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Deutschland. Ein Wintermärchen

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Im Herbst 1843 reist Heinrich Heine von Paris nach Hamburg. Unzufrieden mit den politischen Zuständen in seiner Heimat und seiner persönlichen Situation als Deutscher und Jude, verfasst er eine Anklageschrift gegen Zensur, Militarismus und Restauration, die 1844 im Verlag Hoffmann & Campe erscheint. Schon im gleichen Jahr wird »Deutschland. Ein Wintermärchen« in Preußen verboten und beschlagnahmt – doch umso höher schlugen die Wellen. Dass Heines »Wintermärchen« Bedeutung bis in die Gegenwart hat, stellt Thomas Rosenlöcher in seinem hochgelobten Nachwort fest, denn: »Heines Gedicht weiß mehr, als Heine ahnen konnte.«
Portrait

1797

Harry (ab 1825: Heinrich) Heine wird am 13. Dezember als ältestes Kind des Tuchhändlers Samson Heine und seiner Frau Betty, geb. van Geldern, in Düsseldorf geboren.

1814

Heine verläßt ohne Reifezeugnis das Düsseldorfer Lyzeum und besucht die Handelsschule.

1815

Er schreibt regelmäßig Gedichte.

1816

Heine beginnt - nach zwei fehlgeschlagenen Versuchen in Frankfurt - im Bankhaus seines Onkels Salomon Heine in Hamburg eine kaufmännische Lehre. Liebe zu seiner Cousine Amalie.

1818

Salomon Heine ermöglicht seinem Neffen die Eröffnung eines Manufakturwarengeschäftes in Düsseldorf (Harry Heine & Comp.). Der Betrieb wird bereits im Frühjahr des darauffolgenden Jahres wegen drohenden Bankrotts liquidiert.

1819

Heine holt die Maturitätsprüfung nach und beginnt, finanziell weiterhin unterstützt von Salomon Heine, das Studium der Rechts- und Kameralwissenschaft in Bonn.

1820

Bekanntschaft mit August Wilhelm Schlegel. Byron-Übersetzungen. Das Drama Almansor entsteht. Fortsetzung des Studiums in Göttingen. Anfang 1821 wird er wegen einer Duellaffäre für ein halbes Jahr der Universität verwiesen.

1821-23

Fortsetzung des Studiums in Berlin. Heine hört Vorlesungen u. a. bei Friedrich Karl v. Savigny, Georg Wilhelm Friedrich Hegel und den Philologen August Boeckh und Friedrich August Wolf. Verkehr im Salon Rahel Varnhagens.

1821

Erste Buchveröffentlichung Heines (Dezember): Gedichte, Maurer: Berlin 1822.

1822

William Ratcliff (Drama), Briefe aus Berlin. Heine tritt dem »Verein für Cultur und Wissenschaft der Juden« bei. Polenreise.

1823

Tragödien nebst einem lyrischen Intermezzo erscheint bei Dümmler in Berlin.

1824

Fortsetzung des Studiums in Göttingen. Harzreise. Besuch bei Goethe in Weimar.

1825

Übertritt zum Protestantismus. Am 28. Juni Taufe auf den Namen Christian Johann Heinrich (den Taufschein nennt Heine das »Entreebillett zur europäischen Kultur«). Promotion zum Dr. jur. (20 Juli). Im Spätsommer erste Reise nach Norderney und Arbeit an der Nordsee. Nach einem Aufenthalt in Lüneburg zieht er nach Hamburg. Die dort geplante Anwaltslaufbahn scheitert. Die Harzreise erscheint im »Gesellschafter«.

1826

Beginn der Beziehung zu Julius Campe; Bd. 1 der Reisebilder erscheint in seinem Verlag.

1827

Das Buch der Lieder und Bd. 2 der Reisebilder erscheinen. Reise nach England. Bd. 1 der Reisebilder wird in Österreich und in den Rheinprovinzen verboten. Heine wird Redakteur von Cottas Neuen allgemeinen politischen Annalen in München.

 1828

Italienreise. Der Plan, sich in München als außerordentlicher Professor niederzulassen, zerschlägt sich. 2. Dezember: Tod des Vaters.

1829

Rückkehr nach Hamburg, dann Arbeit an Bd. 3 der Reisebilder in Berlin und Potsdam; im Sommer auf Helgoland, dann wieder Hamburg. Nach der Veröffentlichung der Reisebilder im Dezember scharfe Angriffe auf Heine wegen der Platen-Polemik in den Bädern von Lucca.

1830

Auf Helgoland erfährt Heine von der Juli-Revolution in Paris.

1831

Der 4. Bd. der Reisebilder erscheint. Es gelingt Heine nicht, in Hamburg eine berufliche Existenz aufzubauen, und er übersiedelt ins freiwillige Exil nach Paris (Ankunft dort am 19. Mai).

1832

Heine wird Korrespondent der Augsburger >Allgemeinen Zeitung< (Französische Zustände, Buchausgabe 1833).

1833

In Frankreich berichtet Heine in »L'Europe litteraire« über Deutschland; die Artikelserie faßte er unter dem Titel »L'état actuel de la littérature en Allemagne. De l'Allemagne depuis Madame de Staël« zusammen; deutsch: Zur Geschichte der neueren schönen Literatur in Deutschland (später unter dem Titel »Die romantische Schule« [1835]). Probleme mit der Zensur erzwingen die Einstellung der Berichterstattung über die »französischen Zustände«. Im ersten Band von Der Salon publiziert Heine u. a. das Romanfragment Aus den Memoiren des Herren von Schnabelewopski.

1834

Heine lernt seine spätere Frau Crescence Eugénie Mirat (»Mathilde«) (1815-1883) kennen.

1835

Verbot seiner Schriften in Deutschland durch den Bundestagsbeschluß gegen das >Junge Deutschland<. Im zweiten Band des Salon erscheint u. a. Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland. Erste Lähmungserscheinungen und Augenleiden.

1836

Heine bekommt von der französischen Regierung eine Pension zugesprochen.

1837

Der dritte Band des Salon enthält u. a. den Essay Elementargeister und das Erzählfragment Florentinische Nächte. Als »Vorrede zum dritten Theile des Salon« erscheint separat Über den Denunzianten (gegen den Schriftsteller und Literarhistoriker Wolfgang Menzel).

1838

Der Schwabenspiegel.

1839

Shakespeares Mädchen und Frauen mit Erläuterungen von H. Heine. Offener Brief an Campe: Schriftstellernöten.

1840

Ludwig Börne. Eine Denkschrift erscheint unter dem von Heine abgelehnten Titel »Über Ludwig Börne«. Im vierten (und aus ökonomischen Gründen letzten) Band des Salon erscheint das Romanfragment Der Rabbi von Bacherach. Heines Berichte aus Paris (»Lutetia«, d. i. der lateinische Name für Paris) beginnen in der Augsburger »Allgemeinen Zeitung« zu erscheinen (bis 1843).

1841

Heirat mit Créscence Eugenie Mirat. Erste »Zeitgedichte«.

1843

Atta Troll. Ein Sommernachtstraum (satirisches Versepos). Deutschlandreise. Bekanntschaft mit Karl Marx in Paris; Mitarbeit an Marx' und Arnold Ruges »Deutsch-französischen Jahrbüchern«. Heine verkauft gegen eine jährliche Rente alle Verlagsrechte seiner Werke an Campe.

1844

Zweiter und letzter Deutschlandbesuch. Tod von Salomon Heine; Erbschaftsstreit. Weitere Zusammenarbeit mit Marx beim »Vorwärts!«. Deutschland. Ein Wintermärchen und Neue Gedichte erscheint.

1845

Heines Gesundheitszustand verschlechtert sich: Erblindung auf einem Auge, die Lähmungserscheinungen schreiten fort.

1848

Mitte Mai: Heine wird bettlägerig; Beginn der »Matratzengruft«.

1851

Der Dichter Heine meldet sich zurück mit dem Ballettlibretto Der Doctor Faust. Ein Tanzpoem, nebst kuriosen Berichten über Teufel, Hexen und Dichtkunst und dem Romanzero, einem Gedichtzyklus mit den Teilen »Historien«, »Lamentationen« und »Hebräische Melodien«.

1854

Drei Bände Vermischter Schriften erscheinen. Darin: Geständnisse; Gedichte. 1853 und 1854; Die Götter im Exil; Die Göttin Diana; Ludwig Marcus. Denkworte; Lutezia. Berichte über Politik, Kunst und Volksleben (stark erweiterte und aktualisierte Version seiner Korrespondentenberichte von 1840-1843 nach Augsburg).

1854

Freunschaft mit Elise Kinitz (»Mouche«). Das Memoiren-Fragment entsteht.

1855

Die französische Fassung der Lutezia erscheint unter dem Titel »Lutèce. Lettres sur la vie politique, artistique et sociale en France« in Paris.

1856

Am 17. Februar um 5 Uhr morgens stirbt Heine. Er wird am 20. Februar auf dem Montmartre beigesetzt.

 »Die Deutschen sind ein gemeingefährliches Volk: Sie ziehen unerwartet ein Gedicht aus der Tasche und beginnen ein Gespräch über Philosophie.«

Heinrich Heine

»Die Deutschen sind ein gemeingefährliches Volk: Sie ziehen unerwartet ein Gedicht aus der Tasche und beginnen ein Gespräch über Philosophie.«

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 130
Erscheinungsdatum 10.12.2012
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-458-36237-1
Verlag Insel Verlag
Maße (L/B/H) 18,8/11,9/1,5 cm
Gewicht 150 g
Auflage 3
Verkaufsrang 62.632
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Allgemeinwissen?
von Oalaner am 29.08.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Diese Literatur gehört gelesen und m. M. n. zu einem guten allgemeinen Wissen dazu. Die Gedichtesammlung macht auch Spaß zum lesen und es sind auch nur 80 Seiten.

Mein Tipp für trübe Regentage
von Jan-Pieter Forssmann aus Berlin am 18.08.2010
Bewertet: Medium: Hörbuch (CD)

Wie war das noch früher mit den Gedichten in der Schule? Auswendig lernen, vor die Klasse treten, runterleiern. Den meisten war das wohl eher unangenehm, schön anzuhören war es nicht. Dabei kann Lyrik unvergleichlich anregend sein, heiter und mitreißend, vor allem wenn sie von einer so großartigen Schauspielerin wie... Wie war das noch früher mit den Gedichten in der Schule? Auswendig lernen, vor die Klasse treten, runterleiern. Den meisten war das wohl eher unangenehm, schön anzuhören war es nicht. Dabei kann Lyrik unvergleichlich anregend sein, heiter und mitreißend, vor allem wenn sie von einer so großartigen Schauspielerin wie Katharina Thalbach vorgetragen wird. Man merkt der Vorleserin ihre ganze Freude an jedem einzelnen Wort dieses satirischen Versepos von Heinrich Heine wahrhaftig an. Dabei vermittelt das „Wintermärchen“ einen tiefen Einblick in die deutschen Verhältnisse der Restaurationszeit, als reaktionäre Zensoren noch mit der Schere hinter den subversiven Schriften kritischer Literaten herjagten, um jegliche Art der freien Meinungsäußerung rigoros zu beschneiden, was von dem Dichter freilich nur mit größtem Spott quittiert werden konnte: Die Gedanken sind schließlich frei! Unter diesem Motto stichelte der aus Frankreich heimgekehrte Exilant gekonnt gegen verkrustete monarchische Herrschaftsstrukturen und rückwärtsgewandte Mentalitäten, gegen den preußischen Militarismus, ironisierte die chauvinistischen Tendenzen des aufkommenden Nationalismus und bekannte sich deshalb nicht weniger emphatisch zur eigenen emotionalen Verbundenheit mit dem Vaterland. Und immer wieder trifft Thalbach genau den richtigen Ton, wenn es darum geht, die ambivalenten Gefühle und Gedanken sowie den ganzen Charme und Witz dieser grandiosen Dichtung wiederzugeben. Mein Tipp für trübe Regentage: Tee aufsetzen, Kerzen anzünden, CD einwerfen, zuhören!

Lyrische Spitzenleistung!
von Zitronenblau am 27.03.2008
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Das Wintermärchen ist ein lyrisches Meisterwerk und verdient höchste Achtung! Hr. Heine, was soll man da noch groß schreiben! Natürlich nur dann empfehlenswert, wenn Lyrik genossen werden kann!