Zeugnisse entsprechend verschiedener künstlerischer Haltungen und Orientierungen. Unbekümmert um formale und inhaltliche Konventionen mischt Walser hier Scherz und Ernst, Hohes und Triviales, parodistisches Spiel und kritische Reflexion. In einem Umfeld von Plauderei und argloser Versbastelei strahlen plötzlich wieder Bilder von großer originaler Kraft auf, Aussagen von bestürzender Unmittelbarkeit und Eindringlichkeit.

Portrait
Robert Walser wurde am 15. April 1878 in Biel geboren. Er starb am 25. Dezember 1956 auf einem Spaziergang im Schnee. Nach seiner Schulzeit absolvierte er eine Banklehre und arbeitete als Commis in verschiedenen Banken und Versicherungen in Zürich. Seine ersten Gedichte, die 1898 erschienen, ließen ihn rasch zu einem Geheimtip werden und verschafften ihm den Zugang zu literarischen Kreisen. Nach Erscheinen seines ersten Buches Fritz Kochers Aufsätze folgte er 1905 seinem Bruder Karl nach Berlin, der dort als Maler und Bühnenbildner den Durchbruch erzielt hatte. In rascher Folge publizierte Walser nun seine drei Romane Geschwister Tanner (1907), Der Gehülfe (1908) und Jakob von Gunten (1909). Infolge einer psychischen Krise geriet Walser Anfang 1929 gegen seinen Willen in die Psychiatrie, deren Rahmen er nie mehr verlassen konnte. 1933 von der Berner Klinik Waldau nach Herisau verlegt, gab er das Schreiben vollständig auf und lebte dort noch 24 Jahre als vergessener anonymer Patient.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Herausgeber Jochen Greven
Seitenzahl 329
Erscheinungsdatum 23.09.1986
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-518-37613-3
Verlag Suhrkamp Verlag AG
Maße (L/B/H) 17,8/12,1/1,6 cm
Gewicht 206 g
Abbildungen mit Illustrationen von Felix Valletton.
Auflage 7
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

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Der Gehülfe
von einer Kundin/einem Kunden aus Oberglatt/ZH am 02.02.2013
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Inhalt: Der Inhalt dieses Romans, den Robert Walser 1908 geschrieben hat, ist relativ schnell erzählt: Joseph Marti erhält eine Stelle im technischen Bureau des Erfinders Tobler. Er geniesst das Leben in dessen Villa "Abendstern". Aber die Erfindungen finden keine Geldgeber und binnen eines halben Jahres muss Marti mitansehen, wie... Inhalt: Der Inhalt dieses Romans, den Robert Walser 1908 geschrieben hat, ist relativ schnell erzählt: Joseph Marti erhält eine Stelle im technischen Bureau des Erfinders Tobler. Er geniesst das Leben in dessen Villa "Abendstern". Aber die Erfindungen finden keine Geldgeber und binnen eines halben Jahres muss Marti mitansehen, wie Tobler immer weiter in Geldschwierigkeiten gerät. Schliesslich muss er die Villa wieder verlassen, weil Tobler Bankrott geht. Angedeutet werden eine Schwärmerei für die Dame des Hauses, Kindsvernachlässigung, Ausflüge in die Kantonshauptstadt und die Bekanntschaft mit den Wichtigen des Dorfes sowie Martis Vorgänger, der wegen Trunksucht entlassen worden war. Meine Meinung: Beschrieben wird der Alltag in einem Schweizer Dorf zu Beginn des letzten Jahrhunderts. Das ist im Grunde genommen nichts Aussergewöhnliches. Was diese Geschichte auszeichnet und besonders macht, ist der Schreibstil. Der Roman ist ein sprachliches Kunstwerk und wiederspiegelt auf scharfsinnige Weise die damalige Gesellschaft. Alltagsgeschehnisse, wie zum Beispiel ein sommerliches Bad im See werden literarisiert und so zu filigranen und doch gewaltigen sprachlichen Kunstwerken. Wenn man bedenkt, dass der Roman autobiografisch ist, erhalten auch kleine Szenen, wie zum Beispiel jene, als sich Marti während einer Rast in einem sommerlichen Wald an einen Ausflug aus Kindertagen erinnert, einen sehr persönlichen Zauber. Wenn sich der Leser auf die Schönheit der Sprache (mit starker schweizerischer Färbung) einlässt und sich von der Genauigkeit der Beobachtungen einfangen lässt, wird er an diesem Roman grosse Freude haben, wenn nicht, wenn er auf der nackten Handlungsebene bleibt, wird er wahrscheinlich enttäuscht sein.

Ein Gehilfe zwischen Menschlichkeit und Dienerschaft
von Zitronenblau am 04.11.2009
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Joseph Marti, ein 24jähriger Mann, erhält einen Job als "Gehülfe" im Ingenieursbureau Tobler. Von hier an bleibt er etwa ein halbes Jahr, bis Neujahr, um dann wieder zu kündigen. Bis dahin erlernt er das Geschäft, die Familie Tobler, die typische Dialektik von Herr und Knecht, die heut um die... Joseph Marti, ein 24jähriger Mann, erhält einen Job als "Gehülfe" im Ingenieursbureau Tobler. Von hier an bleibt er etwa ein halbes Jahr, bis Neujahr, um dann wieder zu kündigen. Bis dahin erlernt er das Geschäft, die Familie Tobler, die typische Dialektik von Herr und Knecht, die heut um die kritische Theorie (soweit ich weiß, aus Nietzsches Willen zur Macht heraus geboren) erweitert ist, entwickelt sich jedoch nicht, sondern bleibt in seinem Dienerwesen verhaftet, kann mitunter aber die Zustände und Vorgänge nicht ertragen, die seine empfindliche Seite, seine Meschlichkeit und Empathie, attackieren, so blättert der Leser Seite um Seite in einem dramaturgisch eher mittelmäßigen Roman herum, simultan geht auch das Geld der Arbeit gebenden Familie aus, der Ingenieur entwicklet sich zu einem zunehmend cholerischer werdenden Pleitier, der am Ende durch seine Frau seine Mutter um Geld anbettelt. Joseph erkennt die Zeichen, verschwindet wieder aus dem Hause, zusammen mit seinem Vorgänger. Bleibt unentwickelt zurückgeworfen, beginnt wieder von vorn; der neue Anfang ist ein alter... Als einen Masochisten würde ich den Protagonisten nicht charakterisieren, dafür agiert er mitunter zu widerspüchlig, was menschlich ist, aber seinen Charakter "verwässert", ihm keine strikte Linie gibt, ihn (m. E.) langweilig macht. Stilistisch besticht Walser mit Süffisanz und ironischer Einmischung. Lesenswertes Buch, aber mit Abstrichen.