Die Filmerzählerin

Roman

Hernán Rivera Letelier

(27)
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Beschreibung

In einer entlegenen Minensiedlung inmitten der chilenischen Atacama-Wüste gibt es kaum etwas Aufregenderes als Kino. Die Hollywoodfilme mit Marilyn Monroe, John Wayne oder Charlton Heston bieten eine willkommene Abwechslung vom Alltag der Dorfbewohner. Doch eines Tages erlebt die Siedlung etwas noch Schöneres als Kino: María Margarita, ein zehnjähriges Mädchen, kann Filme so anschaulich und dramatisch nacherzählen, daß das ganze Dorf herbeiströmt, um sich von ihr verzaubern zu lassen ...

Hernán Rivera Letelier, 1950 in Talca/Südchile geboren, kam als Kind in die Atacamawüste im Norden. Als Heranwachsender besuchte er als einziger die Werksbibliothek der Minensiedlung und begann mit einundzwanzig, buchstäblich aus Hunger, mit dem Schreiben: Ein Radioprogramm lobte als ersten Preis für das beste Gedicht ein Abendessen in einem feinen Restaurant aus. Er schrieb ein vierseitiges Liebesgedicht und gewann prompt. Heute gehört er zu den meistgelesenen Autoren der spanischsprachigen Welt.

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Family Sharing Ja i
Text-to-Speech Nein i
Seitenzahl 107 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 16.04.2012
Sprache Deutsch
EAN 9783458784005
Verlag Insel Verlag
Originaltitel La contadora de películas
Dateigröße 1452 KB
Übersetzer Svenja Becker

Buchhändler-Empfehlungen

Eine ergreifende Geschichte!!!

V. Harings, Thalia-Buchhandlung

Die zehnjährige Maria Margarita gewinnt den Wettbewerb den ihr Vater unter den Geschwistern macht. Sie ist nun die Filmerzählerin und das in einer Zeit in der es noch keinen Fernsehen gibt, sondern nur das Kino, was sich aber auch nicht jeder leisten kann. Deshalb kommen alle zu Maria um ihre Erzählung eines Films zu hören. Eine wunderbare Erzählung die sehr ergreifend, mitreißend und tragisch ist.

Manchmal ist es fast schöner, Kinofilme erzählt zu bekommen...

Claudia Engelmann, Thalia-Buchhandlung Korbach

Manchmal ist es fast schöner, Kinofilme erzählt zu bekommen als sie auf der Leinwand zu sehen. Das denken auch die Bewohner einer armen Salpeterminensiedlung in der chilenischen Atacama-Wüste in der fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Das Leben im Dorf ist hart, die Männer arbeiten schwer in den Minen, die Frauen versuchen, mit dem wenigen Geld zu haushalten und die vielen Kinder großzuziehen. Auch Maria Margarita lebt in schlichten Verhältnissen, denn sie haust mit ihrem nach einem Arbeitsunfall gelähmten Vater und ihren vier Brüdern in einer armseligen Wellblechhütte, die Mutter hat die Familie vor Jahren verlassen. Da ist das einzige Vergnügen ein gelegentlicher Kinobesuch, um sich die schöne Welt auch in die Enge der kargen Wüste zu holen. Und weil die Menschen dort so arm sind, reicht das Geld oft nur für eine Eintrittskarte, so dass ausgelost wird, wer gehen darf. Derjenige hat dann die Aufgabe, den Zurückgebliebenen den Film nachzuerzählen. Eines Tages, als Maria Margarita zehn Jahre alt ist, veranstaltet ihr Vater einen ungewöhnlichen Wettbewerb: er schickt sie und ihre Brüder nacheinander ins Kino, und jeder von ihnen muss dann den Film nacherzählen. Seine Idee besteht darin, wer am Besten den Film erzählen kann, der darf in Zukunft immer ins Kino gehen. Alle strengen sich unglaublich an, wachsen über sich selbst hinaus, inszenieren geradezu das Filmgeschehen und wollen unbedingt gewinnen. Aber schon sehr schnell wird klar, wer den Wettbewerb als bester Filmerzähler gewonnen hat: Maria Margarita! Bald eilt ihr der Ruf voraus, eine wahre Künstlerin zu sein und die Leinwand zum Leben zu erwecken. So eilt die halbe Siedlung in die Wellblechhütte der Familie, um sie zu erleben und sich die Welt ins Wohnzimmer zu holen. Alles läuft so gut, dass Maria Margarita und ihre Familie sich sogar mit den abendlichen cineastischen Darbietungen ein Zubrot verdienen können. Doch eines Tages passiert etwas Schreckliches, das das Leben aller Familienmitglieder dramatisch verändert. Ein schmaler, aber intensiver Roman mit klaren und kurzen Kapiteln, fast wie einzelne Kinosequenzen, ebenso knapp und kraftvoll in der Sprache. Eine uns fremde Welt entsteht vor unserem inneren Auge, wir tauchen ein und lassen uns, vielen kleinen Kinofilmen gleich, aus dem Hier und Jetzt entführen.

Kundenbewertungen

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von einer Kundin/einem Kunden am 23.07.2021
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Welche Macht das gesprochene Wort ausüben kann, wird dem Leser in diesem zwar dünnen, aber wunderschön geschriebenen Büchlein nähergebracht. Ort des Geschehens ist die Atacama in Chile: die trockenste Wüste der Erde. Die Menschen aus der kleinen Siedlung sind gezwungen, ihren kläglichen Lebensunterhalt mit schwerer und anstr... Welche Macht das gesprochene Wort ausüben kann, wird dem Leser in diesem zwar dünnen, aber wunderschön geschriebenen Büchlein nähergebracht. Ort des Geschehens ist die Atacama in Chile: die trockenste Wüste der Erde. Die Menschen aus der kleinen Siedlung sind gezwungen, ihren kläglichen Lebensunterhalt mit schwerer und anstrengender Minenarbeit zu verdienen. Die Lebensgeschichte der in ärmlichen Verhältnissen aufwachsenden María Margarita, in leiser aber eindringlicher Weise erzählt, zieht die Zuhörer in ihren Bann. Was wäre die Welt ohne technischen Fortschritt? Ist es überhaupt möglich, sich die Lebensfreude anders zu erhalten?

von einer Kundin/einem Kunden am 23.07.2021
Bewertet: Einband: Taschenbuch

In einer Minensiedlung in der chilenischen Wüste ist "das Geld zu Pferd unterwegs" und die Bewohner "zu Fuß". So darf ein kleines Mädchen stellvertretend für die Familie und das Dorf ins Kino, denn rasch hat sie sich als begnadete Filmerzählerin erwiesen, die alle in ihren Bann zieht. Diese besonderen Kino-Abende wiegen viele Wi... In einer Minensiedlung in der chilenischen Wüste ist "das Geld zu Pferd unterwegs" und die Bewohner "zu Fuß". So darf ein kleines Mädchen stellvertretend für die Familie und das Dorf ins Kino, denn rasch hat sie sich als begnadete Filmerzählerin erwiesen, die alle in ihren Bann zieht. Diese besonderen Kino-Abende wiegen viele Widrigkeiten des Lebens auf. Doch der Einzug der Fernseher ins Dorf sorgt für ein abruptes Ende. Eine Hommage ans Kino und noch mehr an die Kunst des Erzählens!

von einer Kundin/einem Kunden aus Offenbach am 16.03.2016
Bewertet: anderes Format

Bezaubernde Heldin, berührende Familiengeschichte aus uns unbekannten Lebenswelten.Voller Atmosphäre, die den Staub des Dorfes riechen und spüren last. Wirkt nachhaltig!!

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