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Tod in Kreuzberg

Krimi

Okerstraßen-WG 3

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Platten-Rosi ist tot. Ihre Leiche lag auf der Admiralbrücke. Dort, wo Kreuzberg überlaufen wird von Touristen. Wo Immobilienspekulanten die Mieter verdrängen, um Luxuswohnungen für die Reichen zu bauen. Rosi war eine Freundin der Okerstraßen-WG gewesen. Von Matti, dem abgebrochenen Studenten und Taxifahrer. Von Dornröschen, hinter dessen Dauergähnen sich ein hellwacher Verstand verbirgt. Von Twiggy, der fast alles beschaffen kann und geheimnisvollen Geschäften nachgeht.
Die Polizei behauptet, den Mord aufgeklärt zu haben, und erschießt den Tatverdächtigen auf der Flucht. Doch Dornröschen weiß, dass Rosi Machenschaften der Kolding AG aufgedeckt hat, jenes Immobilienhais, der den halben Gräfekiez aufgekauft hat. Rosi führte in einer Bürgerinitiative den verlorenen Kampf gegen die »Aufwertung von Wohnraum«. Sie schreckte vor militanten Aktionen nicht zurück.
Die Okerstraßen-WG stößt auf einen Sumpf der Korruption. Spekulanten, Politiker und Bürokraten schieben sich die Beute zu. Als die WG dem Mörder nahekommt, schlägt er zurück. Brutal und gnadenlos.
Rezension
„Ein Taxi fliegt in die Luft. Eine Liebe stirbt. Der Böse ist am Ende gar nicht der Böse, weil er schon der Böse ist. Herrlich. So ist Berlin.“
Portrait
Christian v. Ditfurth, geboren 1953, ist Historiker und lebt als freier Autor in Berlin. Zuletzt hat er neben Sachbüchern und Thrillern (Das Moskau-Spiel, 2010) Kriminalromane um den Historiker Josef Maria Stachelmann veröffentlicht, die auch in den USA, in Frankreich, Spanien und Israel veröffentlicht wurden. Zuletzt erschienen Das Dornröschen-Projekt und Tod in Kreuzberg.
Zitat
"Ein fesselnder Krimi mit schrägen Typen und einer auch mal selbstironischen Berlin-Nostalgie."
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 384 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 03.09.2012
Sprache Deutsch
EAN 9783641090678
Verlag Carl's books
Verkaufsrang 25.096
eBook
8,99
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar
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Buchhändler-Empfehlungen

„Es gibt keine guten Bullen“

Gerhard Scheibel, Thalia-Buchhandlung Erlangen

Musste Rosi sterben, weil sie gegen den Immohai kämpfte und Infos über den Konzern und geschmierte Leute vom Senat hatte? Oder war ihr Mörder ein osteuropäischer Killer im Auftrag der Türkenmafia? Dass sich Dornröschen, die sich mit allem auskennt und meisten recht hat, gerade in der ungnädigen Phase ihrer schnippischen Periode befindet, ist da nicht hilfreich. Und Robespierre, der Unbestechliche, schweigt gnadenlos, während die unkonventionelle Okerstraßen-WG am Rande der Katastrophe steht. Droht ein finaler Shout-out am O. K. Corral? Oder High Noon im Land der Vampire. Allgegenwärtiges Motto: Hauptsache der Alkoholgehalt stimmt. Musste Rosi sterben, weil sie gegen den Immohai kämpfte und Infos über den Konzern und geschmierte Leute vom Senat hatte? Oder war ihr Mörder ein osteuropäischer Killer im Auftrag der Türkenmafia? Dass sich Dornröschen, die sich mit allem auskennt und meisten recht hat, gerade in der ungnädigen Phase ihrer schnippischen Periode befindet, ist da nicht hilfreich. Und Robespierre, der Unbestechliche, schweigt gnadenlos, während die unkonventionelle Okerstraßen-WG am Rande der Katastrophe steht. Droht ein finaler Shout-out am O. K. Corral? Oder High Noon im Land der Vampire. Allgegenwärtiges Motto: Hauptsache der Alkoholgehalt stimmt.

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Matti, Twiggy und Dornröschen zum Zweiten
von Michael Lehmann-Pape am 28.09.2012
Bewertet: Einband: Klappenbroschur

Die Ockerstrassen-WG in Berlin, aufrechte und überzeugte Linke moderner Prägung, leckt noch ihre Wunden der Ereignisse der Vormonate. Matti, der abgebrochene Student und Taxifahrer, smart und dennoch mit offenem Herzen, muss die Enttäuschung durch Lilly überwinden. Twiggy, der Bär von Mann mit dem etwas kindlichen Gemüt, pflegt seine... Die Ockerstrassen-WG in Berlin, aufrechte und überzeugte Linke moderner Prägung, leckt noch ihre Wunden der Ereignisse der Vormonate. Matti, der abgebrochene Student und Taxifahrer, smart und dennoch mit offenem Herzen, muss die Enttäuschung durch Lilly überwinden. Twiggy, der Bär von Mann mit dem etwas kindlichen Gemüt, pflegt seine Liebe zu Robbespiere, der Hauskatze. Und Dornröschen, intellektueller und mentaler Mittelpunkt der WG, scheint ein auf Abwegen, betrachtet man nur ihre häufigen verstohlenen Telefonate. Just in diese Situation hinein werden die Drei mitsamt ihres Umfeldes gefordert. Rosie, die gute Bekannte, wird ermordet, erschlagen. Und natürlich steht sofort Hauptkommissar Schmelzer mit seinem mächtigen Leib und dem schütteren Haupthaar vor der Tür. Wie immer umsonst, aber das kennt er ja schon. Umgehend machen die drei ungleichen WG-ler sich auf den Weg eigener Ermittlungen. Unterschwellig gehindert durch den leicht schief hängenden Haussegen, der sogar beim Kater Robbie psychosomatische „Fell-Spuren“ hinterlässt. War es eine Tat im Affekt? War es ein geplanter Mord? Ist Rosies „Initiative gegen die Schönsanierung“ das Motiv? Ihre Mitstreiter in der Initiative zumindest wirken überwiegend nicht sonderlich vertrauenserweckend. Aber auch der Chef der Immobilienfirma Kolding kann noch so sanft und verständnisvoll tun, Dornröschen lässt sich ihr Misstrauen gegen die harte Kapitalisten nicht nehmen. Als dann auch noch ein Frau auftaucht, die Rosie zum verwechseln ähnlich sieht und klar wird, dass wieder einmal einige Lokalpolitiker Dreck am Stecken haben, aber auch so manche türkische Migranten voller Ärger und Wut sind, beginnen die Ereignisse Fahrt aufzunehmen und Gefahr zieht auf. Schräge, aber überzeugend entwickelte Charaktere, ein gehörig misstrauischer Blick auf lokale Verhältnisse und lokale Politiker und zudem das hoch aktuelle Thema der „Gentrifizierung“, sprich der „Teuer-Sanierung“ der Innenstädte, zudem ein rätselhafter Mord, zu dessen Aufklärung durchaus kriminalistische Spürsinn benötigt wird, all dies verbindet Christian von Dittfurth mit einfacher Sprache und klaren Bildern zu einer anregenden und spannenden Melange. Bei der „gut“ nicht einfach „gut“ ist (siehe die Aktivisten der Bürgerbewegung) und „böse“ nicht einfach „böse“ (Der Chef der Immobilienfirma ist ein durchaus differenziert denkender Mensch). Ebenso, wie von Dittfurth selbst alle Seiten des Problems mit ihren Argumenten zu Wort kommen lässt. „Wir leben in einem Wirtschaftssystem, in dem so funktioniert, und alle profitieren davon...:“ „Außer den Mietern, die aus ihren Wohnungen fliegen“. Und natürlich außer Rosie, die erschlagen wurde. Vom System? Aus ganz anderen Gründen? Das wird sich natürlich nach etlichen Ermittlungen, falschen Fährten und menschlichem Miteinander im Buch erst zum Ende hin herausstellen. „Tod in Kreuzberg“ ist ein würdiger Nachfolger des ersten Falles der WG, unterhaltsam, flüssig erzählt, nicht oberflächlich in der Geschichte und den Charakteren und durchaus kernig, wo es um Gewalt und Mord geht. Ein empfehlenswerter Thriller der anderen Art.