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Der König und sein Richter

Ludwig XVI und Robespierre

Uwe Schultz

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Beschreibung

Als Ludwig XVI den Thron bestieg, war die Staatsverschuldung Frankreichs bereits katastrophal. In dieser Situation hoffte das Volk auf den jungen Monarchen und nannte ihn Le Désiré. Doch der Ersehnte wirkte keine Wunder - und so brach 1789 die Revolution aus. Der schwache König vermochte weder die Monarchie noch sich selbst zu retten, denn jetzt vertrauten die radikalsten Kräfte des Volkes lieber einem jungen, ehrgeizigen Rechtsanwalt namens Maximilien de Robespierre. Der aber verfolgte eine mörderische Politik der Tugend, der Abertausende zum Opfer fielen - darunter der König und bald darauf auch er selbst. Uwe Schultz, vorzüglicher Kenner der französischen Geschichte, legt mit diesem spannenden Buch die erste Doppelbiographie des Königs und des Revolutionärs vor.

Uwe Schultz war Leiter der Hauptabteilung Kulturelles Wort beim Hessischen Rundfunk; er arbeitet heute freiberuflich als Publizist in Paris.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 400 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 01.03.2012
Sprache Deutsch
EAN 9783406629259
Verlag C. H. Beck
Dateigröße 4441 KB

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Zwei dramatisch verknüpfte Leben
von Michael Lehmann-Pape am 01.07.2012
Bewertet: gebundene Ausgabe

20jährig besteigt Ludwig XVI. 1775 den Thron Frankreichs und eine der vielfachen hymnischen Reden zu diesem Ereignis hielt ein junger, 17jähriger Jurastudent der dominierenden Universität von Paris, Maximilien de Robespierre. Eine spannende Fußnote der Geschichte, die da am Anfang des Weges zweier Männer steht, von denen der... 20jährig besteigt Ludwig XVI. 1775 den Thron Frankreichs und eine der vielfachen hymnischen Reden zu diesem Ereignis hielt ein junger, 17jähriger Jurastudent der dominierenden Universität von Paris, Maximilien de Robespierre. Eine spannende Fußnote der Geschichte, die da am Anfang des Weges zweier Männer steht, von denen der eine den anderen späterhin hinrichten lassen wird, um nur kurze Zeit später selber den „Geistern die er rief“ zum Opfer zu fallen. Zwei Lebenswege, die hier am Beginn ihres „offiziellen“ Weges bereits aufeinandertrafen. Zwei Lebenswege, die als Pole einer ganzen Zeit angesehen werden können und in denen der Hintergrund, die Entwicklung und die Folgen der gesamten französischen Revolution her aufgerollt werden kann. Genau dies vollzieht Uwe Schultz in seinen beiden, ineinander verwobenen Biographien (die allerdings in doch gedrängter Form eher vorliegen und nur an wenigen Stellen wirklich in die Tiefe gehen) dieser unterschiedlichen Männer mit ihrer unterschiedlichen und dennoch untrennbar miteinander verbundenen Lebensgeschichte. Nach hinten und vorne entfaltet Schultz nun die Geschichte der beiden Männer und an diesen die Geschichte der Zeit selbst. Wie schon in der Erziehung des Thronfolgers vor allem die ehernen Dogmen der Macht und Monarchie nach vorne gerückt wurden und Ideale der Humanität systematisch aus der Prägung des späteren Königs fern gehalten wurden. Ebenso, wie Robespierre in seiner schon früh angelegten Intellektualität und in seinem unerschütterlichem, später fanatischem Idealismus eindrücklich im Buch vorgestellt wird. Deutlich wird in diesen Passagen, dass Schultz hauptsächlich den Blick auf die innere Entwicklung und innere Haltung der beiden Personen richtet, viele äußere Ereignisse werden nur chronologisch gestreift und nicht im biographischen Sinne stärker ausgebreitet. Es gelingt Uwe Schultz aber durchaus, die gesellschaftlich aufeinanderprallenden Geisteshaltungen der Zeit komprimiert in den beiden „Hauptpersonen“ der Zeit darzustellen und den fast unabänderlichen Weg zum Konflikt, zum Wechsel von der „alten Macht“ zur „neuen macht“ und der ebenso fast unabänderlich sich steigernden und dann freigesetzten Gewalt auf allen Seiten Schritt für Schritt offen zu legen. Mit auf der einen Seite einer Herrscherschicht mit dem König an der Spitze, die innerlich unfähig zur Flexibilität und hochgradig distanziert vom Volk regierte, dort der aufrechte, ehrliche, sich nicht verbiegende, aber bis ins Mark fanatische Robespierre, die geballte Wut des Volkes im Rücken. Der „Plan der Erziehung des Volkes“, den Robespierre als Grundlage seines Verständnisses der neuen Welt ausgearbeitet hatte zeigt deutlich auf, wie hier letztlich nur eine Diktatur von einer anderen abgelöst wurde. Eine interessante, andere Form der geschichtlichen Darstellung der französischen Revolution, die es versteht, durch ihre Konzentration auf die Biographien der beiden wohl Hauptfiguren dieses Ereignisses den Leser nah mit hereinzunehmen in die persönlichen und gesellschaftlichen Hintergründe von „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ mitsamt der folgerichtigen Gewalt durch die Schärfe der kühlen, intellektuellen Ideale und der inneren Unbeweglichkeit (nicht nur) des Königs. Auch wenn keine neuen Erkenntnisse oder Fakten über die Revolution verarbeitet werden, ist dieser Blick doch interessant zu lesen.


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