Warenkorb
 

Gedichte

Reclam Universal-Bibliothek Band 8863

Weitere Formate

Erich Fried, Jude aus Wien, Emigrant, politischer Kommentator für die BBC, Romancier und Shakespeare-Übersetzer, ist doch vor allem als Lyriker bekannt. Der hier vorgelegte Querschnitt durch ein umfangreiches lyrisches Werk zeigt die thematische Weite des Dichters, die von politischer Lyrik zu Liebesgedichten, von Naturlyrik zu Grotesken reicht.
Portrait
Erich Fried, 6. 5. 1921 Wien - 22. 11. 1988 Baden-Baden. Der aus einer assimilierten jüdischen Familie stammende F. - der Vater war Spediteur, die Mutter Modellzeichnerin - musste im Mai 1938 das Gymnasium verlassen; der Vater starb im selben Monat an den Folgen eines Gestapoverhörs. F. emigrierte im August 1938 nach England. Er trat in den Kommunistischen Jugendverband ein, verließ ihn aber wieder 1944 und zog sich von der aktiven politischen Arbeit zurück. Seinen Lebensunterhalt verdiente er als Hilfsarbeiter, Chemiker, Bibliothekar und Glasarbeiter, bis er 1952 von der BBC für das (ost)deutsche Programm fest angestellt wurde. 1968 gab er die Stellung auf, da er nicht länger Propagandist des Kalten Krieges sein wollte. Er mischte sich nachdrücklich in die dt. politische Diskussion der kommenden Jahre ein und kritisierte die politische und gesellschaftliche Entwicklung in der BRD. Texte F.s erschienen seit 1940 in Exilzeitschriften und Anthologien, die ersten eigenen Lyrikbände 1944 und 1945. Die Übersetzungen engl. Dichtung (seit 1954) bilden neben der Lyrik den zweiten Schwerpunkt seines literarischen Werkes (u. a. Dylan Thomas, T. S. Eliot, Edith Sitwell, Sylvia Plath, 21 Dramen Shakespeares). Als politischer Lyriker erzielte F. in den 60erJahren mit Gedichtbänden wie Warngedichte und v. a. und VIETNAM und den Durchbruch beim dt. Publikum. Aufklärung durch Dialektik, durch Paradox und Satire kennzeichnet F.s poetisches Verfahren. Dabei stammt das Material für seine sprachlich bewusst einfachen, epigrammatisch verknappten und auf die politische Pointe ausgerichteten Gedichte aus der als bedrückend erfahrenen politischen, militärischen und sozialen Realität. Sein vom Kampf gegen den Faschismus geprägtes Engagement galt neben dem Vietnamkrieg und den dt. Verhältnissen zur Zeit des RAF-Terrorismus (So kam ich unter die Deutschen) auch der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern. Seine Haltung brachte ihm im vergifteten politischen Klima jener Jahre heftige Angriffe ein. Eine intensive Auseinandersetzung mit der dt. Vergangenheit stellt F.s einziger Roman dar, an dem er 1946 zu arbeiten begonnen hatte und der nach mehrfacher Umarbeitung erst 1960 erschien (Ein Soldat und ein Mädchen). F. erhielt neben anderen Auszeichnungen 1986 den Österreichischen Staatspreis für Literatur und 1987 den Georg-Büchner-Preis. In: Reclams Lexikon der deutschsprachigen Autoren. Von Volker Meid. 2., aktual. und erw. Aufl. Stuttgart: Reclam, 2006. (.) - © 2001, 2006 Philipp Reclam jun. GmbH & Co., Stuttgart.
… weiterlesen
  • Artikelbild-0
  • Der Überlebende - Begräbnis meines Vaters - Alter Schulweg - Heimkehr - Wiederholung - Leben oder Leben? - Wo lernen wir? - Kleines Beispiel - Die Warner - Deckung - Die Gleichungen - Wohin? - Die Nichtnure - Fast alles - Erhaltung der Materie - Um Schönheit - Zusätzliche Bedingung - Abhärtung - Herrschaftsfreiheit - Befreiung von den großen Vorbildern - Die Zeit der Steine - Rückwärtsgewandte Utopie - Friedensbereitschaft - Humorlos - Eigentlich keine Art - Kein Unterschlupf - Status quo - Angst und Zweifel - Der Augenblick des Opfers - Die Freiheit den Mund aufzumachen - Der Freiwillige - Einbürgerung - Artfremd - Im Frieden - Verschlechterung - Aus der Weisheit der Schlächter - Fragen in Israel - Die Maßnahmen - Du liebe Zeit - Neue Naturdichtung - ... um Klarheit ... - Gedichte lesen - Die mit der Sprache - Lebensaufgabe - Sehnsucht nach Worten - Nichterfüllung des Kunstsolls - Fügungen - Mnemosyne - Hölderlin an Sinclair - Gegengewicht - Fragen und Antworten - Inschrift - Ein Versuch - Was es ist - Dich - An eine Nervensäge - Worte - Aber wieder - Vorübungen für ein Wunder - Nachhall - Vorabend - Bevor ich sterbe - Zu guter Letzt - Nichts von dem was mir gehört gehört mir - Nativitas mortis - Nacht in London - Lebenslauf
In den Warenkorb

Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Herausgeber Alexander Bormann
Seitenzahl 80
Erscheinungsdatum 01.01.1993
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-15-008863-0
Verlag Philipp Reclam Jun.
Maße (L/B/H) 14,7/9,3/1 cm
Gewicht 45 g
Verkaufsrang 71678
Buch (Taschenbuch)
Buch (Taschenbuch)
3,60
3,60
inkl. gesetzl. MwSt.
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar Versandkostenfrei
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
PAYBACK Punkte
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?

Weitere Bände von Reclam Universal-Bibliothek mehr

  • Band 8845

    2999507
    Der Mythos des Subjektiven
    von Donald Davidson
    Buch
    4,00
  • Band 8849

    2998705
    Deutsche Gedichte des Mittelalters
    von Ulrich Müller
    Buch
    12,80
  • Band 8851

    2904215
    Kleine Wanderung
    von Robert Walser
    Buch
    4,00
  • Band 8853

    2904216
    Papa Hamlet / Ein Tod
    von Arno Holz
    Buch
    4,00
  • Band 8863

    3005167
    Gedichte
    von Erich Fried
    (6)
    Buch
    3,60
    Sie befinden sich hier
  • Band 8865

    2997402
    Henscheid, E: Dummdeutsch
    von Eckhard Henscheid
    (1)
    Buch
    7,80
  • Band 8868

    3044064
    Der Bürger als Edelmann. Le Bourgeois gentilhomme
    von Moliere
    Buch
    6,00

Buchhändler-Empfehlungen

Melanie Winkler, Thalia-Buchhandlung Norderstedt

Wunderbare Sammlung eines wunderbaren Dichters. Lohnt sich.

Sabine Rößler, Thalia-Buchhandlung Wildau

Die beste handlichste Mischung von Frieds Gedichten. Passend für jede Handtasche. Unbedingt mitnehmen.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
6 Bewertungen
Übersicht
6
0
0
0
0

Hervorragend
von einer Kundin/einem Kunden am 26.03.2015

Ein wunderbares kleines Heftchen mit aussagekräftigen, wunderbaren Gedichten. Eine gute themenübergreifende Auswahl der Gedichte Erich Frieds. Zum Lesen wird angeraten. :)

Vielleicht nicht nichts ohne dich, aber nicht mehr viel
von Paula Schlagbauer am 19.05.2014
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Seit nun mehr als drei Jahren gehe ich nicht mehr ohne diesen Gedichtband aus dem Haus - sei es zur Arbeit, zum Einkaufen oder in die Ferien. Erich Fried ist immer mit dabei (und nein, man sollte sich besser nicht vorstellen, wie das Buch nach so vielen Stunden in Rucksäcken, Umhängeaschen, Koffern und Jackentaschen aussieht). ... Seit nun mehr als drei Jahren gehe ich nicht mehr ohne diesen Gedichtband aus dem Haus - sei es zur Arbeit, zum Einkaufen oder in die Ferien. Erich Fried ist immer mit dabei (und nein, man sollte sich besser nicht vorstellen, wie das Buch nach so vielen Stunden in Rucksäcken, Umhängeaschen, Koffern und Jackentaschen aussieht). Auf 142 Seiten sind die schönsten, bewegendsten, ehrlichsten und verletzlichsten Gedichte Erich Frieds gesammelt. Die Auswahl an Themen ist mindestens so umfangreich wie Frieds Wortwahl; da springt man von Politik zu Liebe über Weltschmerz bis hin zu Wortaneinanderreihungen. Wirklich, ich kann es nicht anders sagen: Mein Herz gehört Erich Fried. Die Sammlung an Büchern besteht mittlerweilen aus sieben Stück und ich verspreche euch: Jedes davon ist es wert zu besitzen.

Lesen!
von Ivo Loretz aus Zürich am 20.03.2012
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Zusammengestellt von Frieds Verleger und Freund Klaus Wagenbach, ist dieses Taschenbuch ein wunderbarer Einstieg in seine Lyrik. Die Gedichte um Liebe, Leben und Welt fordern, fordern heraus, auch heute. Das ist nicht jedermanns Sache, das ist ihre Qualität.