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Raum

Roman

Für Jack ist Raum die ganze Welt. Dort essen, spielen und schlafen er und seine Ma. Jack liebt es fernzusehen, denn da sieht er seine »Freunde«, die Cartoonfiguren. Aber er weiß, dass die Dinge hinter der Mattscheibe nicht echt sind - echt sind nur Ma, er und die Dinge in Raum. Bis der Tag kommt, an dem Ma ihm erklärt, dass es noch eine Welt da draußen gibt und dass sie versuchen müssen, aus Raum zu fliehen ... »Wie Emma Donoghue die Gefühlswelt und die Sprache dieses Kindes einfängt, das hat mich umgehauen.« Claudia Kirsch, Brigitte »Wenn du >Raum< gelesen hast, mag die Welt noch sein, wie sie ist. Aber du selbst hast dich verändert.« Audrey Niffenegger Der Film zum internationalen Bestseller »Raum« wurde mit dem Oscar für die Beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet!
Rezension
"absolut fesselnd und intensiv", Westfälische Nachrichten, 22.08.2013
Portrait
Emma Donoghue wurde 1969 als jüngstes von acht Kindern in Dublin geboren. Sie studierte in Dublin und Cambridge. Nach einem Aufenthalt in London zog sie 1998 nach Ontario in Kanada, wo sie mit ihrer Lebensgefährtin und ihren beiden Kindern lebt. Emma Donoghue ist Autorin zahlreicher Romane und Erzählungen. Die Übersetzungsrechte wurden in 29 Länder verkauft.
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  • GESCHENKE
    Heute bin ich fünf. Als ich gestern Abend in Schrank eingeschlafen bin, war ich noch vier. Aber dann wache ich im Dunkel in Bett auf und bin plötzlich fünf, Abrakadabra. Davor war ich drei, dann zwei, dann eins und dann null. "War ich auch schon mal minus was?"
    "Hmm." Meine Ma reckt sich und streckt sich.
    "Oben im Himmel, meine ich. War ich da minus eins, minus zwei, minus drei und so?"
    "Aber nein, das mit dem Zählen hat erst angefangen, als du auf die Erde runtergerauscht bist."
    " Durch Oberlicht. Und du bist ganz traurig gewesen, bis ich in deinem Bäuchlein passiert bin."
    "Stimmt genau." Ma lehnt sich aus Bett und schaltet Lampe an, der macht alles ganz hell, schwuppdiwupp.
    Ich kneife gerade noch rechtzeitig die Augen zu, dann mache ich eins wieder ein klitzekleines bisschen auf, dann alle beide.
    "Ich habe so viele Tränen geweint, bis gar keine mehr übrig waren", erzählt sie mir. "Hab einfach nur dagelegen und die Sekunden gezählt."
    "Wie viele Sekunden?", frage ich sie.
    "Millionen und Abermillionen."
    "Nein, wie viele genau?"
    " Irgendwann bin ich aus der Reihe gekommen ", sagt Ma.
    "Und dann hast du immer und immer wieder dein Ei beschwört, bis du kugelrund geworden bist."
    Sie grinst. "Ich konnte spüren, wie du getreten hast."
    "Was habe ich getreten?"
    " Mich natürlich. "
    An der Stelle muss ich immer lachen.
    "Von innen drin, bumm bumm." Ma hebt ihr Schlaf- T-Shirt hoch und lässt ihr Bäuchlein springen. "Da dachte ich mir, Jack ist wohl unterwegs. Und ganz früh am Morgen kamst du dann rausgeflutscht und lagst auf dem Teppich, deine Augen waren ganz weit auf."
    Ich gucke auf Teppich, sie hat lauter rote, braune und schwarze Zickzackstreifen. Und da ist der Fleck, den ich aus Versehen verschüttet habe, als ich geboren wurde. "Dann hast du die Schur abgeschneidet und ich war los", erkläre ich Ma. "Und dann bin ich ein Junge geworden."
    "Ein Junge warst du eigentlich schon vorher." Sie steigt aus Bett geht zu Thermostat, um die Luft heiß zu machen.
    Ich glaube nicht, dass er gestern nach neun noch gekommen ist. Wenn er da war, ist die Luft immer anders. Ich frage aber nicht, weil sie nicht gern über ihn reden tut.
    "Also, Freund Fünf, hättest du dein Geschenk lieber vor oder nach dem Frühstück?"
    "Was kriege ich, was kriege ich?"
    "Ich weiß ja, dass du gespannt bist", sagt sie, "aber du darfst trotzdem nicht an deinem Finger kauen, sonst krabbeln Bazillen durch das Loch."
    "Und die machen mich dann krank so wie damals, als ich drei war und brechen musste und Durchfall hatte?"
    "Sogar noch schlimmer", sagt Ma. "An Bazillen kann man sterben. "
    "Und dann kommt man ganz bald wieder in den Himmel ? "
    "Du kaust ja immer noch." Sie zieht meine Hand weg.
    "Tut mir leid." Ich setze mich auf die böse Hand. "Sag noch mal Freund Fünf zu mir."
    "Was ist nun, Freund Fünf", fragt sie, "jetzt oder später?"
    Ich springe auf Stuhlschaukel, damit ich Uhr sehen kann, da steht 07:14. Ich kann auf Stuhlschaukel schon inlineskaten, ohne festhalten, und dann mache ich Engelchen, flieg bis zum Zudeck, aber diesmal als Snowboarder. "Wann muss man Geschenke denn aufmachen?"
    "Egal, beides ist gleich gut. Soll ich für dich entscheiden?", fragt Ma.
    "Nein, ich bin fünf, ich muss selbst entscheiden." Mein Finger ist schon wieder in meinem Mund, ich tue ihn unter die Achsel und klemme ihn fest. "Ich entscheide jetzt."
    Sie zieht etwas unter ihrem Kissen hervor, ich glaube, da hat es sich die ganze Nacht unsichtbar versteckt. Es ist ein Rohr aus Schreibpapier und drum herum das lila Bändchen von den Tausend Schokolädchen, die wir gekriegt haben, als Weihnachten passiert ist. "Mach auf", sagt sie. "Schön vorsichtig. "
    Ich schaffe es, den Knoten aufzufummeln, und streiche das Papier platt, es ist eine Zeichnung nur mit Bleistift, keine Farben. Ich weiß nicht, was das sein soll, und drehe es um. "Ich!" Wie in Spiegel, nur mehr von mir, mein Kopf und mein Arm und meine S
  • NHALT

    Geschenke

    Entlügen

    Sterben

    Danach

    Leben
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 416
Erscheinungsdatum 12.11.2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-492-30129-9
Verlag Piper
Maße (L/B/H) 18,7/12,1/3,5 cm
Gewicht 294 g
Originaltitel Room
Auflage 7. Auflage
Übersetzer Armin Gontermann
Verkaufsrang 23359
Buch (Taschenbuch)
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11,00
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

A. Baumbach, Thalia-Buchhandlung Berlin

Die Geschichte lässt mich bis heute nicht mehr los. Spannend und beängstigend zugleich ist sie aus der Perspektive eines Kindes geschrieben. Ein Muss für alle Neugierigen!

Nicole Hoffstaetter, Thalia-Buchhandlung Vaihingen

Die Sichtweise des kleinen Jungen ist so herzzerreißend gut getroffen, dass seine Naivität unglaubliches Mitgefühl weckt. Ein Buch das nicht mehr loslässt.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
59 Bewertungen
Übersicht
43
14
1
1
0

von einer Kundin/einem Kunden aus Sulzbach am 06.11.2017
Bewertet: anderes Format

Es nimmt einen mit...aber man kann nicht aufhören zu lesen...

Vier Wände - vier Buchstaben
von einer Kundin/einem Kunden aus Luzern am 21.08.2017
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Minimalistisch wie die Welt, in die Jack hineingeboren wurde und die alles beinhaltet, was er mit seinen fünf Jahren kennt, so präsentiert sich das Cover. Die zwar bunten, aber ungelenk hingemalten vier Buchstaben RAUM weisen auf den eingesperrten Knaben mit sehr begrenzten Grundkenntnissen hin. Bittere Realität und irreales Wis... Minimalistisch wie die Welt, in die Jack hineingeboren wurde und die alles beinhaltet, was er mit seinen fünf Jahren kennt, so präsentiert sich das Cover. Die zwar bunten, aber ungelenk hingemalten vier Buchstaben RAUM weisen auf den eingesperrten Knaben mit sehr begrenzten Grundkenntnissen hin. Bittere Realität und irreales Wissen über das Draussen zugleich, denn er weiss, dass die Bilder im Fernsehen nicht wirklich sind. Auch seine Sprache ist eingeschränkt, vielfach ohne Artikel, und andere Kinder würden wohl über ihn spotten. Wer denkt bei diesem Gefängnis nicht an Natascha Kampusch? Immerhin hat sie bis zu ihrem Kidnapping das normale Leben gekannt und fand sich fürs erste zurecht. Für den Jungen bangt man – wenn er denn überhaupt im Verlauf des Buches die Freiheit erlangen wird. Die grosse Frage stellt sich: Wie wird Jack in der ersten Zeit seiner Freiheit mit der Wirklichkeit draussen zureicht kommen? Welche Schocks muss er erleben? Und der Leser hofft, dass das Kind keine schweren Traumata mit sein herumschleppen muss, sein ganzes zukünftiges Leben lang.

von einer Kundin/einem Kunden aus Paderborn am 30.06.2017
Bewertet: anderes Format

Unglaublich berührend und traurig! Ein absolutes Lesehighlight, das im Kopf bleibt. Dieses Buch hat mich sprachlos zurückgelassen!