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Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef

Roman

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Taschenbuch
Seine früheste Erinnerung ist der Duft von scharfem Curry. Als Hassan Haji über einem turbulenten Imbissladen in Bombay das Licht der Welt erblickt, ahnt niemand, welch großes Talent in ihm schlummert. Erst Tausende Kilometer entfernt, in
einem verschlafenen französischen Dorf, entdeckt der Junge seine Leidenschaft
für die hohe Kunst des Kochens – und gerät mitten hinein in eine handfeste Restaurantfehde …
Rezension
"Richard C. Morais schickt den Leser mit auf eine köstliche Reise durch Indien und Frankreich, bei der jedem das Wasser im Mund zusammenläuft.", Freundin - Donna 20151120
Portrait
Richard C. Morais, geboren 1960 in Lissabon, ist der Autor des internationalen Bestsellers »Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef«. Der Amerikaner wuchs in der Schweiz auf und lebte achtzehn Jahre in London, wo er das Büro des Wirtschaftsmagazins »Forbes« leitete. Heute ist er Redakteur der Zeitschrift »Barron's Penta« und lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in New York. Zuletzt erschien von ihm »Buddha in Brooklyn«.
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  • Für Katy und Susan
    Bombay
    Kapitel
    Eins
    Ich heiße Hassan Haji und wurde als zweites von sechs Kindern über dem Restaurant meines Großvaters in der Napean Sea Road geboren, in einer Gegend, die sich damals West Bombay nannte, lange bevor die Megacity ihren alten Namen Mumbai zurückerhielt. Vermutlich wurde mein Schicksal in jenem ersten Moment besiegelt, denn meine früheste Sinneswahrnehmung war der Duft von Machli ka Salan, eines scharfen Fischcurrys, der durch die Ritzen zwischen den Dielenbrettern vom Restaurant zu meinem Kinderbettchen im Zimmer meiner Eltern aufstieg. Noch heute meine ich die kühlen Gitterstäbe des Bettchens auf meinem Babygesicht zu spüren, wie damals, als ich die Nase zwischen den Stäben hinausreckte, um dieses aromatische Duftbündel aus Kardamom, Fischköpfen und Palmöl zu erschnuppern, das mich trotz meines zarten Alters gleichsam erahnen ließ, welch unergründlicher Erfahrungsschatz in der freien Welt jenseits meiner Stäbe darauf wartete, entdeckt oder besser gesagt gekostet zu werden.
    Doch ich will von vorn beginnen. 1934 kehrte mein Großvater als junger Mann der Provinz Gujarat den Rücken und gelangte auf einem Waggondach der Dampfeisenbahn nach Bombay. Heutzutage entdecken in Indien zahlreiche aufstrebende Familien auf wundersame Weise edle Wurzeln, zum Beispiel Verwandte, die seinerzeit Seite an Seite mit dem jungen Mahatma Gandhi in Südafrika gearbeitet haben, doch mit derlei vornehmen Vorfahren kann ich nicht aufwarten. Wir waren arme Muslime, Kleinbauern aus dem staubigen Distrikt Bhavnagar, wo 1917 eine schlimme Braunfäule die Baumwollfelder zerstörte und meinem siebzehnjährigen Großvater keine andere Wahl ließ, als nach Bombay abzuwandern, in diese quirlige Metropole seit jeher Anziehungspunkt für die kleinen Leute, die sich dort ein neues, besseres Leben erhofften.
    Kurz und gut, die Weichen für mein späteres Berufsleben wurden also schon lange vor meiner Geburt mit der Hungersnot meines Großvaters gestellt. Und seine dreitägige Reise auf dem Dach der Dampfeisenbahn, an das er sich unter Lebensgefahr festklammerte, während die Dampflok unter der glühenden Sonne durch die indische Ebene tuckerte, war der nicht eben verheißungsvolle Beginn der langen Reise meiner Familie. Großvater sprach nie gern von seiner ersten Zeit in Bombay, doch ich weiß von Ammi, meiner Großmutter, dass er mehrere Jahre lang auf der Straße lebte und seinen kärglichen Lebensunterhalt durch das Ausliefern von Lunchpaketen an indische Angestellte verdiente, die damals in den Hinterzimmern der Verwaltung des Britischen Empire arbeiteten.
    Um sich ein Bild von dem Bombay zu machen, das meine Geburtswiege war, sollte man sich während der Rushhour zum Victoria Terminus in Mumbai begeben. Dieser verkehrsreichste Bahnhof der Stadt spiegelt wie kein anderer Ort das Wesen indischen Lebens wider. Es gibt getrennte Abteile für Frauen und Männer, und Trauben von Pendlern hängen aus den Fenstern und Türen der Waggons, während die Züge ratternd auf den Gleisen in die Victoria und Churchgate Station einfahren. Die Waggons sind so überfüllt, dass nicht einmal mehr die Lunchpakete Platz finden, die dann in separaten Zügen außerhalb der Hauptverkehrszeit geliefert werden. Diese Lunchboxes mehr als eine Million zerbeulte Blechdosen mit Deckel, die einen Geruch nach Daal, mit Ingwer gewürztem Kohl und Reis mit schwarzem Pfeffer verströmen und von treu sorgenden Ehefrauen auf den Weg gebracht wurden finden, nachdem sie sortiert und auf Handkarren gestapelt wurden, mit äußerster Zuverlässigkeit ihren Weg zu sämtlichen Versicherungsangestellten und Bankkassierern in ganz Bombay.
    Und genau das war die Aufgabe meines Großvaters. Er lieferte Lunchboxes aus.
    Er war ein dabba-wallah. Nicht mehr. Und nicht weniger.
    Großvater war ein ziemlich verdrießlicher Geselle. Wir nannten ihn Bapaji, und ich erinnere mich, wie er während des Ramadan kurz vor Sonnenuntergang auf der Straße vor
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 400
Erscheinungsdatum 12.11.2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-30132-9
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 18,8/12,5/3 cm
Gewicht 289 g
Originaltitel The Hundred-Foot Journey
Auflage 6. Auflage
Übersetzer Monika Köpfer
Verkaufsrang 149762
Buch (Taschenbuch)
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9,99
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Farbenprächtige Familiengeschichte nicht nur für Kochfans

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Wenn man die kurze Biografie des Autors liest, würde man nicht vermuten, dass er einen Roman übers Kochen und über Indien schreibt. Denn der Autor wurde in Portugal geboren, ist in der Schweiz aufgewachsen und besitzt einen amerikanischen Pass. Lange Zeit war er Chefredakteur bei „Forbes“ in Europa. Da hätte man doch eigentlich einen Wirtschaftsroman erwartet, aber er überrascht uns mit diesem Roman, der im Original in Englisch erschienen ist. Richard C. Morais erzählt die Geschichte der indische Familie Haji aus der Sicht von Hassan. Die Hajis sind eine muslimische Familie, die aus der Provinz nach Bombay gegangen ist. Hassans Großvater hat durch kluge Geschäftsideen und Fleiß den Grundstock für den Reichtum der Familie gelegt. Seine Frau gründet das erste Restaurant der Familie und ihr Sohn führt dieses weiter. Als es zu politischen Unruhen kommt, verlässt die Familie Indien und geht nach Europa. Nach einem kurzen Zwischenstopp in London und einer kulinarischen Reise durch Teile Europas siedelt sie sich endgültig in einem kleinen Ort in Frankreich an, um dort ein indisches Restaurant zu gründen. Allerdings geht dies nicht ohne Schwierigkeiten, denn direkt gegenüber hat Madame Mallory einen sehr renommierten Landgasthof mit 2 Sternen. Ihr gefällt diese laute und vulgäre, ausländische Konkurrenz gar nicht, und sie versucht alles, um die Familie wieder loszuwerden. Richard C. Morais erzählt diese Geschichte sehr warmherzig und mit viel Gefühl. Beim Lesen hat man direkt das Gefühl mit dabei zu sein. Immer wenn man gerade das Gefühl hat, dass man so eine Geschichte schon viele Male gelesen hat, passiert der Familie etwas ungewöhnliches und die Handlung nimmt einen ganz anderen Verlauf als vermutet. Dadurch bleibt die Spannung erhalten und nimmt einen weiter mit. Durch diese Kunstgriffe erhält man einen unterhaltsamen Einblick u.a. in die religiösen Probleme Indiens und in die Kunst der gehobenen Gastronomie. Ein toller, unterhaltsamer Roman für alle, die spannende Familiengeschichten lieben und dabei gerne eine Prise Exotik dabeihaben. Ein ideales Nikolausgeschenk!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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Indien trifft Frankreich
von einer Kundin/einem Kunden am 18.07.2014

Den jungen Inder Hassan Haji verschlägt es nach dem Tod seiner Mutter mit seiner Familie in die französische Provinz, wo sein Vater ein indisches Restaurant eröffnet. Sehr zum Missfallen der bereits dort ansässigen Sterneköchin Madame Mallory, die mit allerlei Gemeinheiten versucht, das indische Lokal zu torpedieren. Bis sie Has... Den jungen Inder Hassan Haji verschlägt es nach dem Tod seiner Mutter mit seiner Familie in die französische Provinz, wo sein Vater ein indisches Restaurant eröffnet. Sehr zum Missfallen der bereits dort ansässigen Sterneköchin Madame Mallory, die mit allerlei Gemeinheiten versucht, das indische Lokal zu torpedieren. Bis sie Hassans Potential zum genialen Koch erkennt und alles daran setzt, dass er bei ihr lernt. (Witzig beschrieben ist ihre Art von Sitzstreik, den sie vor dem indischen Restaurant abhält, um Hassans Vater die Zustimmung zu dieser Kochlehre abzuringen) Der zweite Teil des Romans, der sich Hassans Erwachsenenleben als Sternekoch widmet, hat mir nicht ganz so gut gefallen, bleibt er doch ein wenig blässlich gegenüber dem ersten Abschnitt zurück, der vor Düften, Gewürzen und Farben schier überschäumt. Auch scheint er kein Privatleben zu haben, was ich verwunderlich finde. Alles in allem ein solider Roman, der aber im zweiten Teil Schwächen aufweist.

Madame Mallory und der kleine indische Küchenchef
von einer Kundin/einem Kunden aus Hilden am 26.03.2012
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Eine wunderbare Familiengeschichte, mit einem Touch Exotik. Sprachlich schön verpackt erzählt Morais die Geschichte des kleinen Inders Hassan, der mit seiner Familie aus dem lebhaften Bombay in ein verschlafenes französisches Städtchen auswandert. Dort sieht sich die Familie mit ihren exotischen Gewürzen, scharfen Curries und au... Eine wunderbare Familiengeschichte, mit einem Touch Exotik. Sprachlich schön verpackt erzählt Morais die Geschichte des kleinen Inders Hassan, der mit seiner Familie aus dem lebhaften Bombay in ein verschlafenes französisches Städtchen auswandert. Dort sieht sich die Familie mit ihren exotischen Gewürzen, scharfen Curries und ausgefallenen Gerichten der klassischen Madame Mallory gegenüber, welche die Haute Cuisine Frankreichs zu zelebrieren gelernt hat. Mit viel Glück kann Hassan bei der Madame in die Lehre gehen und erlernt die Kunst der französischen Küche. Ein schönes Buch, das Spaß macht zu lesen vor allem aufgrund der kulturellen Unterschiede der Franzosen und Inder, deren sympathische Eigenarten hier auf humorvolle Weise dargestellt werden. Nicht nur die originellen Gerichte in diesem Buch machen dem Leser Freude, auch der kreative Handlungsstrang lässt den Leser staunen. Schön!