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Engel des Vergessens

Roman

Maja Haderlap erzählt die Geschichte eines Mädchens, einer Familie und zugleich die Geschichte eines Volkes, der Slowenen in Kärnten. Überaus sinnlich beschwört die Autorin die Gerüche des Sommers herauf, die Kochkünste der Großmutter, die Streitigkeiten der Eltern und die Eigenarten der Nachbarn. Erzählt wird von dem täglichen Versuch eines heranwachsenden Mädchens, ihre Familie und die Menschen in ihrer Umgebung zu verstehen. Zwar ist der Krieg vorbei, aber in den Köpfen der slowenischen Minderheit, zu der die Familie gehört, ist er noch allgegenwärtig. Die Erinnerungen an jene schreckliche Zeit gehören für die Menschen zum Leben wie Gott. Für ihr Romandebüt wurde Maja Haderlap vielfach ausgezeichnet (u.a. Ingeborg-Bachmann-Preis, Bruno-Kreisky-Preis, Rauriser Literaturpreis).

Portrait
Maja Haderlap, geb. 1961 in Eisenkappel/Zelezna Kapla (Österreich), studierte Theaterwissenschaft und Germanistik an der Universität Wien. Sie war von 1992 bis 2007 Chefdramaturgin am Stadttheater Klagenfurt und unterrichtet regelmäßig am Institut für Angewandte Kulturwissenschaft der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt. Seit 2008 lebt Maja Haderlap als freie Schriftstellerin in Klagenfurt. Sie veröffentlichte Gedichtbände auf Slowenisch und Deutsch sowie Übersetzungen aus dem Slowenischen. »Engel des Vergessens« ist ihr Romandebüt.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 288
Erscheinungsdatum 11.02.2013
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-442-74476-3
Verlag btb
Maße (L/B/H) 18,8/12,1/2,7 cm
Gewicht 270 g
Abbildungen schwarzweisse Abbildungen
Buch (Taschenbuch)
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Kundenbewertungen

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Übersicht
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„Der Engel des Vergessens dürfte vergessen haben, die Spuren der Vergangenheit aus meinem Gedächtnis zu tilgen.“ (286)
von Miri am 09.12.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Eine stark erzählte Geschichte der Kärntner Slowenen und ihrer Zerrissenheit in der Frage: wo gehören wir hin? Ich muss zugeben am Anfang des Buches, bin mit dem Inhalt nicht so richtig warm geworden, bis die entscheidende Stelle kam (zirka in der Mitte des Romans) und ich es nicht weglegen könnte. Man hat das Gefühl, das Buch w... Eine stark erzählte Geschichte der Kärntner Slowenen und ihrer Zerrissenheit in der Frage: wo gehören wir hin? Ich muss zugeben am Anfang des Buches, bin mit dem Inhalt nicht so richtig warm geworden, bis die entscheidende Stelle kam (zirka in der Mitte des Romans) und ich es nicht weglegen könnte. Man hat das Gefühl, das Buch wurde von 3 verschiedenen AutorInnen geschrieben: von Poetin, die tolle Bilder schafft, von einem Mädchen, das kaum Wörter findet und von einer Erzählerin in der Rolle eines Mediums, das das Erzählte resp. Gehörte 1:1 wiedergibt. Tolle Mischung. Was ich auch sehr ernüchternd finde, ist die Tatsache, dass wenn es um Verarbeiten des Vergangenens geht, zieht sich die Erkenntnis der Einsicht jahrzehntelang. Man spürt die Ironie im Ton der Autorin resp. Ich-Erzählerin Mic: „ Ich komme von der Kärntner Seite, entgegne ich dem Historiker, da seien die Beteiligten nicht vom Heldenkult geblendet.“ (223) „Dabei habe Österreich nichts mit den Nazis zu tun, es sei selber Opfer, es verstehe nicht, es war nicht dabei, nicht da gewesen in schwerer Zeit.“ (248) – nur ein wenig mitgetan, mitgeschossen (IRONIE) Die Hauptprotagonistin ist sowie das slowenische Volk in Kärnten zerrissen und stellt ihre Zugehörigkeit ständig auf die Probe, fühlt sich nirgendswo willkommen (deutsch oder slowenisch? Österreich-Slowenien? meine Geschichte oder die meines Vaters, die die ganze Familie vergiftet...) Ein zentrales Thema ist auch das Elend der Partisanen und der Ungerechtigkeit, die Kärntnern Slowenen bis heute widerfährt: Die Gleichung Partisan ist gleich ein Kommunist. Unbedingt lesen, um auch Nachhinein besser zu verstehen, warum der Ortstafelstreit soviel Aufsehen erregt hatte und warum man die heftige Debatten und falschen Nationalismus als Schande oder besser Versagen/Unbelehrbarkeit (welcher Seite auch immer) ansehen sollte!

Die Kärntner Slowenen in der Nachkriegszeit
von einer Kundin/einem Kunden am 01.11.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ich kann nicht behaupten, dass mir Maja Haderlaps "Engel des Vergessens" sehr gut gefallen hat. Die Wortwahl wäre irgendwie nicht passend und dazu war das Buch für meinen persönlichen Geschmack auch viel zu bedrückend und melancholisch. Aber eine andere Stimmung hätte zu dieser wortgewaltigen Geschichte über die Nachkriegszeit i... Ich kann nicht behaupten, dass mir Maja Haderlaps "Engel des Vergessens" sehr gut gefallen hat. Die Wortwahl wäre irgendwie nicht passend und dazu war das Buch für meinen persönlichen Geschmack auch viel zu bedrückend und melancholisch. Aber eine andere Stimmung hätte zu dieser wortgewaltigen Geschichte über die Nachkriegszeit im Gebiet der Kärntner Slowenen auch nicht gepasst. Beim Lesen konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, eine Autobiographie in Händen zu halten - so realistisch schreibt die Autorin ihren fiktionalen Roman. Die Partisanenkämpfe werden in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs meistens nur am Rande erwähnt - dieser Roman erinnert an das Leid all derjenigen, die im Krieg alles oder fast alles verloren haben. Hab & Gut, Würde und Ansehen und oftmals auch den Lebenswillen. Keine leichte Kost, aber extrem beeindruckend und somit sehr empfehlenswert!

Ein Krieg traumatisiert viele Generationen
von einer Kundin/einem Kunden am 20.10.2017

Eine ausgesprochen gute, eingängige Geschichte, die es ausgezeichnet schafft die Spätfolgen eines Krieges in der Bevölkerung verständlich zu machen. Dabei stützt sich die Autorin stark auf die traumatischen Situationen innerhalb der Familie der Protagonistin und schwankt dabei zwischen Autobiographie, Roman und historischem Roma... Eine ausgesprochen gute, eingängige Geschichte, die es ausgezeichnet schafft die Spätfolgen eines Krieges in der Bevölkerung verständlich zu machen. Dabei stützt sich die Autorin stark auf die traumatischen Situationen innerhalb der Familie der Protagonistin und schwankt dabei zwischen Autobiographie, Roman und historischem Roman. Schwere Kost, die man versuchen sollte.