Bouvard und Pécuchet

Roman. Mit Essays v. Raymond Queneau, Lionel Trilling u. Jorge L. Borges

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Die Farce um zwei Antihelden, die verbissen aber erfolglos jede Form intellektueller Betätigung ausprobieren, um schließlich als stumpfsinnig-zufriedene Büroangestellte zu enden, ist eine gekonnte Satire sowohl auf eine angebliche geistige Elite, wie auch auf die Ignoranz der breiten Bevölkerung.

Rezension
"'Bouvard und Pecuchet' heißt sein letzter Roman, und durch 1500 wissenschaftliche Werke hat Flaubert sich gequält für seine beiden Idioten, die in ihrem Bildungswahn so ziemlich alle Disziplinen zeitgenössischen Wissens erforschen, von der Landwirtschaft über Chemie, Medizin, Geologie und Ästhetik bis hin zur Politik und Religion. Es ist eine Enzyklopädie der Sottisen, Vorurteile und Gemeinplätze, ein Hohngesang auf den Fortschrittsglauben, das Hohelied der menschlichen Dummheit." (Der Spiegel)
Portrait
Gustave Flaubert wurde 1821 in Rouen geboren. Seinem Vater, einem Chirurgen, sah er als Kind heimlich beim Sezieren zu, als literarischer Realist machte er seine Schreibfeder zum Skalpell. Romane und Dramen schrieb er schon in der Schule, wo er vom »tiefen Abscheu vor der Menschheit« ergriffen worden war. Nach einem heftigen epileptischen Anfall brach er sein Jurastudium ab und zog sich auf den Familienbesitz in Croisset bei Rouen zurück. Er nahm sich vor, nie zu heiraten, und widmete sich fast ausschließlich dem Schreiben. Nach einer Reise in den Orient beschloss Flaubert, Croisset nie mehr zu verlassen. Sein Roman ›Madame Bovary‹ löste bei seinem Erscheinen 1857 einen literarischen Skandal aus, in dessen Folge Flaubert vor Gericht erscheinen musste. Der einzige Kontakt zur Außenwelt war ein reger Briefwechsel mit seiner Geliebten Louise Colet und zahlreichen Schriftstellerkollegen wie z.B. Ivan Turgenev. Flaubert starb 1880.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 437
Erscheinungsdatum 22.03.2005
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-257-20725-5
Verlag Diogenes
Maße (L/B/H) 18,3/11,3/2,7 cm
Gewicht 327 g
Originaltitel Bouvard et Pécuchet
Auflage 6
Übersetzer Erich Marx
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

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Bildungsidiotie
von Daniel Buess aus Basel am 12.10.2010
Bewertet: Buch (gebunden)

Eine gute Gelegenheit, wieder einmal Flaubert zu lesen. Diese Neuausgabe aus dem Hause Insel ist nicht nur schön aufgemacht, sondern besticht auch durch die fadengrade Übersetzung von Erich Wolfgang Skwara. (Seinerseits Autor, und ein guter noch dazu). Zur Rekapitulation: "Bouvard et Pécuchet" handelt von zwei älteren Herren, die sich... Eine gute Gelegenheit, wieder einmal Flaubert zu lesen. Diese Neuausgabe aus dem Hause Insel ist nicht nur schön aufgemacht, sondern besticht auch durch die fadengrade Übersetzung von Erich Wolfgang Skwara. (Seinerseits Autor, und ein guter noch dazu). Zur Rekapitulation: "Bouvard et Pécuchet" handelt von zwei älteren Herren, die sich nach ihrer Frühpensionierung (so könnte man es nennen) emsig weiterbilden, um eine sinnvolle und erfüllende Beschäftigung zu finden. Dabei verzetteln sie sich in allerlei absurden Studien und produzieren am Laufmeter Missgeschicke. Flaubert, der Meister der Haarspalterei, demontiert buchstäblich alles und jeden; mit einer genialen Genauigkeit, die immer auch etwas Stupides hat, beschreibt er Leerläufe und Pannen, Reinfälle und Desillusionierungen. Das kennt man schon von "Madame Bovary", wird hier jedoch erbarmungslos und mit einer seltsam schwerfälligen Komik auf die Spitze getrieben. Es erscheint fast logisch, dass der Roman unvollendet geblieben ist. Beim Schreiben ist es Flaubert ähnlich ergangen wie seinen Figuren: die Sache ist ihm über den Kopf gewachsen.

Super, aber: Vorsicht bei schwächelndem Optimismus
von einer Kundin/einem Kunden aus Meinerzhagen am 26.01.2010

Man stelle sich eine Bibliothek, sortiert nach Gefühlen vor. Wo hätte dieses Buch seinen Platz? Irgendwo zwischen Salingers "The Catcher in the Rye" und den "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch" - obwohl man bei der Lektüre herzlich über Bouvard und Pecuchet lachen kann, bleibt man nach Lektüre keinesfalls mit einem... Man stelle sich eine Bibliothek, sortiert nach Gefühlen vor. Wo hätte dieses Buch seinen Platz? Irgendwo zwischen Salingers "The Catcher in the Rye" und den "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch" - obwohl man bei der Lektüre herzlich über Bouvard und Pecuchet lachen kann, bleibt man nach Lektüre keinesfalls mit einem optimistischeren Blick auf die Welt zurück.