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Die Mauern des Schweigens

Friedrich Gontard Band 5

Lilo Beil

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Beschreibung

Wir schreiben das Jahr 1993, Friedrich Gontard ist im Ruhestand. Als eine Leiche in einem barocken Kostüm auf dem Heidelberger Philosophenweg gefunden wird, wird der ehemalige Ludwigshafener Kripochef wieder aktiv. Kurz zuvor war bei Gontards Ex-Kollegen Melzer ein anonymer Brief in altertümlichem Deutsch eingegangen. Daraufhin hatte er seinen alten Freund hinzugebeten. Auch Lilli, Gontards Tochter, kann helfen: Sie studiert Geschichte und kann Querverweise zu Liselotte von der Pfalz ziehen, mit deren Leben sie sich beschäftigt.
Zwei weitere 'Liselotte'-Briefe gehen ein und im Schwetzinger Schlossgarten ereignet sich ein weiterer Mord. Ist eine Serie denkbar? Fragen nach Täter und Opfer, nach Schuld und Unschuld stellen die Kommissare vor Rätsel.
Gekonnt spielt Lilo Beil in ihrem fünften Gontard-Krimi mit den verschiedenen Zeitebenen vom Barock bis in die Gegenwart – und lässt fromme und weniger fromme Kreise in den Fokus der Ermittlungen rücken.

Lilo Beil wurde im südpfälzischen Klingenmünster geboren. Die Pfarrerstochter verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Dielkirchen bei Rockenhausen und in Winden bei Landau. Ab 1966 studierte sie in Heidelberg Romanistik und Anglistik. Sie unterrichtete von 1972 bis Januar 2008 an der Martin-Luther Schule in Rimbach. Die Mutter dreier erwachsener Töchter lebt mit ihrem Mann im vorderen Odenwald.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 204
Erscheinungsdatum März 2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-941657-60-1
Reihe Conte Krimi 31
Verlag Conte-Verlag
Maße (L/B/H) 20,6/13,5/1,8 cm
Gewicht 260 g

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Die Mauern des Schweigens
von dorli am 14.01.2014

Heidelberg 1993. Im Philosophenweg wird eine Leiche gefunden. Der Mann wurde durch Stiche ins Herz getötet und mit barocker Kleidung kostümiert. Kommissar Melzer erhielt kurz zuvor einen anonymen Brief, einen Ausschnitt aus einem Brief der Liselotte von der Pfalz. Eine Kopie dieses Briefes befindet sich in der Tasche des Toten, ... Heidelberg 1993. Im Philosophenweg wird eine Leiche gefunden. Der Mann wurde durch Stiche ins Herz getötet und mit barocker Kleidung kostümiert. Kommissar Melzer erhielt kurz zuvor einen anonymen Brief, einen Ausschnitt aus einem Brief der Liselotte von der Pfalz. Eine Kopie dieses Briefes befindet sich in der Tasche des Toten, hier wurde eine Zeile gekennzeichnet, die auf den Missbrauch von Kindern schließen lässt. Melzers Freund Friedrich Gontard ist zwar bereits im Ruhestand, bietet aber in diesem Fall seine Hilfe an. Zusammen nehmen die beiden die Ermittlungen auf. Eile ist geboten, denn weitere Briefe tauchen auf und ein weiterer Mord geschieht... Der Roman lässt sich flott lesen, die Handlung geht schnell und gradlinig voran. Die eigentliche Krimihandlung kommt für meinen Geschmack etwas zu kurz, denn die Ermittlungen führen eher zufällig zum Erfolg. Aber ich denke, dass das in der Absicht der Autorin lag, um das Augenmerk auf das eigentliche Thema des Buches zu legen, den sexuellen Missbrauch von Kindern. Vielleicht aber auch, um hervorzuheben, wie schwer es für Polizei und Justiz ist, für diese Verbrechen entsprechende Beweise zu finden, wenn alle schweigen. Die Autorin versucht auf alle erdenklichen Bereiche einzugehen, an denen Missbrauch vorkommen kann: Schule, Familie, Kirche. Die Vorkommnisse in der Odenwaldschule kommen zur Sprache, von Thailand ist die Rede. Ja, und auch die "Liselotte-Briefe" zeigen, dass diese schrecklichen Taten schon seit Jahrhunderten geschehen und die Gesellschaft schon immer geschwiegen hat, anstatt dagegen vorzugehen und die Kinder zu schützen. Außerdem versucht Lilo Beil aufzuzeigen, warum Betroffene die Fälle verschweigen: aus Scham; aus Angst, gesellschaftlich ausgegrenzt zu werden oder auch, weil sie vom Täter bedroht werden. Am meisten schockiert mich die Tatsache, dass den Kindern, wenn sie denn so mutig sind und um Hilfe bitten, nicht geglaubt wird, schlimmer noch, dass man diese Kinder der Lüge bezichtigt. Lilo Beil geht sehr vorsichtig mit diesem heiklen Thema um, und schafft es, das nie endende Leid und die Verzweiflung und Hilflosigkeit der missbrauchten Kinder deutlich darzustellen. Am Ende der Geschichte dann ein nachdenklich machender Satz von Friedrich Gontard: "Selbstjustiz ist nicht erlaubt in unserer Gesellschaft. Aber wenn die Gesellschaft versagt..." (S.195). "Die Mauern des Schweigens" will aufmerksam machen und fordert auf, sich einzumischen und nicht stumm wegzuschauen. Ein lesenswerter, sehr bewegender Roman.

HeiklesThema souverän behandelt
von Herbert Huber aus Wasserburg am Inn am 11.04.2012

Inzwischen ist der Serienermittler Friedrich Gontard im Ruhestand. Aber sein aktiver Kollege Alfred Melzer bittet ihn um Mithilfe zu einem mysteriösen Mordopfer am Philosophenweg in Heidelberg. Zum Mord am Philosophenweg entdecken die Ermittler des Jahres 1993 schnell Bezüge zu Jahrzehnten davor. Der Mörder scheint lange zurückl... Inzwischen ist der Serienermittler Friedrich Gontard im Ruhestand. Aber sein aktiver Kollege Alfred Melzer bittet ihn um Mithilfe zu einem mysteriösen Mordopfer am Philosophenweg in Heidelberg. Zum Mord am Philosophenweg entdecken die Ermittler des Jahres 1993 schnell Bezüge zu Jahrzehnten davor. Der Mörder scheint lange zurückliegende, ungestrafte schlimme Taten zu rächen. Als Bekennerbriefe gelangen Kopien von Briefen der Liselotte von der Pfalz in die Hände der Polizei. Mit Hilfe der Briefe kann die Studentin Lilli, Gontards Tochter, Bezüge aufzeigen. Denn bald passiert ein weiterer Mord. Neben ehemaligen Schülern kommt auch das Umfeld von Lehrern, Betreuern und Geistlichen in dringenden Verdacht. Man ahnt es: es geht um den "Missbrauch" von Kindern und damit um ein heikles und leider immer noch aktuelles Thema. Geschickt kommt auch die berühmt-berüchtigte Odenwaldschule ins Geschehen, rückt aber nicht direkt in den Fokus, da 1993 noch vieles der Öffentlichkeit (und damit auch den rührigen Ermittlern) unbekannt war. Die Balance zwischen nötiger Entrüstung und Abscheu, Schuld und Sühne, Rücksicht auf die Opfer und Leser (!) ist ausgezeichnet gewahrt. Die Handlung ist kompliziert genug um zu fesseln, aber immer glaubwürdig. Manches schien mir zu routiniert erzählt. Die heikle Thematik wurde nachdenkenswert und gekonnt in ein kriminelles Geschehen umgesetzt. Solide Qualitätsarbeit mit einigen Überraschungen für Ermittler und Leser.


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