Manege frei!

Die Kulturgeschichte des Zirkus

(1)
Hereinspaziert!

- Einzige Kulturgeschichte des bis heute populären Vergnügens
- Legendäre Zirkusse wie Roncalli, Renz, Hagenbeck, Busch und Sarrasani
- Einzigartige, teils unveröffentlichte Abbildungen

Auf der Suche nach der Sensation, mit der man das Publikum noch verblüffen konnte, der noch nie dagewesenen Nummer und der originellsten Show brachten deutsche Zirkusdirektoren immer neue Attraktionen in ihre Manegen: dressierte Pferde, Raubtiere, Artisten, die bis an ihre Grenzen gingen, rechnende Esel und jonglierende Elefanten. So erlangten seit Ende des 19. Jahrhunderts deutsche Zirkusse internationalen Ruhm: Hagenbeck, dessen dressierte Raubtiere legendär waren, Sarrasani mit den berühmten Schlangenmenschen, Fakiren und Magiern oder die Zirkusse Renz und Busch, die aktuelle Ereignisse wie den Herero-Aufstand oft mit rassistischer Überheblichkeit nachspielten und dabei an Spezialeffekten, Pulverdampf, Blitz und Donner nicht sparten. Historische Stoffe wie die Nibelungen bedienten simple Klischees und nationalistischen Stolz.
Dieser opulente Sachbildband beleuchtet die Kulturgeschichte des Zirkus von den Anfängen im frühen 18. Jahrhundert bis in die 1950er Jahre. Diese ist voller glänzender Erfolge, Innovationen, lebensgefährlicher Wagnisse, wirtschaftlicher Probleme, Unglücke und Konkurse. Sylke Kirschnick porträtiert auch weniger bekannte Unternehmen und zeigt die Einflüsse des Zirkus auf Literatur, Theater und Film.
Portrait
Sylke Kirschnick hat Philosophie, Literatur-, Theater- und Filmwissenschaft studiert und ist Dozentin am Institut für Germanistik der Universität Potsdam.
… weiterlesen
In den Warenkorb
Filialabholung

Versandkostenfrei

Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 199
Erscheinungsdatum September 2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8062-2703-1
Verlag WBG Theiss
Maße (L/B/H) 30,7/25,5/2,5 cm
Gewicht 1431 g
Abbildungen rund 130 farbige Abbildungen
Buch (gebundene Ausgabe)
9,95
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
Filialabholung

Versandkostenfrei

Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
1 Bewertung
Übersicht
1
0
0
0
0

Eine Kulturgeschichte des Zirkus
von Michael Lehmann-Pape am 23.10.2012

„Von den ehemals vielen imposanten Palästen der alten Zirkusmetropole Paris steht heute nur noch der Crque d´Hiver“. Alle anderen ehemaligen vielbesuchten Spielorte des Zirkus sind abgerissen, vergangen, aus der Zeit gefallen. Ein erkennbares Zeichen im Blick auf die Gegenwart des Zirkus, dass dieser aus der ehemaligen „Mitte der... „Von den ehemals vielen imposanten Palästen der alten Zirkusmetropole Paris steht heute nur noch der Crque d´Hiver“. Alle anderen ehemaligen vielbesuchten Spielorte des Zirkus sind abgerissen, vergangen, aus der Zeit gefallen. Ein erkennbares Zeichen im Blick auf die Gegenwart des Zirkus, dass dieser aus der ehemaligen „Mitte der Kultur“ doch ein deutliches stückweit mehr an den Rand sich verschoben hat. Und dennoch weht die Zirkusluft weiter. Mit immer wieder neuen Impulsen von „Roncalli“ bis zum „Cirque Soleil“, von weiterhin kleinen Wanderzirkussen bis hin zum Megazelt, gefüllt mit Clowns, handfesten Akrobaten und Tiernummern. Eine Welt, die sich auf jahrhundertealte Traditionen berufen kann, die ihre einprägsame Geschichte hat. Eine Welt, wie Kirschnick es ausdrückt, in der „Zirkusse vergehen und neu entstehen“. Diese Geschichte stellt Sylke Kirschnick in ihrem sehr schön gestalten Buch mithilfe breiter Texte und wunderbarem Bildmaterial vor. Allein schon das Foto Antonets, des „Weißclowns“ um 1910 herum transportiert die faszinierend Fremde mitsamt dem Ernst hinter der Maskerade, welches die besondere Atmosphäre der Manege vermittelt. In dieser „verräumlichten Beziehung zwischen Mensch und Tier, ihre forcierte Nähe und An-Ähnelungen“, wie Kirschnick den Zirkus definiert. Einer Darstellungs- und Lebensform, der die Autorin akribisch nachgeht, von alten, brüchigen Werbeplakaten bis in die moderne Welt von High-Tech Zirkussen. Viele einzelne, interessante Geschichten erzählt Kirschnick auf diesem Weg. Bekannte Zirkus-Familiennamen tauchen mit ihrer Gründungsgeschichte auf, Grimaldi und Deburau, die ersten großen Bühnenclowns lernt der Leser näher kennen. Ebenso, wie die einzelnen „Attraktionen“ genaue Beschreibungen und geschichtliche Entwicklungen im Buch erhalten. Auch Dramen finden ihren Platz wie die „Leipziger Löwenjagd“ von 1913 vor Augen führt, an deren Ende sechs tote du zwei wieder eingefangene Löwen stehen werden. Sensationsartisten, Clowns, Zirkusbetreiber, Dressurnummern, Unfälle, Entwicklungen, Magie, Musik. In ganzer Breite kann der sich der Leser durch die Texte und Illustrationen dieses Buches einfangen lassen von der ganz besonderen Atmosphäre zwischen harter Arbeit, freiem Leben, Kunst und Kultur, Untergang und Neubegründungen einer nie ganz zu fassenden und nie ganz zu klassifizierenden Kunstform, die auch heute noch Menschen weltweit in ihren Bann ziehen kann. Weniger eine wissenschaftliche Aufarbeitung liegt dabei diesem buch zu Grunde, als eine echte, gut gemachte, Hommage an eine ganz eigene Welt.